Sind neue StVo-Strafen für Raser tatsächlich überzogen?

vom 14.05.2020, 20:54 Uhr

Seit Ende April drohen Rasern ja härtere Strafen. Ab 21 km/h bzw. 26 km/h überschrittenem Tempo droht, neben 80 Euro Strafe und einem Punkt in Flensburg ein Monat Fahrverbot. Bisher dies bei einmaligem Verstoß erst ab 31 km/h im Ort und 41 km/h außerhalb der Fall. Das Rasen wurde mit der Änderung auch innerorts und außerorts teurer. Es verdoppelten sich die möglichen Bußgelder bis zur 20-km/h-Marke. Bei bis 10 km/h zu schnell drohen innerorts nun 30 Euro, bis 15 km/h 50 Euro und bis 20 km/h 70 Euro. Außerorts sind es nun 20, 40 und 60 Euro.

Jetzt will Verkehrsminister Andreas Scheuer die härteren Strafen für Raser aber teilweise wieder zurücknehmen. Er überarbeitet wohl den Teil Bußgeldkatalogs nochmal. Kritiker (wie der ADAC und die FDP) halten diese Strafen nämlich für überzogen. Aus diesem Grund rudert der Verkehrsminister Scheuer wohl zurück. Findet ihr die aktuellen neuen Strafen auch überzogen? Was haltet ihr davon dass Scheuer jetzt wieder zurückrudert?

» Huibuu » Beiträge: 389 » Talkpoints: 27,19 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Ich finde die neuen Regelungen ehrlich gesagt nicht überzogen. Man muss sich schließlich mal vor Augen führen, was eine solche Tempoüberschreitung für ein hohes Gefährdungspotential birgt. Vor allem innerorts in einer schlecht einsehbaren 30-er-Zone finde ich ein Tempo von 50 km/h Plus absolut verantwortungslos und eine entsprechende Strafe nur sinnvoll und nachvollziehbar.

Mag sein, dass man auf der Autobahn bei ohnehin sehr hohen Geschwindigkeiten schneller mal zum Übertritt der Höchstgrenze neigt, aber auch da liegt meines Erachtens nach die Trennung zwischen 130 und 150 km/h oder 180 und 200 km/h noch in einem Bereich, den man aktiv wahrnehmen und steuern können sollte.

Nun bin ich selber jemand, der schon seit Erlangen des Führerscheins sehr penibel nach den Geschwindigkeitsrichtwerten fährt und noch nie im Leben geblitzt oder für zu schnelles Fahren angehalten wurde. Ich habe kein Bedürfnis danach, mehr als 130 km/h auf der Autobahn zu fahren, außer mal temporär im Überholvorgang. Daher fällt es mir auch nicht schwer, die Regeln einzuhalten, und ich werde aller Wahrscheinlichkeit nach auch weiterhin konform danach fahren.

Freunde und Bekannte von mir sind zum Teil aber richtige notorische Raser und haben von mir dafür auch schon Kritik geerntet. Da wären einige Kandidaten dabei, die möglicherweise für einen Monat den Lappen einbüßen würden. Aber vielleicht braucht es eben auch mal strengere Maßnahmen, um die Leute zur Einhaltung der Tempolimits zu erziehen - und vor allem, um die Verkehrsunfälle zu reduzieren.

» MaximumEntropy » Beiträge: 7698 » Talkpoints: 849,04 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


Das Fahrverbot für das Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit innerorts und auch außerorts wurde inzwischen ja wieder zurückgenommen. Es gibt jetzt nur noch erhöhte Bußgelder. für die Vergehen. Ein Fahrverbot hätte vielleicht bei dem ein oder anderen notorischen Raser mehr bewirkt, als ein erhöhter Bußgeldbetrag. Auch 30er-Zonen sind in der Regel gut ausgeschildert, sodass man wirklich von jedem Autofahrer erwarten kann, dass er sich an die Geschwindigkeiten hält. Zumindest im vorgegebenen Rahmen. Ich fürchte diese höheren Bußgelder schmerzen nicht jeden, zumindest nicht so sehr wie Fahrverbote. Ich hätte mir also gewünscht Scheuer wäre standhaft geblieben.

» EngelmitHerz » Beiträge: 2503 » Talkpoints: 52,13 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



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