IS-Kämpfer wieder zurücknehmen moralisch richtig?

vom 19.02.2019, 19:49 Uhr

Moralisch auf keinen Fall. Rechtlich weiß ich nicht, wie man handhaben muss und sollte. Für mich persönlich ist es aber nun einmal so, dass sie freiwillig ausgereist sind, um sich einer Terrororganisation anzuschließen. Niemand kann damit genau nachvollziehen, ob sie wem getötet haben, was sie gesehen haben, ob sie gefoltert und vergewaltigt haben. Sie sind ebenso wie ihre Kinder allerdings tickende Zeitbomben, weil niemand genau weiß, wer das Gedankengut weiter hier trägt und jetzt nur heult, weil die Situation in den örtlichen Gegebenheiten nicht mehr wunschgemäß ist oder wie viele wirklich bereuen. Wobei auch das mir per se egal ist!

IS-Kämpfer sind für mich grundsätzlich eine potenzielle Gefahr auf einfach allen Ebenen. Zum einen können sie ja wirklich geläutert sein, aber die psychologischen Aspekte wie schwere posttraumatische Belastungsstörungen mit deren Erlebnisse können auch fatale Auswirkungen haben. Die Stimmung in unserem Land verbessert sich vielerorts aber auch nicht, sodass sie vielleicht wieder dazu neigen, einen Kalifat oder ähnliches gründen/mitgründen zu wollen. Oder ihr Erlerntes anwenden.

Ich finde es moralisch nicht gut. Es sind freiwillig ausgereiste, die sich einer terroristischen Vereinigung angeschlossen hat, wo hier keiner weiß, wie gefährlich sie örtlich waren, wem sie auf den Gewissen haben, wie viele Weiber sie geschwängert und geheiratet haben usw. Wir holen uns damit die Teufel zurück ins Land.

Wer einen deutschen und einen anderen Pass hat, dem sollte man sofort die deutsche Staatsangehörigkeit entziehen. Ohne Umwege. England macht es vor und da bin ich voll für. Wieso sagen eigentlich immer alle, etwas von Moral? Wie viele Flüchtlinge, die dann mal ehrlich sagen, wer sie sind und wo sie herkommen werden nicht abgeschoben, weil die Herkunftsländer es boykottieren und wir sollen Terroristen zurücknehmen? Für mich ein Unding.

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» Kätzchen14 » Beiträge: 4383 » Talkpoints: 0,69 » Auszeichnung für 4000 Beiträge



Moral hin oder her. Wer deutscher Staatsbürger ist hat das Recht hier zu sein und Deutschland hat die Pflicht deutsche Staatsbürger einreisen zu lassen bzw. aufzunehmen. Wir wollen ausländische Straftäter schließlich auch in ihre Heimatländer abschieben. So oder so setze ich aber auf Reintegration. Viele IS Kämpfer sind ja nicht mal 16 Jahre alt. In dem Alter sollte eine Resozialisierung doch machbar sein.

» Sternenbande » Beiträge: 1708 » Talkpoints: 64,47 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Grundsätzlich erst mal haben die Kämpfer selbst da nicht mitzureden oder Wünsche nach einer Einreise, was ohnehin das falsche Wort ist, zu äußern. Auslieferung bzw. Überstellung ist passender formuliert. Denn so etwas wie eine Freilassung der ausländischen Kämpfer zieht die kurdische Regierung nicht mal ansatzweise in Erwägung, da hat auch kein Trump Einfluss drauf.

Es geht ausschließlich darum, dass die kurdischen Behörden einfach nicht die Kapazitäten haben, allen ausländischen Kämpfern selbst den Prozess zu machen. Daher die Anfrage der kurdischen Regierung an die jeweiligen Herkunftsländer. Ansonsten warten die halt ewig auf ihren Prozess, was für mich keine Rolle spielt. Denn so oder so verschwinden die sehr, sehr lange hinter Gittern, egal in welchem Land.

Offenbar wissen die Kämpfer von der Bitte der kurdischen Regierung und versuchen mit rührseligen Interviews Mitleid zu erregen. Denn in deutschen Gefängnissen geht es sicherlich komfortabler zu, klar wollen die lieber hierher. In der Regel aber wird man als Ausländer nun mal in jenem Land, in dem man ein Verbrechen begangen hat und verhaftet wurde, auch verurteilt und bestraft. Schließlich landen Deutsche, die in manchen Teilen der USA einen Mord begehen, ja dort auch auf dem elektrischen Stuhl.

Ein Recht seine Strafe lieber in der Heimat abzusitzen, gibt es also nicht ein mal im Westen, Moral hin oder her. Im Prinzip haben die Leute nur das Glück, dass es zu viel für die kurdischen Behörden sind.

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» Paulie » Beiträge: 255 » Talkpoints: 14,50 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Irgendwo ist dieser Unsinn schon sehr amüsant. Donald Trump will IS-Kämpfer zurückgeben, die sich überhaupt nicht in seinen Händen befinden. Die Kurden, in deren Hände sich die Terroristen befinden, haben keine Freilassung angedroht. Und während Trump-Bashing ansonsten deutscher Nationalsport ist, wird hier der allergrößte Unsinn von ihm sogar freudig geglaubt.

Ist die Silvesternacht schon vergessen? Da gab es bei 1.200 Strafanzeigen gerade mal 20 Urteile und keine Abschiebung. Warum sollte dies hier anders laufen? Zuerst werden die Anwälte mal bezweifeln, dass die Kurden zur Festnahme oder Auslieferung berechtigt sind. Dann befinden sich Opfer und Zeugen nicht in Deutschland und sprechen eine andere Sprache. An besonders viele Urteile glaube ich nicht. Aber die deutsche Kuscheljustiz blamiert sich dann auch mal in Syrien. Die Gesichter von heulenden Hinterbliebenen die einen deutschen Freispruch nicht verstehen, werden um die Welt gehen.

Dann dürfen wir diese Terroristen mit je 20 Polizisten und je mehreren hunderttausend Euro im Jahr überwachen. Wie lange soll dies eigentlich dauern? Wie viele Terroristen können wir letztlich so überwachen? Damit schwächen sie den deutschen Staat auch ohne einen blutigen Anschlag.

» Juri1877 » Beiträge: 6083 » Talkpoints: 74,73 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



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