Welche Wahlkampfthemen werden langsam langweilig?

vom 24.09.2021, 19:35 Uhr

In verschiedenen Medien wird berichtet, dass der Wahlkampf 2021 gefühlt der langweiligste aller Zeiten war. Den Parteien, die einen Anspruch auf das Kanzleramt erheben, fehlt es an charismatischen Führungsfiguren, die dem Wahlkampf mal so richtig Drive geben könnten.

Die Wahlkampfinhalte ähneln sich zum Teil, wie die von vor 30 Jahren. Beispiele sind da, dass die Schere zwischen arm und reich immer mehr auseinanderklafft, sich Arbeit wieder lohnen muss oder dass man bezahlbaren Wohnraum schaffen will.

Habt ihr den diesjährigen Wahlkampf auch als ziemlich langweilig empfunden und was da ganz besonders? Welche Wahlkampfthemen hättet ihr denn gern mehr im Fokus gesehen, die zu wenig oder gar nicht berücksichtigt wurden?

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» Lupenleser » Beiträge: 625 » Talkpoints: 307,46 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Die Wahlkampfinhalte ähneln gar nicht denen von vor dreißig Jahren. 1990 war die deutsche Einheit und deren Finanzierung ein großes Thema, die Schere zwischen arm und reich eher nicht und dass sich Arbeit "wieder" lohnen muss, auch nicht. Und Wohnraum gab es in der ehemaligen sogenannten DDR eher zu viel, weil so viele Leute in den Westen gegangen sind. Auch Wohnraum im Westen war nicht so ein großes Thema wie im diesjährigen Wahlkampf. Europa und die Globalisierung waren auch kein vorherrschendes Thema und die Umwelt war hauptsächlich nur für die Grünen diskussionswürdig.

Ich finde den Wahlkampf im Vergleich zu früheren Jahren eher spannend, wenn man sich Runden anschaut, die mit Leuten aus der zweiten oder dritten Reihe besetzt sind. Zum Beispiel sind die Lösungsvorschläge für die CO2-Reduzierung in den Parteien sehr unterschiedlich. Ich hatte neulich eine sehr gute Diskussion mit einem Grünen an einem ihrer Stände und er konnte mich tatsächlich davon überzeugen, wenigstens meine Erststimme den Grünen zu geben. Die Trielle fand ich auch eher langweilig, weil alles im Vagen blieb und keiner einen Fehler machen wollte.

» blümchen » Beiträge: 3258 » Talkpoints: 34,35 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


Ich finde Wahlkampf muss gar nicht den Anspruch haben besonders spannend zu sein. Es geht um die Vermittlung von politischen Inhalten, dass man etwas erreichen will und nicht darum ein besonders spannendes Event zu liefern.

Sicherlich denkt man in vielen Punkten innerhalb einer Demokratie ähnlich, aber das ist ja auch vollkommen okay. Dieses Mal empfand ich es so, als ob keiner der Kandidaten so eine richtige Kante ist, die sich auch mal richtig durchsetzen kann und nach außen ein gutes Bild abgibt. Das Gefühl hatte ich bei Angela Merkel am Anfang aber auch nicht, also wird sich das ja vielleicht noch ergeben.

Man kann einfach froh sein in einem Land zu leben, was Wahlkampf uninteressant gestaltet findet, denn immerhin dürfen wir wählen und sind wir mal ehrlich, der Wahlkampf an sich ist ja auch schon teuer genug, da muss man das nicht so wie in Amerika gestalten mit großen Shows, nur damit alle zufrieden sind. Wer die Wahlprogramme liest, wird durchaus aber Unterschiede finden.

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» Ramones » Beiträge: 45744 » Talkpoints: 40,91 » Auszeichnung für 45000 Beiträge



Ich finde, dass ein Wahlkampf immer in gewisser Weise langweilig ist. Denn man sucht sich bewusst die Themen heraus, die in der Bevölkerung viel Aufmerksamkeit erregen und versucht diese zugunsten der eigenen Wählerschaft entsprechend in den Fokus zu rücken. In der Realität ist es nach jeder Wahl so, dass dann häufig nichts passiert.

Ich bin also auch sehr gespannt, wenn Scholz Kanzler wird, was es mit seinem Mindestlohn und 12 Euro Gelaber dann wirklich auf sich hat. Zumal man fairerweise sagen muss, der Mindestlohn gehört für alle und nicht nur besondere Berufsgruppen, so wurde es mir zugetragen, erhöht. Doch wenn ich immer höre, dass man das alles nicht stemmen kann, gucke ich ganz neidisch nach Norwegen, wo so vieles so gut läuft und die gar nicht in der EU sind.

Auch das Thema „Abschiebungen“ finde ich beispielsweise immer langweiliger. Denn die Realität ist, es gibt so viele Straftäter die hier sind, wieder frei hier her gekommen sind dank Afghanistan und mehr, dass wir trotzdem nie Herr werden, sie abzuschieben. Deutschland ist ein Lackaffenland, was das Thema angeht und deswegen höre ich da gar nicht mehr zu. Ich glaube denen kein Wort und kann das Erstarken gewisser Parteien in Zukunft daher absolut nachvollziehen, wenn es wieder ein 2015 geben sollte usw.

Ich finde es ohnehin viel wichtiger, dass man auch mal den Beamten finanziell an den Kragen geht. Kann nicht sein, dass die einen sehr guten Verdienst haben, am besten mit A12-15 ( kenne ich welche ), aber kaum Ausgaben tragen und von allem profitieren, aber hier der Steuerklasse 1 Arbeiter nur am blechen ist. Ich finde es einfach ungerecht in Deutschland und das sollte man auch entsprechend mal mehr berücksichtigen.

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» Kätzchen14 » Beiträge: 5842 » Talkpoints: 12,27 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



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