Stellt die SPD ihre Leistungen zu wenig heraus?

vom 11.07.2021, 07:40 Uhr

Ich habe in meinem Leben bei Bundestags-, Landtags- und Kommunalwahlen schon CDU, SPD, FDP und die Grünen gewählt. Dieses Jahr ist es für mich mal wieder an der Zeit SPD zu wählen. Ich habe die große Sorge, dass die soziale Schere zu weit auseinandergeht. Ich kenne Leute, die unfassbar viel Geld verdienen, und andere, die genauso viel arbeiten oder, jetzt im Rentenalter, gearbeitet haben, die um den Faktor zehn weniger haben. Die SPD ist für mich die einzige Partei, die sich in realistischer Weise bemüht, dem entgegen zu wirken.

Ich verstehe auch gar nicht, dass diese einstmals so große Partei so weit absinken konnte. Esken ist zwar nicht meine Lieblingspolitikerin, aber es gibt da doch noch so Leute wie Hubertus Heil und Lars Klingbeil. Jede Partei hat Politiker, die ich gut finde und solche, die ich gar nicht mag. Die SPD hat sehr viel erreicht, kann das aber irgendwie nicht so gut darstellen. Mindestlohn, Mindestvergütung für Auszubildende, Erhöhung Kindergeld, gerechte Aufteilung vom Zusatzbeitrag für die Krankenversicherung, Soli und vieles mehr.

Ich behaupte auch, dass die SPD sich für den Umweltschutz mittlerweile genau engagiert einsetzt wie die Grünen, bei denen mir ein wenig das sichtbare Interesse für die sozial Schwachen fehlt. Ich bin in einem Umfeld, wo die Leute bei Ohne einkaufen, mit ihrem E-Auto zum Bauern fahren, vegan essen oder mit dem Wohnmobil durch Deutschland reisen, unberührte Natur zertrampeln und stolz darauf sind, nicht in den Urlaub zu fliegen. Andere können sich weder das Fliegen noch ein Wohnmobil leisten. Die sitzen im Park und tun wesentlich mehr für die Umwelt, indem sie sich zum Beispiel statt neuer Naturholzmöbel Möbel im Gebrauchtwarenkaufhaus holen.

Stellt die SPD ihre Leistungen zu wenig heraus? Was hat sie in euren Augen geleistet und was wird sie in Zukunft wohl leisten? Habt ihr auch Angst, dass die soziale Schere zu weit auseinandergeht und welche Auswirkungen hätte das auf die Gesellschaft?

» blümchen » Beiträge: 3008 » Talkpoints: 2,11 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Ich denke dass ist einfach ein grundsätzlich Problem, wenn du in einer Koalition der kleinere Partner bist. In der Regel verbindet man bei guten Sachen, die eine Regierung macht, das immer mit der großen Partei. Die ist einfach präsenter. Und dann kommt natürlich im Fall der SPD dazu, dass sie durch ihre Regierungsverantwortung eben auch allerlei Kompromisse mitgetragen hat, die nicht immer ganz so sozial waren. Aber das ist natürlich etwas was man machen muss, wenn man in einer Regierung ist.

Das aber zu verstehen fällt eben vielen Wähler schwer. Die SPD hat für viele Wähler ganz sozial und möglichst weit links zu sein. Dass sie damit in einer großen Koalition an einigen Stellen nicht koalierbar wäre, ist dann egal. Die SPD hat sich aber ihrer Verantwortung gestellt und trotzdem Regierungsverantwortung übernommen, damit Deutschland eben nicht ohne Regierung da steht.

Und dann kommt natürlich dazu, dass die SPD sich selbst viel zu viele Grabenkämpfe geliefert hat. Und es eigentlich immer irgendein Theater in der SPD gab über das man berichten konnte, statt über ihre Erfolge. Da hat sie sich auch selber viel Schaden eingebrockt.

» Klehmchen » Beiträge: 5188 » Talkpoints: 889,89 » Auszeichnung für 5000 Beiträge


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