Würde man sich mit einem GPS-Implantat sicherer fühlen?

vom 07.01.2022, 11:07 Uhr

Angeregt durch eine Folge von Black Mirror stelle ich mir in letzter Zeit häufiger die Frage, ob man sich mit einem von Geburt an implantierten GPS-Sender im Leben sicherer fühlen würde. Für mein aktuelles Leben kann ich mit "Ja" antworten, denn es wäre schön, wenn man in einer Notsituation gefunden werden könnte.

Wie man sich dabei allerdings bemerkbar macht, ohne dass man selbst die ganze Zeit überwacht wird, was dann definitiv wieder ein Argument gegen das Implantat wäre, wäre noch zu klären. Ich kann mir aber auch einige Szenarien vorstellen, in denen die Antwort eher "Nein" wäre, denn es gibt natürlich nicht nur positive Aspekte, die einen schneller auffindbar machen, wenn man beispielsweise in eine Gewalttat verwickelt wird. Deshalb finde ich die Antwort auf diese Frage sehr komplex, aber auch total interessant.

Wie denkt ihr darüber? Würdet ihr euch aktuell mit einem GPS-Implantat sicherer fühlen oder im Gegenteil - eher überwacht? Was denkt ihr, wann ein solches Implantat sinnvoll sein könnte? Wenn ihr die Möglichkeit hättet, eines zu nehmen, würdet ihr es machen?

» Wunschkonzert » Beiträge: 6845 » Talkpoints: 185,59 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



Warum sollte man sich denn sowas implantieren lassen? Wenn man zum Beispiel im Gebirge, im Dschungel oder in der Wüste unterwegs ist, kann man doch ein Gerät mitnehmen, das diese Funktion hat. Wenn man sehr besorgt ist und Angst hat, es zu verlieren, kann man es vielleicht irgendwie am Körper befestigen. Man kann es zumindest wieder abmachen, wenn man es nicht braucht oder man vielleicht gar nicht geortet werden möchte. Welchen Vorteil hat es, sich sowas implantieren zu lassen?

» blümchen » Beiträge: 3623 » Talkpoints: 31,03 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


Ich denke auch, dass es, wie bei Black Mirror, auch hier zwei Seiten der Medaille gibt. Auf der einen Seite ist es natürlich super, wenn man im Notfalls schnell gefunden werden kann. Dabei denke ich nicht nur an Situationen, dass man irgendwo wandern geht und alleine ist, wo man ein solches Gerät mitnehmen könnte, sondern eben auch an Notfälle im Alltag und auch unvorhergesehene Situationen. Nicht alles im Leben kann man planen.

Bei solchen Situationen würden mir spontan auch gleich zwei einfallen. Wenn man nämlich Opfer einer Entführung wird, dann wäre es für die Angehörigen und die Polizei leichter das Opfer ausfindig zu machen, sofern der Chip nicht einfach entfernt werden kann. Aber auch, wenn man beim Spazierengehen im Wald einen Unfall hat und bewusstlos wird (dabei denke ich vor allem an meinen ersten epileptischen Anfall, bei dem ich Gott sei Dank nicht alleine mit meinem Hund unterwegs war), dann ist es für einen von Vorteil, weil man dann genau geortet werden kann.

Jedoch kann diese Technik auch ausgenutzt werden. Ich denke nicht, dass es möglich ist diese Technik komplett sicher zu gestalten, jedenfalls nicht zum derzeitigen Zeitpunkt. Somit ist es für andere Leute mit speziellen Kenntnissen sicher möglich sich in so ein System zu hacken und bestimmte Leute gezielt ausfindig zu machen und zu spionieren oder eben auch die Chips auszuschalten. Da gibt es viele Aspekte, in denen der Chip auch missbraucht werden kann.

Dennoch denke ich, dass es für mich vom derzeitigen Standpunkt Sinn machen würde aufgrund meiner Erkrankung. Ich kann mich nicht mein ganzes Leben lang bei den Hunden oder bei den Pferden begleiten lassen, aber wenn ich im Notfall mit einem Chip im Wald geortet werden kann, dann würde ich auf jeden Fall mit einem besseren Gewissen unterwegs sein und mir weniger Sorgen machen.

» Hufeisen » Beiträge: 6015 » Talkpoints: 4,58 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



Ähnliche Themen

Weitere interessante Themen

^