Ist Freundlichkeit die Antwort auf alles?

vom 18.08.2019, 21:44 Uhr

Mein Freund ist der Meinung, dass die Macht der Freundlichkeit niemals unterschätzt werden darf. An manchen Stellen hat der mir dies auch schon eindrucksvoll beweisen können, wo ich daneben stand und dachte, das kann doch wirklich nicht sein.

Zum Beispiel beim Eismann, wenn er freundlich ist, das Eis lobt oder so was, dann bekam er mehr. Auch die Freundlichkeit beim Einkaufen ist manchmal schon ekelhaft freundlich, wie man so schön sagt, aber es passierte nicht selten, dass im Discounter das Brötchen für das Patenkind dann aufs Haus ging usw. Also es war schon so, dass die Freundlichkeit „gewonnen“ hat.

Er sagt, dass in der Freundlichkeit die Kraft beziehungsweise die Macht im Umgang mit Menschen liegt. Natürlich muss sie auch ernst rüber kommen, was ich verstehen kann. Ich bin ja auch freundlich, aber ich fahre eben auch aus der Haut, was er fast nie tut.

Manches TV-Experiment war aber auch schon so, dass man erkennen konnte, dass Freundlichkeit zum Ziel führte, sodass mein Freund sich in seinem Denken bestätigt fühlt. Doch wie seht Ihr das denn eigentlich. Glaubt Ihr, dass Freundlichkeit wirklich zielführend ist? Hat Freundlichkeit Eurer Meinung nach immer mehr Erfolg und habt Ihr vielleicht auch Beispiele dafür?

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» Kätzchen14 » Beiträge: 5615 » Talkpoints: 15,19 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



Ich habe nicht den Drang jedem Menschen unhöflich und unfreundlich zu begegnen und dementsprechend bin ich einfach freundlich. Tatsächlich hat mich das auch schon weiter gebracht. Beispielsweise im Altenheim wurde ich immer zu den Leuten geschickt, die am schwierigsten waren und mit extra viel Freundlichkeit und Verständnis war ich da auch wirklich jemand, der mit diesen Leuten gut auskam und die Leute wussten meine Art zu schätzen und haben sich bei mir sehr gut benommen.

Ich finde schon, dass man mit Freundlichkeit viel weiter kommt. Letztendlich möchte jeder gut behandelt werden und so sollte man auch jeden Menschen erstmal gut behandeln. Natürlich darf man sich auch nicht alles gefallen lassen, das mache ich ja auch nicht, aber ich finde es viel sinnvoller, wenn man den Menschen erstmal freundlich begegnet und in manchen Fällen auch eine Freundlichkeitsschippe drauf legt.

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» Ramones » Beiträge: 45042 » Talkpoints: 18,84 » Auszeichnung für 45000 Beiträge


Die "Antwort auf alles" wohl kaum, aber wie das Sprichwort so schön sagt: Man fängt mehr Fliegen mit einem Löffel Honig als mit einem Fass voll Essig (außer Fruchtfliegen vielleicht, aber das tut hier nichts zur Sache). Ich sehe es ja bei mir im Job schon: Wenn jemand sich aufspielt und herrisch gibt, mache ich Dienst nach Vorschrift, wenn jemand nett ist und zumindest den Eindruck erweckt, mich als Menschen anzusehen und nicht als Dienstleistung, sause ich auch außer der Reihe los und trage die Person praktisch über alle bürokratischen Hindernisse, auch wenn ich gar nicht muss.

Der Rest ist Empathie. Möchte die Person behandelt werden wie der letzte Dreck? Würde ich mich in der Situation dieser Person wohlfühlen, wenn ich angeraunzt oder arrogant abgefertigt werde? Nein. Also kneife ich mich in Gottes Namen zusammen und mache das Leben meiner Mitmenschen zumindest nicht noch schwerer. Für mich gehört das zu einem normalen Zusammenleben einfach dazu und ich erwarte an sich auch keine Gegenleistung. Aber wenn ein kleiner Bonus dafür herausspringt, kein völliges Ekel zu sein, nehme ich den natürlich gerne mit.

» Gerbera » Beiträge: 9660 » Talkpoints: 4,40 » Auszeichnung für 9000 Beiträge



Ich würde schon sagen, dass Freundlichkeit häufig ein Schlüssel zu einfacherer Zielerreichung sein kann. Beispielsweise arbeite ich in einer IT-Abteilung einer Klinik, und häufig haben wir Leistungsanfragen von ganz unterschiedlichen Mitarbeitern der Klinik (Pflegepersonal, Ärzte, Chefärzte etc.).

Im Normalfall sind wir eher kulant und richten Dienste und Software entsprechend der Wünsche der Kollegen ein bzw. stellen sie bereit. Wenn aber jemand sehr arrogant und mit unfreundlichem Tonfall auftritt, dann zieht man sich fast automatisch auf die Variante "Dienst nach Vorschrift" zurück, schon allein deswegen, weil man nicht hinterher auch noch für ein Fehlverhalten belangt werden möchte, das man sich wegen eines kulanten Verhaltens eingebrockt hat.

Beispielsweise hat es schon Fälle gegeben, wo man jemandem unbürokratisch helfen wollte, aber weil dabei ein Fehler passiert war oder die Hilfestellung nicht so gut wie gewünscht durchgeführt werden konnte, und als Quittung wurde man auch noch als "unfähig" beschimpft. Da bleibt man bei unfreundlich wirkenden Kollegen lieber auf der sicheren Seite und hilft nur gemäß der offiziellen Dienstvorgaben.

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» lascar » Beiträge: 3146 » Talkpoints: 583,43 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



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