In Serien immer ein Happy End erwarten?

vom 16.03.2021, 02:09 Uhr

In Serien geht oft alles gut aus. Der Held schafft es, jemanden zu retten und der Gerettete überlebt, fast immer auch ohne bleibende Schäden. In Krimi-Serien wird der richtige Täter immer gefasst, der Täter legt dann auch noch ein Geständnis ab und die Welt ist wieder ein bisschen besser.

Doch es gibt auch andere Fälle. In der Folge „Sturz ins Leere“ aus der Serie „In aller Freundschaft - Die jungen Ärzte“ stirbt recht überraschend ein Arzt, der zum Hauptcast gehörte. Auch bei „Grey’s Anatomy“ stirbt demnächst wieder ein Arzt aus dem Hauptcast, nicht zum ersten Mal. Doch es kommt auch vor, dass das Opfer eben mal nicht überlebt wie bei den „Bergrettern“ in der Folge „Mutterseelenallein“ oder auch noch einer Reihe weiterer Folgen. Oder dass die Täter mal nicht geschnappt werden wie bei “In die Wälder“ aus der Serie „Criminal Minds“.

Ich finde solche Serien, wo mal nicht alles glatt geht und es auch mal bleibende Verletzungen oder eben Tote gibt, eigentlich viel interessanter als solche, wo es immer ein Happy End gibt. Manchmal kann man sich den Fortgang der Folge sogar schon denken, da es ja irgendwie noch zum Happy End kommen muss.

Habt Ihr gerne ein Happy End? Oder darf es eben auch mal etwas anderes sein wie eben der Tod oder eine bleibende Verletzung von Personen? Würdet Ihr eventuell sogar die Serie nicht weiter gucken, wenn es nicht immer ein Happy End gibt?

» SonjaB » Beiträge: 2098 » Talkpoints: 40,57 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Serien müssen für mich immer ein Happy End haben, um hinterher das positive Gefühl zu haben und auch zu erhalten, dass die Serie toll war. Einen Serienausklang mit einem negativen Ende ist wie ein Gericht, das man gerne essen wollte und nicht geschmeckt hat. Beides hat immer irgendwo einen negativen Nachgeschmack, finde ich.

» Nebula » Beiträge: 3016 » Talkpoints: 0,86 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


Mich öden Happy Ends nach jahrzehntelangem Fernsehkonsum vor allem an. Eigentlich öden mich auch die meisten Serien an. Oder Fernsehen generell, wenn man von der ein oder anderen Natur- oder Reisereportage auf arte mal absieht. Und da hängt das Happy End davon ab, ob man der Löwe oder die Gazelle ist, bzw. die Einheimische oder die Touristin.

Mir kommt es vor allem darauf an, ob das Ende ins Gesamtkonzept passt. Wenn 20 Folgen lang Düsternis und Dystopie herrschen und am Ende haben wir dennoch ein heterosexuelles Paar mit Kinderchen und einem weißen Lattenzaun vor dem Atombunker, kotzt mich das schon an. Und Serien- oder Filmkonzepte, die sich von Anfang an schwerpunktmäßig mit der Frage: Entscheidet sich attraktive Cishet-Frau für saumäßig attraktiven Cishet-Mann 1 oder 2? interessieren mich nicht mal bei Grippe und 40 Fieber auf dem Sofa.

Umgekehrt bin ich ebenso weder gefesselt noch begeistert, wenn das Ende eines Handlungsstrangs völlig unmotiviert in Blut und Morde übergeht, weil das ja seit Game of Thrones schick geworden ist, einfach die meisten Figuren über die Klinge springen zu lassen. Es kommt für mich schon auf die handwerkliche Qualität des Storytellings an, und da gibt es nur bei sehr wenigen Serien Grund zur Hoffnung, dass mal etwas Originelleres passiert als "alle tot" oder "Die nächste Generation fährt nach Hogwarts".

» Gerbera » Beiträge: 9612 » Talkpoints: 2,61 » Auszeichnung für 9000 Beiträge



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