Online Privatschule eine gute Sache zum Homeschooling?

vom 12.09.2021, 07:53 Uhr

Ich habe vor kurzem gesehen, dass es für Kinder, die im Ausland leben und Homeschooling nutzen, die Möglichkeit haben eine Online Privatschule zu nutzen. Dort kann man dann entsprechend auch Prüfungen ablegen, um den Stand der Dinge zu checken. Einen Abschluss muss man dann aber als Nichtschülerprüfung in Deutschland machen. Findet ihr das eine gute Alternative zum Homeschooling durch die Eltern? Was denkt ihr über solche Systeme? Würdet ihr euch darauf verlassen, dass das klappt?

Benutzeravatar

» Ramones » Beiträge: 45691 » Talkpoints: 20,50 » Auszeichnung für 45000 Beiträge



Online Schule ist für Kinder überhaupt nicht gut. Sie brauchen nicht nur den Kontakt zu Gleichaltrigen, sondern auch den direkten Kontakt zu den Lehrern und Lehrerinnen. Selbst die meisten älteren Schule tun sich schwer mit Online-Unterricht. Zudem kommt es darauf an, wie der Unterricht abläuft. Das kann ja ganz unterschiedlich sein. Die Stunden können zum Beispiel aus reinem, nicht interaktivem Videomaterial bestehen oder aus einer Konferenz, wo der Lehrer seine Schüler sieht und diese die Lehrer und wo sie auch fragen können.

Homeschooling ist natürlich wegen des fehlenden Kontakts mit vielen anderen Kindern auch nicht optimal, erst recht nicht, wenn die eigenen Eltern alles übernehmen. Das geht ja auch meistens gar nicht. Ich hätte meinen Kindern zum Beispiel kein vernünftiges Englisch oder Musik beibringen können. Auch bei Gedichtinterpretationen hätte ich mich schwer getan. Es ist in meinen Augen immer noch am besten, mit anderen Kindern zusammen zu lernen.

Wenn aus irgendwelchen Gründen eins von beiden sein muss, dann würde ich eine Online Schule suchen, die den Unterricht per Videokonferenz mit anderen Kindern zusammen macht und wo ein direkter zumindest akustischer und visueller Kontakt herrscht.

» blümchen » Beiträge: 3196 » Talkpoints: 9,64 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


Ramones, in Deutschland herrscht Schulpflicht. Mit Online-Privatschulen und Nichtschülerprüfung kommst du also nicht weiter. Da ist es vollkommen egal, was irgendwer davon hält, denn es ist nicht erlaubt. Außerdem ist eine ausländische Privatschule wohl kaum geeignet, auf deutsche Prüfungen vorzubereiten. Da tun sich schon deutsche Privatschulen, deren Schüler die Nichtschülerprüfung ablegen, schwer mit, obwohl sie Erfahrung haben.

» cooper75 » Beiträge: 12245 » Talkpoints: 646,81 » Auszeichnung für 12000 Beiträge



Wenn man im Ausland wohnt, kann man sehr wohl eine von Deutschland anerkannte Online Schule besuchen, wie hier zum Beispiel. Wie ich den Thread verstanden habe, ging es ja um Schüler, die im Ausland sind. Und externe Abschlüsse sind immer möglich, wenn man vorher aus irgendwelchen Gründen keine Schule besuchen konnte. Es gibt genügend Institute in Deutschland, die auf alle Abschlüsse, wie etwa Quali, mittlere Reife oder Abitur vorbereiten. Man kann es aber auch selber machen.

Einer meiner Söhne hat die Schule wegen einer psychischen Krankheit abbrechen müssen. Er hat sich dann später einfach für die Nichtschülerprüfung an der FOS angemeldet und dort das Abitur gemacht, ohne irgendwelche Kurse oder die Schule besucht zu haben, nur durch eigene Vorbereitung. Hier ist natürlich das Alter zu beachten, wegen Schulpflicht. Oft sind es Leute, die Probleme hatten und den Abschluss später machen oder wegen Krankheit die Schule nicht besucht haben. Aber der Grund kann auch ein Auslandsaufenthalt sein.

» blümchen » Beiträge: 3196 » Talkpoints: 9,64 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Ich bin mit den rechtlichen Voraussetzungen von Homeschooling nicht vertraut, aber wieso sollte man seine Kinder nicht im "Ausland" in die Schule schicken? Ach, du möchtest zwar auf Bali (oder sonst wo) die niedrigen Lebenshaltungskosten, einheimisches Personal und das schöne Wetter mitnehmen, aber die Schulen dort sind für deutsche Ansprüche nicht gut genug? Am Ende müssten Siegfried und Brunhilde in der Großstadt ins Internat? Pech, dann bleib halt daheim und lass die Indonesier in Ruhe.

Ich habe nichts als Verachtung übrig für Leute, die zwar "auswandern" wollen, aber ihre schöne, ordentliche deutsche Lebenswelt so gut wie möglich mitnehmen und sich nur so weit auf die andere Kultur mit ihren Vor- und Nachteilen einlassen, wie es nicht anders geht. Sprich, auf keinen Fall die ach so schwierige Sprache lernen - wer braucht später schon Balinesisch? Und Einheimische bitte maximal als Personal sollen sich doch freuen, wenn die Expats die Kohle so locker sitzen haben.

Und auch der Nachwuchs soll bitte möglichst unter sich bleiben, schließlich sind wir immer noch Deutsche, für die andere Regeln gelten. Ich denke mir, wenn schon "Ausland", dann richtig. Mit dem Esel Wasser holen gehen würde ich als verwöhnte Westlerin zwar auch nicht wollen, geschweige denn schaffen, aber wenn du dich nicht auf die Lebensumstände in der neuen Heimat einlassen willst, wieso belästigst du dann die Leute dort?

» Gerbera » Beiträge: 9905 » Talkpoints: 3,10 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


Warum noch mal werde ich jetzt von euch verbal angegriffen? Habe ich gesagt, dass ich das so machen möchte? Es gibt durchaus im Ausland lebende Deutsche, die ihr Kind sonst nur im Homeschooling unterrichten und da finde ich das schon eine gute Lösung, mag man mich für bescheuert halten oder nicht und das heißt auch nicht, dass ich das machen will, aber ich denke Bildung ist immer wichtig und wenn man sich für so einen Weg entscheidet, dann ist es vielleicht über eine solche Lösung sinnvoller.

Ich würde auch irgendwann gerne im Ausland leben, aber das würde für uns alle heißen, dass wir die Sprache lernen und uns auch anpassen. Ich würde im Leben nicht auswandern und die Sprache nicht kennen oder meinen Kindern die Sprache nicht vermittelt zu haben. Das kann dann ja auch nur schiefgehen. Für mich ist die Bildung meiner Kinder sehr wichtig, aber ich finde solche Freilernerfamilien schon irgendwie spannend, weil ich das als sehr schwer empfinde ein Kind alleine so auf eine Zukunft vorzubereiten, dass das auch etwas wird.

Benutzeravatar

» Ramones » Beiträge: 45691 » Talkpoints: 20,50 » Auszeichnung für 45000 Beiträge


Blümchen, es nützt ja nichts, wenn du im Ausland bist. Die Nichtschülerprüfung kannst du in Deutschland nur ablegen, wenn du hier deinen Wohnsitz hast. Zuständig ist beispielsweise in meinem Bundesland die Bezirksregierung deines Wohnsitzes. Die örtliche Privatschule liegt an der Grenze von zwei Regierungsbezirken. Die Schüler von der "falschen Seite" müssen sich rechtzeitig bei ummelden und "offiziell" bei Mitschülern oder Lehrern ihren Wohnsitz haben , damit sie nicht woanders zu anderen Terminen geprüft werden. Mein Mann kann ein Lied davon singen. Der hat Mittlere Reife und Abitur auf der Privatschule mit externer Prüfung gemacht.

Außerdem ist ein Schulbesuch vorher ja weder online, noch offline nötig. Ich habe mich auch nur angemeldet und fertig. Nur sehe ich das nicht als gute Option an, wenn es anders geht. Denn selbst von den teuren Privatschulen mit kleinen Klassen und bester Vorbereitung fallen extrem viele durch. Und für das Abitur gilt: Zwei Versuche und dann ist es lebenslang vorbei. Da muss es ja nicht unbedingt die schwerere Prüfung sein, die Nerven kostet.

So liegt außerdem das Problem mit Schule im Ausland? Meine Kinder haben Schulen in zwei verschiedenen Ländern besucht und dabei drei Sprachen gelernt. Der Große ist nach einem Ausflug ins deutsche Schulsystem wieder zurück und macht seinen Abschluss dort. Das war sein größter Wunsch. Hier wird das anerkannt, falls er nach der Schule hier leben möchte. Ich befürchte aber, er bleibt dort.

Überall wäre Homeschooling erlaubt gewesen. Aber eine "deutsche Online-Privatschule" hätte da mal gar nichts genützt. Denn wir hätten in beiden Ländern mit regelmäßigen Prüfungen nachweisen müssen, dass wir die Vorgaben des dortigen Lehrplans erfüllen. Sollen die armen Blagen etwa doppelt lernen?

Außerdem funktioniert die neue Sprache und das Einleben in der Nachbarschaft nun einmal erheblich besser, wenn die Kurzen zur Schule gehen und Freunde finden. Das klappt online eher weniged.

» cooper75 » Beiträge: 12245 » Talkpoints: 646,81 » Auszeichnung für 12000 Beiträge



Ich verstehe hier die ganze Aufregung nicht. @cooper, wir haben, soweit ich das verstehe, ja dieselbe Meinung. @Gerbera, ich finde deine Antworten ja im allgemeinen immer sehr lustig, aber das hier ist ein bisschen hart. Man kann doch aus den verschiedensten Gründen ins Ausland gehen und dort eventuell sehr abgeschieden wohnen, etwa in Australien im Outback, wo ein Schulbesuch nicht möglich ist. Vielleicht ist man auch als Wasserbau-Ingenieur in einem Entwicklungsland und baut dort einen Staudamm oder als Arzt. Dann würde ich mir auch überlegen, wie ich den Kindern eine gute Schulbildung ermögliche, die dort vielleicht nicht möglich ist. Das ist doch eine individuelle Entscheidung und bedeutet nicht, dass man auf die Menschen dort herabschaut.

» blümchen » Beiträge: 3196 » Talkpoints: 9,64 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


Blümchen, die Nichtschülerprüfung funktioniert halt nicht mit Wohnsitz im Ausland. Und niemand schickt sein Kind wohl allein für Monate zurück nach Deutschland oder zieht pünktlich nur für die Prüfung zurück. Immerhin hat man das Vorgespräch und das Prüfen der Studienberichte, dann die schriftlichen Prüfungen, die Wartezeit aufs Ergebnis, die Nachprüfung und dann die mündlichen Prüfungen. In Nordrhein-Westfalen kann man fürs Abitur fast ein Dreiviertel Jahr rechnen, für die mittlere Reife vier Monate.

» cooper75 » Beiträge: 12245 » Talkpoints: 646,81 » Auszeichnung für 12000 Beiträge


Ähnliche Themen

Weitere interessante Themen

^