Habt ihr in eurer Jugend riskante Aktionen gemacht?

vom 29.03.2020, 00:43 Uhr

David Le Breton ein französischer Anthropologe sagt, dass ungefähr 15% der weltweiten Jugend ein riskantes Verhalten zeigen, unabhängig von ihrem Wohnort. Unter riskantem Verhalten versteht man hierbei, dass die Personen sich freiwillig und wiederholt in gefährliche Situationen begeben die die eigene Gesundheit gefährden bzw. sogar lebensbedrohlich sind.

In der Pubertät scheint diese riskante Lebensweise besonders gehäuft vorzukommen. Die Risikobereitschaft kann vom Drogenkonsum über ungeschützten Geschlechtsverkehr bis hin zu Extremsportarten reichen. Manche Aktionen gleichen schon bewussten Selbstmord-Aktionen wie S-Bahn-Surfing, unkontrollierter Auto-Raserei usw. usf.

Man liest immer wieder von Teenager die sich irgendwelchen verrückten Challenges stellen und teilweise sogar daran ihr Leben lassen.Ein Beispiel hierfür ist z.B. das schnelle Trinken von hochprozentigem Alkohol. Daran ist u.a. zum Beispiel ein guter Kumpel meines Bruders auch verstorben. Andere springen von einem Hausdach in den Pool und andere schließen sich irgendwelchen Banden bei denen illegale Machenschaften Alltag sind - nur um cool zu sein.

Man hat Teenager dazu befragt. Diese gaben an, dass sie nach Erfahrungen gesucht haben die ihnen einen gescheiten Adrenalinkick verleihen und ihnen so intensive Emotionen ermöglichen. Durch dies hätten sie das Gefühl gehabt das Leben erst so richtig intensiv zu leben.

Habt ihr in eurer Jugend bzw. auch im jungen Erwachsenenalter auch riskante Aktionen gemacht? Was war der Auslöser dieser Aktion? Wenn ihr eine solche Aktion nicht gemacht habt, habt ihr jetzt das Gefühl dadurch eine Erfahrung verpasst zu haben?

» EngelmitHerz » Beiträge: 1844 » Talkpoints: 10,05 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Absolut nicht. Ich habe sowieso die Theorie, dass riskante und gefährliche Aktionen in den Jugendjahren schwerpunktmäßig ans Testosteron geknüpft sind. Natürlich bauen Mädchen in dem Alter auch Mist, aber U-Bahn-Surfen, Autos knacken, sonstige Kleinkriminalität und die entsprechenden pädagogischen und strafrechtlichen Konsequenzen scheinen doch eher eine Domäne des männlichen Geschlechts zu sein. Und leider enden diese "riskanten Aktionen" auch nicht bei allen, wenn sich die Hormonpegel eigentlich allmählich ausleveln sollten.

Jedenfalls hört man doch relativ selten von illegalen Autorennen mit Fahrerinnen, und auch ein Blick in die entsprechenden Statistiken beim Strafvollzug spricht eine deutliche Sprache. Ich sehe mich also als recht geschlechtstypisch in dieser Hinsicht. Ich habe mich in dem Alter mit meinen Freundinnen um irgendwelche Jünglinge gestritten, mit Make-up und Mode experimentiert und auch mal den Lateinlehrer angeblafft. Und das kam mir schon als der Inbegriff an Adrenalinkick und jugendlichem Leichtsinn vor.

Aber auch die durchweg recht braven Knäblein in unserer Altersgruppe waren vielleicht ein bisschen leichtsinniger in Sachen Alkohol und auch die ein oder andere illegale Substanz wurde konsumiert. Aufgrund von pubertärer Dummheit zu Tode gekommen ist aber glücklicherweise niemand.

» Gerbera » Beiträge: 8926 » Talkpoints: 3,00 » Auszeichnung für 8000 Beiträge


Ich denke, dass es auch darauf ankommt, was man unter riskant versteht. Wir sind über Bahngleise gelaufen, obwohl wir wussten, dass jederzeit der Zug kommen könnte. Der Grund war die reine Faulheit, dass wir nicht über die anliegende Brücke laufen wollten.

Aber dieselbe Brücke haben wir unglaublich gerne genutzt, um mit den Rollschuhen, dem Skateboard oder Fahrrad ungebremst herunterzufahren. Egal, ob dort Menschen hätten kommen können, die uns zu einem Unfall hätten zwingen können.

Mir ist deswegen mal meine kaputte Bremse um die Ohren geflogen und das Ende vom Lied war, dass ich überall offene Wunden nach dem Sturz unten angekommen hatte. Wochenlang sah ich aus, als wenn man mich über den Boden mit dem Gesicht schliffen hätte und meine Wunden am Körper waren auch nicht ohne.

In einem aufgebrochenem Auto saßen wir auch schon einmal. Wir dachten, dass es ein Schrott-Auto auf dem Parkplatz ist, aber dann kam die Polizei und die fand das nicht so witzig, wie wir. Also ich hab schon einigen Mist gemacht, wo ich mich bis heute gefragt habe, geht es eigentlich noch.

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» Kätzchen14 » Beiträge: 5343 » Talkpoints: 0,10 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



Ich würde schon sagen, dass ich so einige riskante Aktionen gebracht habe. Das kam allerdings weniger in meiner Jugend vor, sondern dann, als ich volljährig war. Davor hätte das einfach weniger geklappt, da meine Eltern extrem streng waren und mich sehr bevormundet haben. Ich hatte sehr strenge Regeln gehabt und musste mich immer wieder nach meinen Eltern richten und selbst zurückstecken. Ich denke, dass ich da einfach ausbrechen wollte, als ich volljährig war.

Zwar hat sich an den Ansichten meiner Eltern dann rein gar nichts geändert und sie waren nach wie vor sehr streng, aber da habe ich mich dann doch das eine oder andere Mal widersetzt und bin trotzdem rausgegangen, obwohl sie es nicht erlaubt hatten. Da kam es dann auch vor, dass ich die eine oder andere Aktion gebracht habe, die im Nachhinein auf keinen Fall hätte sein müssen.

Vieles bereue ich mittlerweile auch und teilweise habe ich da auch gar kein Verständnis. Allerdings hatte ich zum einen einen Partner, der wirklich absolut kein guter Einfluss für mich war und zum anderen habe ich glücklicherweise draus gelernt. Ich kann nun auch teilweise nachvollziehen, weshalb meine Eltern sich so verhielten, eben gerade weil ich den Partner hatte. Teilweise waren sie aber auch wirklich zu streng, weshalb ich auch verstehen kann, weshalb ich mich so verhalten habe.

Etwas Schlimmeres ist ja glücklicherweise nie passiert. Sicherlich hatte es die einen oder anderen negativen Auswirkungen gehabt und ich habe vieles auch schnell bereut, aber wirklich schlimm ist es für mich nie ausgegangen. Von daher habe ich damit nun auch abgeschlossen und das abgehakt.

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» Prinzessin_90 » Beiträge: 33674 » Talkpoints: 95,42 » Auszeichnung für 33000 Beiträge



Da gab es schon so einige Sachen, die gerade im Nachhinein betrachtet doch etwas riskant waren. So sind wir als neue Neubauten bei uns in der Stadt gebaut wurden immer auf der Baustelle herum geklettert und dabei eben auch ohne Sicherung über die Rohbauten oben auf dem Dach. Das war jetzt auch nicht ganz ohne und führte auch einmal dazu, dass die Polizei vorbei kam.

Ansonsten gab es noch irgendwelche Kletterein an Brücken, waghalsige Abfahrten von irgendwelchen Bergen ohne jegliche Schutzausrüstung und ohne wirklich geeignete Mountainbikes, wo es dann über Stock und Stein ging und das an Orten, wo uns wahrscheinlich auch niemand gefunden hätte.

Damals fand ich das alles nicht wirklich schlimm und gefährlich und das sind sicher auch Dinge, die viele Jugendliche genau so gemacht haben und heute auch immer wieder machen. Aber mit ein paar Jahren Abstand denkt man sich dann heute doch, dass da auch so einiges hätte schief gehen können und heute würde ich das nicht mehr so machen. Aber dafür sind doch die Jahre als Jugendlicher auch irgendwo da. Da muss man doch auch mal Grenzen suchen und austesten.

» Klehmchen » Beiträge: 4984 » Talkpoints: 813,24 » Auszeichnung für 4000 Beiträge


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