Welche Folgen, wenn CDU und CSU deutschlandweit wählbar?

vom 18.04.2021, 08:33 Uhr

Der CDU-Politiker Dennis Radtke hat neulich offen ausgesprochen, dass es denkbar sei, die CDU auf Bayern auszuweiten. Das würde wahrscheinlich bedeuten, dass sich auch die CSU in ganz Deutschland wählen lassen könnte. Was hätte das wohl für Folgen? Wie könnte sich die CDU gegen die CSU und vice versa die CSU gegen die CDU profilieren? Was unterscheidet die beiden überhaupt, außer dass sie einen unterschiedlichen Kanzlerkandidaten stellen möchten? Hätte die CDU gegen die CSU in Bayern überhaupt Chancen? Könnten beide Parteien im Gesamten ihre Wählerschaft vielleicht sogar vergrößern, indem die CSU Stimmen der AFD abbekommt, weil manche Wähler die CSU völlig falsch als weit rechts stehend einschätzen?

» blümchen » Beiträge: 2771 » Talkpoints: 14,08 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Ich glaube ja eher, dass es zum Nachteil beider Parteien wäre. Die Wählerschaft unterscheidet sich ja nun nicht so wahnsinnig groß. Sicherlich mag die CSU in manchen Dingen noch etwas konservativer sein als die CDU, aber als wirklich weltoffen würde ich die CDU jetzt auch nicht gerade bezeichnen.

So sehe ich jetzt nur wenig gravierende Unterschiede zwischen den beiden Parteien. Das heißt, sie müssten wenn sie gegeneinander antreten, ja erstmal ihre Profile schärfen. Und das wäre höchstwahrscheinlich eher weiter nach rechts rücken für die CSU und zur Mitte für die CDU. Natürlich kann das ein paar neue Wähler ansprechen.

Aber die Frage ist doch Nutzen und Risiko. So greift die CSU doch eh viele konservative Wähler ab und müsste sich um die paar übrig gebliebenen ganz streng konservativen oder nationalen oder wie wir sie auch immer nennen wollen mit der AfD und rechten Splitterparteien streiten und könnte damit aber für gemäßigte Wähler eher unwählbar werden. Und ob diese Wähler dann wirklich zur CDU

Und neue Wähler in der Mitte für die CDU finde ich auch schwierig. Klar ist das wohl das größte Wählerpotential. Aber da streiten sich ja auch genug Parteien darum. Egal ob nun SPD, FDP oder Grüne. Da muss man ja dafür sorgen, dass man dann als Partei nicht an dem einen Spektrum 10 Wähler verliert und die Schwesterpartei davon dann nur 5 davon gewinnt.

Ich glaube eher, dass es da zu viele Grabenkämpfe geben würde, die viele Wähler nerven und abschrecken werden und es zum Schaden beider Parteien wäre. Und machen wir uns doch nichts vor. Selbst mit dem Burgfrieden, dass keine Partei im Gebiet der anderen antritt, sind die doch schon oft kurz davor sich zu zerfleischen. Und wenn dieser Burgfrieden aufgekündigt wird, dann gibt es da kein Halten mehr.

» Klehmchen » Beiträge: 5074 » Talkpoints: 849,19 » Auszeichnung für 5000 Beiträge


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