Machen Elternsprechtage Sinn?

vom 05.10.2019, 08:05 Uhr

Mein Sohn ist in einer neuen Schule und gestern war Elternabend, zur allgemeinen Information. Ich komme aus Österreich und ich weiß nicht genau, wie das in Deutschland ist, aber ich nehme einmal an, dass es ähnlich sein wird. Es gibt pro Semestern ja einen Elternsprechtag. Ein Nachmittag, wo Eltern zu den Lehrern kommen können um mit ihnen zu reden.

Gestern beim Elternabend kam auch das Gespräch auf den Elternsprechtag. Der Klassenvorstand hat darauf hingewiesen, dass dieser Tag ein "Ausnahmezustand" sei. Eine Massenabfertigung, wie der Klassenvorstand selber gesagt hat - sowohl für die Eltern, als auch für die Lehrer. Zeit für Gespräche bleibt in dieser kurzen Zeit mehr oder weniger keine. Man kann sich ewig lang anstellen um einmal überhaupt zum Lehrer hinein zu kommen, dann hat man etwa 2 bis 3 Minuten Zeit für ein Gespräch. Dass das nicht besonders ins Detail gehen kann, ist wohl klar.

Auch der Klassenvorstand hat empfohlen, für detailliertere Gespräche die Sprechstunden des jeweiligen Lehrers zu nutzen. Jeder Lehrer (ich rede nicht von der Grundschule, sondern vom Gymnasium) hat pro Woche 1 Stunde Sprechstunde. Die ist viel besser dafür geeignet Probleme oder was auch immer zu besprechen.

Das ist für mich alles mehr als nur nachvollziehbar. Ich halte auch nicht viel von Elternsprechtagen und finde die Sprechstunden auch sinnvoller. Klar kann man da sagen, dass es sehr mühsam ist, weil eben jeder Lehrer in einer anderen Stunde Sprechstunde hat und bei einem Elternsprechtag sind alle Lehrer versammelt da. Das ist klar. Aber entweder es gibt Probleme, dann bringt ein Elternsprechtag auch nichts, da eben keine Zeit ist, oder es gibt keine Probleme, dann bringt ein Elternsprechtag auch nichts, weil man nur ewig wartet, um dann kurz zum Lehrer zu gehen um zu hören: Passt eh alles. Fertig.

Wie sind für euch Elternsprechtage? Geht ihr hin? Zu welchen Lehrern? Also nur jene Fächer, wo es ein Problem gibt, oder nur die Hauptgegenstände oder auch zu den Nebenfächern?

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» tournesol » Beiträge: 7642 » Talkpoints: 55,24 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Meine Tochter geht seit 2 Jahren in die Realschule. Ich sehe das genauso wie du. Die Elternsprechtage sind zwar praktisch zur Massenabfertigung, der Sinn dahinter stellt sich mir allerdings auch. Bei uns sind pro Elternpaar 5 Minuten angesetzt. Allerdings verschiebt sich der Zeitplan auch ganz schnell, weil ein Elternpaar dann halt doch mal länger als 5 Minuten braucht.

Wir waren letztes Jahr das erste Mal zusammen mit meiner Tochter dort und sind zu jedem Lehrer bei dem sie versetzungsgefährdet war. Wir waren allerdings weniger für ein tiefgreifendes Gespräch dort sondern eigentlich nur für das Ziel, dass unsere Tochter in unserer Anwesenheit die Lehrer fragen konnte wie groß ihre Chancen noch sind und was sie dafür tun muss. Mit der Klassenlehrerin haben wir dann extra einen Gesprächstermin vereinbart um ausführlicher über den Ist-Zustand zu sprechen.

Gut fände ich die Elternsprechabende nur für die Eltern, die wirklich tagsüber keine Möglichkeit haben zur regulären Lehrersprechstunde zu kommen und die wirklich einen Grund bzw. ein Thema zu besprechen haben. Dann sollte man diesen Eltern aber auch ein Gesprächszeit von 15-20 Minuten anbieten können.

» EngelmitHerz » Beiträge: 221 » Talkpoints: 6,45 » Auszeichnung für 100 Beiträge


EngelmitHerz: Der Klassenvorstand hat uns gestern gesagt, dass es auch kein Problem ist, sich weitere Gesprächszeiten außerhalb der Sprechstunde auszumachen, wenn man eben berufstätig ist oder dergleichen. Von daher sollte auch das kein Problem sein. Und wenn man wirkliche Probleme besprechen möchte, geht das wie gesagt vermutlich kaum in 5 Minuten, wie du das auch schon gesagt hast.

Bei uns werden nicht einmal Termine gegeben. Ich habe schon extra meine Mama dafür eingeteilt, dass sie mithilft, sich anzustellen, weil sonst ist das eigentlich kaum schaffbar. Es gibt keine Termine, man geht einfach hin und hofft, dass nicht zu viele warten.

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» tournesol » Beiträge: 7642 » Talkpoints: 55,24 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Am ersten Gymnasium meiner Tochter waren Elternsprechstunden für Fachlehrer gut organisiert. Bei den Elternabenden wurde uns gesagt, dass wir nach Möglichkeit nur die Lehrer konsultieren sollten, wo es wirklich um schulische Probleme im jeweiligen Unterricht ging. Wollten wir jedoch zum Beispiel nur wissen, wie der derzeitige Notendurchschnitt des Kindes war, ginge das auch auf anderem Wege.

So kam es, dass ich in den fünf Jahren, in denen meine Tochter dieses Gymnasium besuchte, nur zweimal mit zwei Fachlehrern sprach. Das war einmal in der fünften Klasse, als ich mit der Mathematiklehrerin sprach, die mich fragte, was ich in der Sprechstunde wollte, da sie sehr zufrieden mit meiner Tochter war. Und dann halt in der achten Klasse, als ich die Deutschlehrerin darauf hinwies, dass meine Tochter den E-Book-Reader mit in den Unterricht nehmen durfte und dass ich ihr die Bücher, welche verlangt wurden demzufolge nicht kaufen würde.

Das war in einigen Minuten erledigt und klärte sich einfach besser in einem persönlichen Gespräch unter vier Augen. Da meine Tochter keine schulischen Probleme hatte, hielt ich mich ansonsten zurück und überließ den Eltern die wertvolle Sprechzeit, die sie wirklich brauchten. Für die einzelnen Konsultationen gab es Termine, die vorher schriftlich von der Schule festgelegt wurden. So gab es keine Warteschlangen und die Fachlehrer waren auch schon vorbereitet, wie die Eltern eben auch. Die Möglichkeit der Lehrerkonsultation anlässlich eines Elternsprechtages fand ich auf jeden Fall sinnvoll.

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» Quasselfee » Beiträge: 1575 » Talkpoints: 23,88 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



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