War und ist Politik für euch ein Familienthema?

vom 27.03.2020, 00:36 Uhr

In meiner Kindheit und Jugend war Politik nie ein Familienthema. Meine Eltern sind zwar zu Wahlen gegangen haben uns aber auch da nie mitgenommen. Bis zu meinem 18. Geburtstag wusste ich also nicht wie so eine Wahlkabine aussieht und die Wahl tatsächlich abläuft. Ich wusste zwar wer unser Bundeskanzler - zu der Zeit Gerhard Schröder - war und wie unser Oberbürgermeister geheißen hat, aber mehr auch nicht. Meine Eltern haben immer die ein und selbe Partei gewählt, aber wieso und warum haben sie uns nie erklärt.

Welche Parteien es gab und gibt und wofür diese stehen habe ich dann erst in der 9. Klasse der Realschule in Sozialkunde gelernt. Meine beste Freundin dagegen war schon viel früher voll informiert. Für ihre Eltern gehörte Politik zur Allgemeinbildung. Die wusste immer über alle politischen Themen Bescheid und konnte auch mit 12/13 Jahren schon ohne Problem mit Erwachsenen mitdiskutieren.

Jetzt wo die Stichwahl für unseren Oberbürgermeister bevorsteht, reden und diskutieren wir auch am Esstisch hin und wieder über das Thema. Meine Tochter interessiert sich schon sehr dafür und stellt auch Fragen. Zur Wahl haben wir sie als Grundschulkind auch einmal ins Wahlbüro mitgenommen, damit sie sieht wie das da so aussieht und abläuft. Im Alltag ist politisches Geschehen aber auch bei uns kein so großes Gesprächsthema.

Ab welchem Zeitpunkt findet ihr es angemessen auch eure Kinder in politische Gespräche und Diskussionen mit einzubeziehen? Haben eure Kinder politisches Interesse oder kommt das Thema mangels Interesse bei euch eh nicht auf den Tisch?

» EngelmitHerz » Beiträge: 1390 » Talkpoints: 52,66 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Politik als Gesprächsthema in der Familie ist für mich vollkommen normal und um die Kinder mache ich mir da keine Sorgen. Ich bin mit Diskussionen um die Ergüsse der Bischofskonferenz, der Ärztekammer und des Gesundheitsministeriums aufgewachsen. Sicherlich gab es auch andere politische Themen, aber das waren die Hauptaspekte. Die Tagesschau gehörte dazu, seit ich lange genug aufbleiben durfte. Und ab der fünften Klasse mussten wir sowieso eine überregionale Tageszeitung lesen.

Das war nie problematisch, weil man als Kind so etwas einfach ausblendet, wenn man es noch langweilig findet. Und so lange etwas altersgerecht erklärt wird, wenn Nachfragen kommen, ist es kein Problem. Schwieriger als Politik fand ich den Holocaust für Dreijährige, als der Knirps ein recht drastisches Ausstellungsplakat entdeckt hat. Unsere Kinder kennen Gespräche über Politik seit der Geburt. Das hat die ewig nicht interessiert.

» cooper75 » Beiträge: 11863 » Talkpoints: 569,08 » Auszeichnung für 11000 Beiträge


Die Kinderseite der Tageszeitung habe ich bekommen sobald ich gut genug lesen konnte und die Kindernachrichten im Fernsehen habe ich wahrscheinlich noch früher angefangen zu schauen.

Ich habe aber auch immer schon die normalen Nachrichtensendungen mit angeschaut, weil wir nur einen Fernseher hatten und wenn ich im Wohnzimmer gespielt habe, habe ich die Sendungen logischerweise mitbekommen. Und Gespräche über Politik waren bei uns in der Familie auch schon immer ganz normal. Und irgendwann fängt man halt sich für die Gespräche zu interessieren und fragt nach.

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» Cloudy24 » Beiträge: 24577 » Talkpoints: 80,70 » Auszeichnung für 24000 Beiträge



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