Karpaltunnelsyndrom - Symptome und Therapiemöglichkeiten
Meine Freundin vermutet, dass sie ein Karpaltunnelsyndrom hat. Ihr schläft die linke Hand immer ein. Sie will nächste Woche zum Arzt, damit sie sicher ist, was sie hat. Aber sie macht sich natürlich auch schon Gedanken, wenn es wirklich das Karpaltunnelsyndrom ist.
Wie macht sich ein Karpaltunnelsyndrom noch bemerkbar? Ist das "Einschlafen" der Hand ein erstes Anzeichen? Kann man das Karpaltunnelsyndrom nur operativ in den Griff bekommen? Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es noch und welche Therapiemöglichkeiten gibt es? Kann sie eine Operation umgehen?
Deine Freundin wird sich ja informiert haben. Anders käme sie ja sonst nicht auf die Idee, dass es sich um KTS handeln könnte. Und ich gehe auch davon aus, dass ihr euch dann darüber unterhalten habt. Deswegen verstehe ich deine Frage nicht so ganz. Du weißt also schon, dass das Einschlafen der Hand ein Syptom für das Karpaltunnelsyndrom sein kann und fragst trotzdem ob das in Frage kommt? Ja! Es kann gut und gerne ein Anzeichen sein. Genauso gut kann es sich aber um andere Erkrankungen handeln. Das kann aber nur ein Arzt diagnostizieren.
Handelt es sich wirklich um das Karpaltunnelsyndrom, dann kommt es im fortgeschrittenem Stadium sogar zu einem Muskelschwund und man wird Schwierigkeiten haben, Dinge zu Greifen und zu Halten. Aber bevor man sich verrückt macht, sollte man das wirklich aus ärztlicher Sicht abklären lassen.
Ich kenne es bei mehrere Leute und diese wurden Beide an der Hand operiert. Danach folgte noch eine ambulante Reha-Maßnahme bei einigen Patienten. Allerdings bekamen eben nicht alle der Betroffenen auch diese Reha danach. Ob dieses nun regional bedingt ist oder ob es danach entschieden wird, wenn noch im Arbeitsprozess steht, kann ich nicht genau sagen. Aber das sollte deine Freundin dann abklären, wenn die Diagnose feststeht.
Was deine Freundin vermutet kann, muss aber nicht stimmen. Wenn ihr die Hand einschläft kann das auch einen anderen Grund haben. Das sollte ein Neurologe klären. Es gibt besondere Unsuchungen, da werden mittels Strom die Nerven am Handgelenk gemessen. Je nachdem wie diese Messung ausfällt, muss operiert werden oder der Patient bekommt eine Handschiene, wenn es noch nicht ganz so schlimm ist. Die Handschiene wird mit mehreren Klettverschlüssen am Handgelenk befestigt und muss nachts getragen werden. Die Finger können frei bewegt werden. Solch ein Ding wurde mir Ende 2011 angepasst. Bei mir ist an der rechten Hand der kleine Finger und der Ringfinger so pelzig/gefühllos. Beide kann ich aber frei bewegen.
Dass die Hand einschläft, kann richtigerweise auch mehreren Nerven liegen, die in die Hand laufen. Das Karpaltunnelsyndrom ist jedoch eine häufiger auftretende Krankheit, das jedoch andere Symptome als reine Nervenerkrankungen oder -verletzungen besitzt.
Bei einem Karpaltunnelsyndrom kommt es zwar ebenfalls zu einem Einschlafen der Hand, andererseits aber auch zu einem ziehenden und stechenden Schmerz an der der Innenseite des Handgelenks. Da der N. Medianus durch diesen Karpaltunnel zieht, kann er während des Karpaltunnelsyndroms ebenfalls betroffen sein. Ansonsten sind vor allem die Sehnen und Muskeln betroffen, die dort hindurch ziehen, weshalb ein Karpaltunnelsyndrom sich auch durch Funktionseinschränkungen bemerkbar macht und Schmerzen, die den ganzen Arm hoch ziehen können.
Es gibt zwei Tests, die man durchführen kann, um auf ein Karpaltunnelsyndrom zu testen, sie sollten allerdings durch eine andere Person durchgeführt werden, damit sie richtig gemacht werden. Das sogenannte "Hoffmann-Tinel-Zeichen" ist positiv, wenn durch Klopfen mit Zeige- und Mittelfinger auf dem betroffenen Handgelenk Schmerzen und Missempfindungen in der Hand entstehen. Der "Phalen-Test" ist positiv, wenn nach maximaler Beugung des Handgelenks nach 30-60 Sekunden ebenfalls zunehmende Missempfindungen auftreten. Sind beide Tests positiv, ist das ein äußerst sicheres Zeichen für eine Karpaltunnelsyndrom. So oder so sollte man zu einem Arzt gehen und es untersuchen lassen.
Nach positiver Diagnose kann, muss aber nicht operiert werden. Durch eine Spülung des Handgelenks oder eine Bandage zur Ruhigstellung, kann Abhilfe geleistet werden, inzwischen werden immer mehr Karpaltunnelsyndrome zu einem Physiotherapeuten geschickt, der versucht durch spezielle Manipulationen und Techniken konservativ die Erkrankung zu beseitigen. Ist das Syndrom allerdings schon zu fortgeschritten, sollte nicht nur, sondern muss operiert werden, um nicht noch schlimmere Folgeerkrankungen zu vermeiden.
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