Probleme bei Wohnungsauflösung

vom 14.08.2019, 08:57 Uhr

Meine Schwester und ich müssen die Wohnung unserer Eltern auflösen. Unsere Eltern kamen vor etwa 3 Monaten in ein Altenheim, Vater starb vor 3 Wochen, Mutter ist dement. Meine Schwester wohnt in einer anderen Wohnung im gleichen Mietshaus und ich wohne im Ausland. In den 3 Monaten war ich zweimal dort, um ihr zu helfen, das zweite Mal hauptsächlich zur Beerdigung.

Meine Sorge ist: Sie scheint nicht weiterzukommen mit der Auflösung der Wohnung. Ende September muss das fertig sein. Wir, mein Mann und ich, waren im Juni eine Woche dort und haben so viel wie möglich erledigt. Wir haben einen Großteil der Möbel zur Müllkippe gefahren und natürlich auch erst alle Schränke ausgeräumt und sortiert, vieles in Kartons gepackt, auch viel weggeworfen.

Als wir dann zwei Monate später wiederkamen, war sie kaum weitergekommen. Sie wollte versuchen das Schlafzimmer der Eltern und das Klavier zu verkaufen. Ich hatte Anzeigen bei Ebay gemacht, aber das Interesse war nicht so groß. Dann merkte ich, dass sie nicht mal die Schränke im Schlafzimmer ausgeräumt hatte. So kann man sie ja nicht verkaufen. Ich habe auch den Sperrmüll für sie bestellt, aber sie hat nur die kleineren Teile abholen lassen, den Küchenschrank hat sie nicht auseinander bekommen. Aber sie hat Herd und Kühlschrank abholen lassen.

Nun bin ich aber nervös wegen dem Rest. Ich schätze wir brauchen da einen Entrümpelungsdienst. Das kann man ja machen. Hauptsächlich habe ich Sorge wegen der Dinge, die man aufheben will. Wir haben ja da das Meiste eingepackt und in den Keller der Eltern gestellt. Aber der muss ja auch leer gemacht werden. Meine Schwester hat uns weder in ihre Wohnung noch in ihren Keller hineingelassen. Wir haben ja versucht, sie zu überreden, ist doch keine Sache, wenn Unordnung im Keller ist. Man kann doch die Kartons reinstellen.

Aber nein. Es würde mich doch sehr wurmen, wenn da alle Sachen (hauptsächlich das feinere Geschirr, Kristallgläser und so) weggeworfen würden, nur weil meine Schwester sie nicht in ihren Keller stellen will. Und das ist jede Menge Platz, gar kein Problem. Ich habe nämlich mit dem Handy durch einen Spalt hineinfotografiert. Da ist Unordnung - klar. Aber wenn man alles auf eine Seite legt, ist reichlich Platz. Was kann ich da machen??

» Stockholm » Beiträge: 28 » Talkpoints: 7,97 »



Wenn deine Schwester die Sachen nicht haben will, wieso soll sie dann für dich ihren Keller zumüllen? Stell die Sachen doch in deinen eigenen Keller oder entsorgt/verkauft die Sachen anderweitig.

» Sternenbande » Beiträge: 1823 » Talkpoints: 70,37 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Sternenbande hat geschrieben:Wenn deine Schwester die Sachen nicht haben will, wieso soll sie dann für dich ihren Keller zumüllen? Stell die Sachen doch in deinen eigenen Keller oder entsorgt/verkauft die Sachen anderweitig.

Ich wohne in Schweden, sie wohnt im gleichen Haus wie meine Eltern. Ich bin schon zweimal hingeflogen in den letzten drei Monaten, ich kann es mir im Moment nicht leisten noch mal hinzureisen. Außerdem arbeite ich, meine Schwester ist arbeitslos. Und wer sagt, dass sie die Sachen nicht haben will? Sie will kaum etwas wegwerfen, ich habe ja dafür plädiert, mehr wegzuwerfen.

» Stockholm » Beiträge: 28 » Talkpoints: 7,97 »



Ich kann es schon nachvollziehen. Man wohnt weiter weg und kann selber nichts machen. Andererseits dürfte eine Mietwohnung nach 3 Monaten frei sein müssen. So lange ist die Kündigungsfrist bei Mietwohnungen.

Auf der anderen Seite ist es unheimlich stressig, die Sachen eines Bekannten oder Verstorbenen zu durchwühlen oder in den Müll zu werfen. Natürlich hat keiner damit gerechnet und alles liegt kreuz und quer, weil die alten Leuten niemandem zu Last fallen wollten und es nicht mehr richtig schaffen. Da braucht man wirklich sehr viel Aufmunterung.

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» Juri1877 » Beiträge: 6574 » Talkpoints: 9,45 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



Deine Schwester will/kann nicht wirklich und du kannst es im Moment auch nicht. Also bestell Profis, die alles einpacken und lass es einlagern. Kostet nicht viel, aber du kannst dich dann halt später darum kümmern, wenn du Zeit hast. Und die Wohnung wäre dann auch pünktlich geräumt.

» Punktedieb » Beiträge: 16548 » Talkpoints: 84,99 » Auszeichnung für 16000 Beiträge


Juri1877 hat geschrieben:Ich kann es schon nachvollziehen. Man wohnt weiter weg und kann selber nichts machen. Andererseits dürfte eine Mietwohnung nach 3 Monaten frei sein müssen. So lange ist die Kündigungsfrist bei Mietwohnungen.

Auf der anderen Seite ist es unheimlich stressig, die Sachen eines Bekannten oder Verstorbenen zu durchwühlen oder in den Müll zu werfen. Natürlich hat keiner damit gerechnet und alles liegt kreuz und quer, weil die alten Leuten niemandem zu Last fallen wollten und es nicht mehr richtig schaffen. Da braucht man wirklich sehr viel Aufmunterung.

Wenn man die Wohnung direkt kündigt, sind es normalerweise 3 Monate. Meine Schwester fand, man könne die Eltern nicht so damit überfallen, dass die Wohnung gekündigt werden muss, als sie ins Heim zogen. Daher wurde erst im nächsten Monat gekündigt. Eigentlich hatten meine Eltern sowieso 9 Monate Kündigungsfrist, weil sie schon ewig lange dort wohnen, aber der Vermieter war einverstanden mit 3 Monate in diesem Fall.

So sehr viele Sachen sind es eigentlich nicht, es ist eine Wohnung von 55 Quadratmeter. Was mich wunderte, nicht mal Schulhefte von uns (meine Schwester und ich sind über 50) wurden im Laufe der Jahre entsorgt. Ich meine jetzt, leere Hefte. D.h. seit den 80iger Jahren scheint man nicht mal aussortiert zu haben. Eigentlich ist es inzwischen ziemlich übersichtlich. Aber wenn meine Schwester es nicht macht, muss halt eine Entrümpelungsfirma dran.

Punktedieb hat geschrieben:Deine Schwester will/kann nicht wirklich und du kannst es im Moment auch nicht. Also bestell Profis, die alles einpacken und lass es einlagern. Kostet nicht viel, aber du kannst dich dann halt später darum kümmern, wenn du Zeit hast. Und die Wohnung wäre dann auch pünktlich geräumt.

Das ist halt schwierig, wenn sie SAGT sie macht es. Denn dann hat man ja damit praktisch gezeigt, dass man überzeugt ist, dass sie es nicht macht/kann. Sie ist ja in der Hinsicht so empfindlich, von wegen "warum sollte ich das nicht hinkriegen?" Weil sie bisher nicht das getan hat, was sie tun wollte?

Aber ich mache das jetzt so, dass ich auf jeden Fall den Entrümpelungsdienst bestelle und dann sollen die halt den Rest wegwerfen. Damit ist meine Schwester auch inzwischen einverstanden. Vielleicht könnte ich denen sogar sagen: "Wenn meine Schwester nicht die Kartons, die im Keller der Eltern stehen, in ihren Keller rübergetragen hat, können Sie die dann einlagern?" Ja, wenn das geht? Vielleicht können die sogar den Kleiderschrank, den ja meine Schwester haben will, nach oben zu ihr bringen? Allein kriegt sie den doch nicht die Treppe hoch. Wieder zusammenbauen ist dann natürlich noch ein Problem, aber kein akutes.

» Stockholm » Beiträge: 28 » Talkpoints: 7,97 »


Stockholm hat geschrieben:Eigentlich hatten meine Eltern sowieso 9 Monate Kündigungsfrist, weil sie schon ewig lange dort wohnen, aber der Vermieter war einverstanden mit 3 Monate in diesem Fall.

An der Stelle muss ich ein wenig schmunzeln. Der Vermieter ist nicht einfach nur nett, er kommt schlicht der aktuellen Gesetzgebung nach und tut euch keinen Gefallen. Die alte Regel, dass es bis zu einem Jahr Kündigungsfristen für einen Mieter gibt, in Abhängigkeit von der Dauer des Mietverhältnisses, gibt es nämlich schon länger nicht mehr. Für Mieter gelten pauschal nur noch drei Monate, wenn sie das Mietverhältnis kündigen wollen, die verlängerten Zeiten haben nur für die Kündigung durch den Vermieter Bestand.

Mittlerweile scheint sich das Problem mit der Wohnung ja so langsam und allmählich zu lichten. Nach der Schilderung einer 55 m² Wohnung muss diese aber auch sehr voll gewesen sein, wenn das so lange dauert und so unglaublich viel Zeug drin gewesen ist. Vielleicht war oder ist deine Schwester, auch geschuldet durch die Umstände der räumlichen Nähe in Verbindung mit Schock und Trauer, völlig überwältigt von der Aufgabe. Ich würde ihr keine bösen Absichten unterstellen. Für diejenigen, die direkt vor Ort wohnen und alles hautnah mitmachen, ist die Belastung sehr viel größer als mit genügend räumlichem Abstand.

Warum möchtest du das Geschirr und die Gläser behalten? Sind die Sachen für dich selbst? So teuer ist ein Paket nach Schweden bis zwanzig Kilo nicht, vor allem nicht im direkten Vergleich mit einer Einlagerung der Sachen für die man dann jeden Monat Miete zahlen muss. Unter finanziellen Gesichtspunkten lohnt sich das aber alles nicht, der Marktwert von Geschirr und Glas, selbst wenn es hochwertiges Bleikristall und von bekannten Manufakturen ist, liegt mittlerweile erschreckend niedrig.

» Verbena » Beiträge: 4019 » Talkpoints: 1,10 » Auszeichnung für 4000 Beiträge



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