Symptome und Anzeichen einer Rheumaerkrankung
Mein Vater hat Schmerzen in den Gelenken und er dachte, dass ihm das Rheuma erwischt hat. Aber die Rheumawerte sind wohl alle in Ordnung. Mein Vater und auch ich dachten immer, dass Rheuma sich durch Schmerzen in den Gelenken bemerkbar macht. Da er nicht nur Schmerzen in den belasteten Gelenken hat, sondern auch in den Fingergelenken, war für uns eigentlich auch naheliegend, dass es Rheuma sein könnte.
Welche Symptome und Anzeichen hat eine Rheumaerkrankung? Macht sich eigentlich Rheuma auch noch durch andere Anzeichen bemerkbar als durch Schmerzen in den Gelenken? Kann man auch ohne Blutbild feststellen, ob man Rheuma hat? Der Nachbar meines Vaters meinte nämlich, dass auch seine Rheumawerte ok sind, aber er dennoch Rheuma hat. Ist so was möglich?
Ich habe mir sagen lassen, dass Rheuma sehr schwer zu diagnostizieren ist. Häufig wären hohe Werte von Harnsäure im Blut zu finden. Daher sollen Rheumatiker wenig Spargel oder Schweinefleisch essen. Außerdem muss man wohl zwangsläufig genau dann, wenn ein Schub eintritt auf Rheuma untersucht werden, um genaueres festzustellen. Wenn der Verdacht besteht, würde ich daher einen guten Spezialisten aufsuchen und nicht mit dem Hausarzt herum hampeln.
Bellikowski hat geschrieben:Ich habe mir sagen lassen, dass Rheuma sehr schwer zu diagnostizieren ist. Häufig wären hohe Werte von Harnsäure im Blut zu finden. Daher sollen Rheumatiker wenig Spargel oder Schweinefleisch essen. Außerdem muss man wohl zwangsläufig genau dann, wenn ein Schub eintritt auf Rheuma untersucht werden, um genaueres festzustellen. Wenn der Verdacht besteht, würde ich daher einen guten Spezialisten aufsuchen und nicht mit dem Hausarzt herum hampeln.
Kann es sein, dass du Gicht mit Rheuma verwechselst? Ich frage deshalb nach, weil insbesondere Spargel und generell Fleisch - also Purine - bei Gichtpatienten eher weniger empfohlen werden. Auch geht die Diagnose mit der klinischen Symptomatik und dem entsprechenden Harnsäurespiegel einher, daher die explizite Nachfrage.
@Sherlock-Holmes: Rheuma an sich sollte in meinen Augen als eine Art Syndrom bzw. Systemerkrankung mit einer gewissen Autoimmunreaktion aufgefasst werden. Mal davon abgesehen, dass es nicht DIE eine rheumatische Erkrankung gibt, ist es nebenbei auch relativ schwer zu diagnostizieren, um welche Form es sich handelt. Die typische Rheumaerkrankung - rheumatoide Arthritis -, die die meisten Menschen unter Rheuma verstehen, geht in vielen Fällen mit Gelenkbeschwerden einher, das stimmt. Allerdings sind es nicht die einzigen Symptome, die den Verdacht auf Rheuma lenken: Darüber hinaus gibt es nämlich auch etwas unspezifischere Symptome wie reduzierter Allgemeinzustand, Nachtschweiß, Muskelbeschwerden oder brüchige Nägel. Allein hier dran sieht man schon, dass man aus diesen Punkten auch auf eine Anämie schließen könnte. Weiterhin sind typischerweise eher die kleinen Gelenke in symmetrischer Form bei der rheumatoiden Arthritis betroffen, an den Händen sind die sog. DIPs allerdings meist nicht betroffen. Zumindest kenne ich keinen Patienten, wo das der Fall wäre. Damit einhergehend ist auch die Morgensteifigkeit ein Aspekt, was die Patienten berichten. Zuallerletzt kann es auch zu Organmanifestationen kommen, insbesondere am Herzen, Lunge, Leber, Niere, Auge und an Gefäßen. Daran sieht man schon, dass die rheumatoide Arthritis alles andere als einfach zu diagnostizieren ist. Nebenbei gibt es dann auch noch gewisse Laborparamter, primär das sog. Anti-CCP, die sogar schon eine Art Vorbote der rheumatoiden Arthritis sein kann und bei Manifestation schon erhöht ist.
Was den Punkt mit "Laborwerte ok, kein Rheuma" angeht, kann ich nur sagen, dass es auch sogenannte Rheuma-negative Arthritiden gibt (Seronegative Spondyloarthritiden). Dazu gehören die entzündlichen SPA wie M.Bechterew, reaktive Arthritis (heute eher seltener), Psoriasisarthritis, enteropathische Arthritis bei M.Crohn bzw. Colitis Ulcerosa und nicht klassifizierte SPA. Diese Krankheitsbilder haben ähnliche Beschwerden bzw. Symptome, gehen aber keineswegs mit einer Erhöhung des Laborparameters einher.
Bei sämtlichen rheumatologischen Fragestellungen ist also der Rheumatologe der erste Ansprechpartner, weil das Spektrum so breit sein kann, dass man relativ schnell auf falsche Diagnosen kommen kann.
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