Welches ist euer Lieblingsmusical?

vom 25.07.2020, 14:01 Uhr

Ich bin schon sehr lange großer Musicalfan. Vor ein paar Jahren, als wir noch in der Großstadt gewohnt haben, sind wir auch regelmäßig ins Musical gegangen. Jetzt haben wir dazu nicht mehr so oft Zeit und Gelegenheit. Trotzdem schaue ich mir gern noch Musicalverfilmungen an.

Dabei ist mir aufgefallen, dass ich wirklich viele Musicals noch gar nicht kenne. Vor Allem die ganz neuen aber auch die ganz alten Musicals kenne ich kaum. Was ist euer Lieblingsmusical und warum sollte man es gesehen haben?

» sugar-pumpkin » Beiträge: 630 » Talkpoints: 125,54 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Ich habe bisher nur ein Musical gesehen und das ist inzwischen schon 9 Jahre her. Ich erinnere mich aber immer noch mit Freuden an diesen Abend. Wir waren damals im Rahmen eines Betriebsausflugs in Hamburg und haben "Tarzan" angeschaut. Ich habe nun keine Vergleichswerte zu anderen Musicals aber ich fand es schon hilfreich dass ich die Geschichte an sich schon kannte. Ansonsten fand ich die Kostüme und das Bühnenbild faszinierend, den Gesang wunderschön und echt toll in welcher Art und Weise die Protagonisten die Affenbewegungen imitierten. Die "Einbindung" des Publikums war auch fantastisch. Plötzlich tauchte so ein Affe im Publikum auf oder sie flogen einem an den "Lianen" über die Köpfe. Das folgende Video gibt einem da schon einen kleinen Eindruck /Einblick. Allerdings ist es in "real" dann wirklich noch viel spektakulärer.

» EngelmitHerz » Beiträge: 2299 » Talkpoints: 58,22 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


Ich war von vielen Muscials absolut begeistert, aber mein Favorit ist und bleibt „Das Phantom der Oper“, das ich glücklicherweise sogar am Broadway erleben dürfte. Das ganze Setting, die Requisiten, die Darsteller und die Songs waren einfach fantastisch, und die Story ist ebenfalls sehr fesselnd. Dieses Musical würde ich also jedem Freund dieses Genres empfehlen.

Ansonsten hat mir auch „West Side Story“ sehr gefallen, primär wegen der tollen Musik. Auch klasse fand ich „Mamma Mia“, welches ich in der englischen Version in London gesehen habe. Dieses hatte nochmal einen ganz besonderen Reiz für mich, da ich mit den Liedern von ABBA groß geworden bin und sie allesamt noch immer auswendig mitträllern kann, was ich - zusammen mit gut 90% des Saals - auch gemacht habe. Die Stimmung an dem Abend im Publikum war einfach unvergesslich, denn zwischenzeitlich saß keiner mehr auf seinem Stuhl, sondern alles stand, klatschte und tanzte. Vom Spaßfaktor war dieses Musical also wohl die klare Nummer 1.

» MaximumEntropy » Beiträge: 7531 » Talkpoints: 949,33 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Eigentlich interessiere ich mich eher für Opern und nur am Rande für Musicals, aber da ich Musiktheater generell interessant finde, schließe ich auch Musicals nicht aus. Allerdings kenne ich ehrlich gesagt nur eine Handvoll Musicals, und mein Lieblings-Musical ist die West Side Story, weil es zu den musikalisch anspruchsvollsten Stücken dieser Gattung gehört. Es gibt sogar eine reine Orchestersuite mit Musik aus der West Side Story ("Symphonische Tänze aus der West Side Story"), die man auch ohne Theateraufführung gut anhören kann.

Im letzten Jahr haben wir Evita angeschaut, was mir auch ganz gut gefallen hat. Dabei hat es aber auch an der Thematik gelegen, weil mich der Bezug zu Argentinien und Buenos Aires interessiert hat. Generell mag ich gern Musicals und andere Stücke, die sich um ein Thema drehen, das ich auch unabhängig von der Musik interessant finde.

Benutzeravatar

» lascar » Beiträge: 2474 » Talkpoints: 483,04 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Ich habe ein zwiegespaltenes Verhältnis zu Musicals - manche finde ich entsetzlich, andere toll. Und ganz allgemein habe ich volles Verständnis für Leute, die das Genre als seichte Geldschneiderei ohne Anspruch abtun, bei dem irgendein Mittelschicht-Vorstadt-Publikum so lang mit Neonlichtern, Radau und zweitklassigen Bühnenfuzzis belästigt wird, bis es auch mal 200+ Euro für ein Ticket herausrückt, um die Produzenten noch reicher zu machen.

Gar nicht ausstehen kann ich also die in meinen Augen völlig überspannten Megaspektakel, bei denen die SchauspielerInnen in den Kostümen, Effekten und Stunts völlig untergehen bzw. weniger wegen ihrer fachlichen Qualifikationen als vielmehr um ihrer Leidensfähigkeit willen eingestellt wurden, die es ihnen ermöglicht, achtmal pro Woche ein paar Stunden lang Affenbewegungen zu machen. Auch die ganzen Jukebox-Musicals mit den Songs von Abba, Reinhardt Fendrich oder von mir aus Meat Loaf (gibt es alles) sind mir suspekt, weil zu der oben genannten Materialschlacht meistens noch eine völlig absurde Handlung kommt, die darin gipfelt, dass sich zwei ehemalige Schülertheater-Stars minutenlang lautstark anschmachten.

Dennoch habe ich andererseits auch eine Schwäche für einige wenige "Klassiker", die es weitestgehend unverändert durch die Zeiten geschafft haben. Ensemblestücke wie HAIR finde ich unterhaltsam und auch ein paar Machwerke aus den Achtzigern, als eine blinkende Lichterkette und etwas Trockeneis noch als Showeffekt gereicht haben. Am liebsten mag ich bizarrerweise CATS, und zwar in dem vollen Bewusstsein, dass dieses Stück quasi alles in sich vereint, was man an Musicals kritisieren kann, von der seltsamen Handlung bis hin zu den unterbezahlten Bühnenkünstlern, die sich im Spagat die Pfötchen lecken.

Der Nostalgiefaktor ist eben nicht zu unterschätzen, aber dennoch hüte ich mich, das Stück jemandem als supitoll und fantastisch zu empfehlen, nur weil die Schauspieler so niedlich durchs Publikum tollen. Objektiv gesehen ist es Mist, das ist mir schon klar.

» Gerbera » Beiträge: 9096 » Talkpoints: 4,74 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


Mir persönlich kommt es übrigens neben einer interessanten Handlung überwiegend auf eine möglichst interessante und spannende Musik an, und da sind meines Erachtens viele Musicals weniger ergiebig. In meiner Wahrnehmung klingt die Musik häufig entweder austauschbar, oder es handelt sich einfach um musicalkompatible Fassungen allseits bekannter Songs oder Schlager, was für mich nicht reizvoll genug ist, um mir das Musical ansehen zu wollen. Damit mir Musik gefällt, braucht es auch ein paar Ecken und Kanten (sprich: unerwartete Harmonien, komplizierte Rhythmen, gern auch mal ein Ausflug in andere Tonsysteme oder in die Atonalität). Doch meiner Erfahrung nach gleiten die meisten Musicals musikalisch gesehen zu harmlos dahin.

Benutzeravatar

» lascar » Beiträge: 2474 » Talkpoints: 483,04 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


Ähnliche Themen

Weitere interessante Themen

^