Sollte Gerhard Schröder weiterhin Kontakt zu Putin halten?

vom 13.08.2022, 17:59 Uhr

In den letzten Monaten, vor allem zu Beginn des Ukrainekrieges, hat Gerhard Schröder durch seine Nähe zu Putin, von der auch öffentlich nicht lassen wollte, sehr viel Kritik einstecken müssen. Als letzten Versuch einer Kommunikation oder wohl eher dem Bemühen, die eigene Weste reinzuwaschen, hat er einen verzweifelten Versucht gewagt, noch einmal nach Moskau zu reisen, um mit dem dortigen Staatschef zu beraten.

Dass dieses Ansinnen nicht von Erfolg gekrönt war, hätte man sich vorher denken können, sodass man sich schon fragen konnte, worum es Schröder eigentlich in Wahrheit ging. Auch kürzlich sagte er in einem Interview mit dem Spiegel, seiner Meinung nach sollten die Gesprächskanäle zu Putin offengehalten werden, weil ein Krieg nicht auf dem Schlachtfeld, sondern nur in Gesprächen enden kann. Schwierig, wenn eine Seite gar nicht reden will.

Glaubt Schröder seine Argumentation selbst und könnte wirklich Erfolg haben, Putin zu irgendeiner Form des Einlenkens bewegen zu können oder ist das nur nach außen ein Schein, weil er anderes auf seiner Agenda stehen haben könnte? Geht es ihm wirklich um ein politisches Ansinnen oder mehr darum, in der Öffentlichkeit seinen Ruf wiederherzustellen?

» Verbena » Beiträge: 4541 » Talkpoints: 2,22 » Auszeichnung für 4000 Beiträge



Ich finde Herrn Schröder ziemlich undurchsichtig und kann nicht sagen, worum es ihm tatsächlich geht. Natürlich ist es immer wichtig, nach Möglichkeit miteinander zu reden und so Lösungen zu erarbeiten. Aber in der momentanen Situation ist das alles andere als einfach. Ich kann mir vorstellen, dass Herr Schröder einfach sein Ansehen auf beiden Seiten erhalten möchte und deswegen zu Gesprächen rät.

» Barbara Ann » Beiträge: 28751 » Talkpoints: 63,05 » Auszeichnung für 28000 Beiträge


Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass Gerhard Schröder als langjähriger Politiker, der mit den Mächtigen der Welt verkehrt hat, es nicht einschätzen kann, was er allein mit einem netten Kaffeeplausch mit Putin bewirken kann. Also es wird ihm schon klar gewesen sein, dass sich dadurch an der Politik Putins nicht wirklich etwas ändern wird. Alles andere würde mich unheimlich überraschen.

Auf der anderen Seite weiß er aber als Politiker, der ja seine Erfolge nicht nur durch seine tolle Politik errungen hat, sondern weil er eben eine gewisse Außendarstellung hatte und sich gut inszenieren konnte, sehr gut darum, wie man etwas verkaufen kann.

Von daher denke ich ganz einfach ging es ihm darum, irgendwie seine Verbindungen nach Moskau aufrecht zu erhalten, da diese ihm ja einen sehr guten Lebensabend finanzieren und gleichzeitig irgendwie so zu tun als würde ihm ja etwas an einer Lösung liegen. Also ich denke es ging da einfach um eine Inszenierung und um sonst nichts.

Und ganz ehrlich, ob er da jetzt weiter Kontakt hält oder nicht, ist mir eigentlich egal. Das muss er mit seinem Gewissen vereinbaren. Und er hat jetzt Jahre lang seine Klappe gehalten und in Russland abkassiert, da macht das jetzt auch keinen Unterschied mehr.

» Klehmchen » Beiträge: 5382 » Talkpoints: 970,25 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



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