Welche alternative Pädagogik findet ihr gut?

vom 13.10.2019, 19:11 Uhr

Immer öfter höre ich Klagen über das bestehende Schulsystem und ich habe das Gefühl, dass immer mehr nach Schulen mit alternativer Pädagogik sind. Es gibt da ja auch durchaus viel Angebot in verschiedene Richtung. Da gibt es Schulen, die sich sehr nach den Lehren von Maria Montessori richten, andere gehen eher nach dem Konzept von Freinet mit der Waldorfpädagogik und so weiter. Da gibt es ja durchaus viele verschiedene Konzepte oder eben Mischformen.

Mit welcher alternativen Pädagogik könntet ihr am besten euch identifizieren beziehungsweise, welche Pädagogik würdet ihr für eure Kinder am besten finden? Habt ihr auch speziell nach Schulen in dieser Richtung gesucht oder gehen eure Kinder eventuell sogar in so eine Schule? Was findet ihr an dem jeweiligen Konzept besonders toll? Gibt es auch Schattenseiten? Welche?

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» tournesol » Beiträge: 7643 » Talkpoints: 55,46 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Ich habe noch keine Kinder, allerdings habe ich vor meinem Studium eine Ausbildung im pädagogischen Bereich absolviert und da einige Einblicke in verschiedene Formen der sozialen Arbeit gewonnen. Ich bin überzeugt, dass ein autoritärer Erziehungsstil, wie es früher der Fall war, nicht der Schlüssel zum Erfolg ist. Dennoch muss ich sagen, dass mich auch die Konzepte nach Montessori und Waldorf nur bedingt überzeugen konnten. Hauptsächlich Schuld ist da in meinen Augen allerdings die Umsetzung sowie die Anwendbarkeit auf die Gesellschaft.

Beispielsweise habe ich einen Montessori-Kindergarten erlebt, welcher zwar offen gestaltet war und den Kindern entsprechend gutes, pädagogisch wertvolles Spielzeug bot, allerdings wurde dies nicht wirklich von den Erziehern gelebt. So entstand abseits von den eigentlichen Rahmenbedingungen wieder ein Zwang, welcher eigentlich bei Montessori nicht so vorgesehen ist. Ebenso besucht die Tochter einer Bekannten eine Waldorfschule. Hier ist das andere Extrem der Fall, so werden alle standardisierten Unterrichtskonzepte komplett verteufelt, was ich gerade in Hinblick auf die weitere Bildung nicht für sinnvoll halte.

Ich persönlich weiß nicht nicht, welches Kindergarten- beziehungsweise Schulkonzept ich für meine Kinder bevorzugen würde. Ich finde auch in der ,normalen Pädagogik' gibt es da extreme Unterschiede. Zum Beispiel konnte ich aus einer sehr kleinen Stadt, in welcher in der Grundschule auch Ansätze von Waldorf integriert waren. Dennoch hatten wir auch viel Unterricht nach Vorschrift und dennoch waren alle Kinder glücklich und ich hatte das Gefühl, dass wir uns gut entfalten konnten. Im Gymnasium wiederum gab es einige Lehrer die den Zwang schon sehr gelebt haben, was aber nicht unbedingt dafür sorgte, dass die Schüler strebsamer wurden. Eher blieben einige dadurch auf der Strecke.

Das beste Konzept was ich bisher erlebte war in meiner Abiturzeit. Hier bekam ich einen neuen Mathelehrer, welcher ganz viel von Selbststudium hielt. So gab es eine Art Präsenzvortrag und danach Aufgaben die in Gruppe und/oder alleine und nur im Notfall auch mit seiner Hilfe erledigt wurden. Die ersten Noten waren katastrophal, da das natürlich niemand so kannte und es ja bekanntlich einige gibt, welche in Mathe schwächeln. Mit der Zeit habe ich verstanden, wie wichtig es ist, sich selbstständig mit Sachverhalten auseinanderzusetzen. Weil er großes Verständnis für unser ,gewohntes Lernen' hatte, war er sogar bereit die erste Klausur zu wiederholen. Letztlich waren wir der beste Abiturjahrgang, auch wenn ihn am Anfang keiner sympathisch fand und ich konnte meine Mathenote tatsächlich von 3 auf 1 verbessern.

» bambi7 » Beiträge: 935 » Talkpoints: 5,03 » Auszeichnung für 500 Beiträge


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