Habt ihr Druckfehler schon einmal beim Verlag gemeldet?

vom 09.10.2019, 07:51 Uhr

In zahlreichen Büchern entdeckt man ja immer wieder Druckfehler, egal ob es nun ein Schulbuch ist oder eben eine klassische Lektüre. Mein Sohn liebt es regelrecht, diese Druckfehler ausfindig zu machen und bemerkt sie auch wirklich oft. Er ist da diesbezüglich ein kleiner Spürhund.

Unlängst habe ich eher im Scherz zu meinem Sohn gesagt, dass er das ja dem Verlag schreiben kann, als er sich ein wenig über die Fehler "beschwert" hat.

Habt ihr schon einmal entdeckte Druckfehler beim Verlag gemeldet? Dass Druckfehler passieren oder eben Rechtschreibfehler übersehen werden, kann ja passieren und passiert ja offensichtlich auch immer wieder. Es geht ja nicht um eine Beschwerde, aber von vielen Büchern gibt es ja immer wieder Neuauflagen und von daher kann die Meldung ja auch einfach ein Hinweis an den Verlag sein um das in der nächsten Auflage auszubessern.

Habt ihr das schon einmal gemacht und falls ja in welchem Fall? Warum habt ihr das gemacht und wie hat der Verlag reagiert?

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» tournesol » Beiträge: 7642 » Talkpoints: 55,24 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Privat habe ich das noch nie gemacht. Bei meiner Tochter sind die Druckfehler meist während dem Unterricht aufgefallen und dann hat die Deutschlehrerin gemeinsam mit der Klasse einen Brief an den Verlag geschrieben. Es war sozusagen als Hinweis bzw. als " Bitte zur Korrektur bei Neuauflage" geschrieben. Die Klasse hat dann einen netten "Dankesbrief" als Antwort zurückbekommen. Ich habe aber auch schon mehreren Privatpersonen gehört, dass auf solche Hinweise oft gar keine Reaktion (Dankeschön) vom Verlag kommt. Vermutlich kommen da so viele Hinweise, dass sie gar nicht die Zeit für die Dankesschreiben haben.

» EngelmitHerz » Beiträge: 221 » Talkpoints: 6,45 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Das finde ich eine nette Idee der Lehrerin, dass die gesamte Klasse dem Verlag schreibt. Ist gleichzeitig auch eine gute Übung aus der Praxis, vor allem wenn sie womöglich durch Zufall gerade das Thema "Briefe schreiben" im Unterricht durchmachen sollten, aber auch sonst.

Auch wenn der Verlag viele Nachrichten bekommen sollte, finde ich es ja auch durchaus praktisch und positiv für den Verlag, denke ich zumindest. Ist ja auch sicher in ihrem Interesse Fehler auszubessern.

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» tournesol » Beiträge: 7642 » Talkpoints: 55,24 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Einem Verlag habe ich Fehler noch nicht mitgeteilt. Aber einem Autor vor ein paar Jahren. Wir waren auf Facebook locker in Kontakt und er wusste nicht, dass ich sein Buch lese. Allerdings war er sehr erschrocken, als ich ihm mitteilte, dass auf 80 Seiten in diesem Taschenbuch 3 Rechtschreibfehler drin sind. Und das trotz Korrektorat durch den Verlag.

Allerdings kenne ich eine Lehrerin, die gern mit dem Rotstift die Zeitung liest und dem Verlag regelmäßig die Schreibfehler auftischt. Finde ich persönlich zwar etwas übertrieben, aber jeder soll seinem Hobby frönen, wie er mag.

» Punktedieb » Beiträge: 16554 » Talkpoints: 85,63 » Auszeichnung für 16000 Beiträge



Ich lese in meiner Freizeit ein Buch nach dem anderen, wobei ich in nahezu jedem Buch einen Fehler entdecke. Manchmal handelt es sich um Rechtschreibfehler, mal fehlt ein Buchstabe oder es steht einfach ein falsches Wort da. Ich weiß gar nicht, wie oft ich schon mit dem Gedanken gespielt hatte, den Verlag diesbezüglich anzuschreiben. Dennoch habe ich es aber jedes Mal sein lassen.

Irgendwie hätte ich schon Lust dazu, den Verlag anzuschreiben, allerdings bin ich dann doch meistens zu faul dazu, auch wenn es natürlich nicht so viel Aufwand ist und man die Sache in fünf Minuten erledigt hat. Ich denke mir dann aber auch immer, dass ich ja sicher nicht die einzige bin, die diesen Fehler bemerkt hat und dass sicherlich schon jemand anders dem Verlag geschrieben hat.

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» Prinzessin_90 » Beiträge: 31919 » Talkpoints: 77,37 » Auszeichnung für 31000 Beiträge


Das ist ja lieb gemeint, aber dem "Verlag" geht es ehrlich gesagt sonstwo vorbei, ob noch ein paar Druckfehler in seinen Produkten herumgeistern. Hauptsache, der ganze Kram verkauft sich. Klar, bei einer historisch-kritischen Ausgabe oder einer sauteuren limitierten Edition irgendeines großen Geistesmenschen wird schon immer noch sehr sorgfältig hingesehen, aber beim Massenmarkt, der irgendwelchen Frauen-, Fantasy-, oder pseudohistorischen Bullshit konsumiert?

Der ist sowieso schon hart umkämpft, und irgendwie muss es sich ja immer noch finanziell lohnen, Bücher tatsächlich gedruckt unters Volk zu werfen. Inhaber und Mitarbeiter von Verlagen sind sowieso oft genug schon Idealisten, die unverhältnismäßig viel Arbeit für nicht immer besonders viel Gewinn investieren.

Ich lese nebenberuflich Korrektur für einen Zeitschriftenverlag und habe daher einen gewissen Einblick. Die Mitarbeiter haben natürlich nicht gerade Spaß daran, Artikel und Beiträge unters Volk zu werfen, die jemand nur mal schnell zwischen Tür und Angel überflogen hat, aber die Deadlines warten nicht, und eigens qualifiziertes Personal, am Ende noch in Vollzeit, nur zum Jagen von Rechtschreibfehlern einzustellen, wäre ein reines Verlustgeschäft.

Wenn also überhaupt Mittel und Zeitfenster für eine Schlusskorrektur freigehalten werden, dann sind es meiner Erfahrung nach Mini- und Nebenjobs für gelernte Lehrkräfte, Studierende oder rüstige Rentner, die sich natürlich alle Mühe geben, aber manchmal rutscht doch etwas durch.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es so gut wie unmöglich ist, wirklich alle Rechtschreibfehler in einem angemessenen Zeitraum zur Strecke zu bringen, den die Redaktion auch bereit ist zu vergüten. Wenn ich drei Stunden an einem Artikel basteln würde, wäre meine Korrekturleistung teurer als das Honorar für den Reporter, und das ist schlicht unökonomisch.

» Gerbera » Beiträge: 8275 » Talkpoints: 4,63 » Auszeichnung für 8000 Beiträge


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