Aufgabenstellung nicht eindeutig

vom 24.05.2009, 15:21 Uhr

Es geht mir hier vor allem um das Fach Mathematik. Im Unterricht ist es in letzter Zeit nämlich immer häufiger aufgetreten, dass Aufgabenstellungen im Buch nicht eindeutig formuliert waren, man konnte sie so oder eben so verstehen. Natürlich kommen dann ganz andere Dinge heraus.

So hatten wir die Phrase "Bestimme sie die Wahrscheinlichkeit, dass nicht alle ausgewählten Schüler Mädchen sind". Dies kann man einmal so deuten, dass auf jeden Fall ein Mädchen dabei sein muss (dann ist es eine aber nicht alle) oder dass auch gar kein Mädchen dabei ist (also die Gegenwahrscheinlichkeit der Aussage):

meine Frage ist nun, was passiert, wenn zum Beispiel in einer Klausur auch so eine Aufgabe kommt. Sollte ich dann vorsichtshalber aufschreiben, wie ich die Aufgabe verstehe oder hilft das eh nicht, da der Lehrer nur nach seiner Auffassung der Aufgabe benotet? Kann ich in diesem Fall irgendwie Protest einlegen (und vor allem, wenn mehrere die Aufgabe anders verstanden haben)?

» tomtom241 » Beiträge: 220 » Talkpoints: 0,33 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Ich habe mir das Ereignisse gerade vielleicht 5min angesehen und halte die Aussage für eindeutig. Die Wahrscheinlichkeit, dass nicht alle ausgewählten Schüler weiblich sind. Beschreibt die Wahrscheinlichkeit, dass der Fall, dass man nur Mädchen hat nicht eintritt. Ein anderes Ereignis kann ich aus dem Kontext jedenfalls nicht ableiten.

Vielleicht kannst du das ja nochmal genauer erläutern ;)

Generell heißt es in Klausuren aufmerksam lesen. Bei der Stochastik deutet ein "nicht" im Großteil aller Fälle auf ein Gegenereignis hin. Solltest du in einer Klausur eine Aufgabe falsch verstanden haben, kannst du dich im nachhinein beschweren insofern die Fragestellung wirklich doppeldeutig war. Ein bisschen gesunder Menschenverstand kann aber gerade in der Wahrscheinlichkeitsrechnung Wunder bewirken.

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» mich » Beiträge: 665 » Talkpoints: 2,91 » Auszeichnung für 500 Beiträge


mich hat geschrieben:Ich habe mir das Ereignisse gerade vielleicht 5min angesehen und halte die Aussage für eindeutig. Die Wahrscheinlichkeit, dass nicht alle ausgewählten Schüler weiblich sind. Beschreibt die Wahrscheinlichkeit, dass der Fall, dass man nur Mädchen hat nicht eintritt. Ein anderes Ereignis kann ich aus dem Kontext jedenfalls nicht ableiten.

Vielleicht kannst du das ja nochmal genauer erläutern ;)

Die meisten Schüler sahen es eben so, dass ein gewisser Teil aus Mädchen bestehen muss, aber eben nicht alle Mädchen sein dürfen. Sich er ist dies nicht unbedingt das beste Beispiel um so eine Frage zu klären, aber doch ein recht Gutes, da du ja siehst, dass man es wirklich unterschiedlich deuten könnte.

Wenn du den richtigen Kontext erschlossen hast, ist es im Übrigen klar, dass du den anderen Fall als nicht kontextbezogen deuten würdest, ging mir auch so ;)

» tomtom241 » Beiträge: 220 » Talkpoints: 0,33 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Also für mich heißt das eindeutig, dass mindestens 1 Junge dabei sein muss. Es dürfen halt nur nicht alles Mädchen sein. Also Wahrscheinlichkeit dafür ausrechnen, dass man nur Mädchen wählen würde und von 1 abziehen, fertig bist du. Damit ist die Aufgabe schon gelöst, noch bevor du mit diskutieren fertig bist, wie es denn nun gemeint ist ;)

Aber davon abgesehen ist es erst einmal wichtig, dass du das was du verstanden hast, auch so aufschreibst und berechnest. Wenn das alles richtig ist und daraus ersichtlich wird, dass du die Aufgabe einfach nur anders verstanden hast, lassen ja die Lehrer auch oft mit sich reden und man bekommt dennoch die Punkte, wenn man denn die falsche These richtig berechnet hat.

» Klehmchen » Beiträge: 5497 » Talkpoints: 1.016,89 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



Also es gibt meiner Meinung nach zwei Möglichkeiten mit so einem Problem klar zu kommen.

Als erstes würde ich (auch während der Klausur) beim Lehrer einfach nachfragen, wie die Aufgabe nun zu verstehen ist. Der Lehrer ist sicher nicht daran interessiert euch rein zu reiten und nichts zu erläutern, nur weil ihr die Aufgabe vielleicht anders interpretieren würdet, wie es der Lehrer täte.

Und da wären wir bei der zweiten Lösung, dass wenn er sich doch nicht dazu äußern möchte und ihr die Aufgabe aus eurer Sicht richtig und aus der Sicht des Lehrers falsch gelöst habt, ihr dann eine Erklärung diesbezüglich abgebt, wie ihr die Aufgabe verstanden habt. Wenn er damit einverstanden ist, muss er für diesen Rechenweg eine Lösung erstellen, nach der er euch dann bewertet oder er ist nicht eurer Meinung, dann würde ich einen zweiten Lehrer oder gegebenenfalls den Rektor einschalten und ihm die Sachlage erklären.

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» Nettie » Beiträge: 7637 » Talkpoints: -2,59 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


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