Film toll finden, aber niemals wiedersehen wollen?

vom 09.11.2019, 19:29 Uhr

Wenn man von einem Machwerk so richtig begeistert war, hat man ja vielleicht schon kurze Zeit später den Wunsch, den Film noch einmal zu sehen. Manchmal weiß man auch ganz genau, dass man ihn auf Fälle noch einmal sehen will oder sich sogar die DVD dazu kaufen wird. Oder aber man entdeckt ihn später im Fernsehen noch einmal und sieht ihn sich ein zweites oder drittes oder auch unzähliges Mal an.

Manchmal gibt es aber auch Filme, die man, obwohl man sie toll findet, nicht so richtig oder auf gar keinen Fall noch einmal wiedersehen will. Vielleicht fand man ihn so grandios, dass man sich die Erinnerung daran nicht verderben will. Möglicherweise ist der Streifen so aufgebaut, dass er nur einmal funktioniert, wie zum Beispiel The Sixth Sense. Ein anderes Mal fand man den Film sehr gut, aber auch anstrengend und möchte das nicht noch einmal sehen, mir ging es für sehr lange Zeit so bei Schindlers Liste.

Einige Filme meiner Jugend, die ich noch in guter Erinnerung habe, möchte ich doch lieber nicht sehen, um mir die Erinnerung nicht zu verderben. Und der Film "The day after" war für mich so schockierend, dass ich ihn kein zweites Mal gucken konnte, obwohl er mich damals sehr faszinierte.

Welche Filme fandet ihr toll, aber wolltet sie trotzdem aus welchen Gründen auch immer nicht wiedersehen? Welche Gründe sind das genau und wusstet ihr schon früh, dass speziell dieses Werk von euch nur ein einziges Mal gesehen werden wird?

» Verbena » Beiträge: 3992 » Talkpoints: 1,46 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Ich finde, dass so ziemlich alles von Christopher Nolan - Memento, Prestige, Inception, Interstellar und so weiter - bei mir nur zwei Mal funktioniert. Das erste Mal anschauen ist der totale Mindfuck, weil sich die Geschichte natürlich überhaupt nicht so entwickelt, wie man das erwartet. Da macht es auch keinen Unterschied, dass ich genau das inzwischen von Christopher Nolan erwarte und seine Filme genau deshalb mag. Und beim zweiten Mal sehe ich dann die ganzen kleine Details, die nur auffallen und Sinn machen wenn man die Auflösung kennt.

Es gibt bei mir auch ein paar Filme aus meiner Kindheit und Jugend, die glaube ich wirklich schlecht gealtert sind. Die fand ich damals großartig, aber wenn ich sie heute noch mal sehen würde, würde ich glaube ich über schlechte Effekte und klischeehafte Drehbücher lachen. Also behalte ich sie lieber als großartig in Erinnerung.

Und dann gibt es ein paar Filme, hauptsächlich Dokumentationen, die extrem wichtig und relevant sind, die mir aber aufgrund des Themas schon beim ersten Anschauen den Tag verdorben haben. Menschenrechtsverletzungen, Umweltzerstörung und solche Sachen rufen eben nicht den Wunsch nach einer Zugabe hervor.

Benutzeravatar

» Cloudy24 » Beiträge: 23821 » Talkpoints: 64,50 » Auszeichnung für 23000 Beiträge


Für mich fallen in diese Kategorie auch primär Filme, die eine absolut überraschende Wendung oder Pointe haben, die nur beim ersten Anschauen ihren vollen Effekt entfaltet. Beispiele sind neben den genannten Nolan-Filmen auch Werke wie "The Game" und "Cloud Atlas". Obwohl ich manche davon durchaus schon mehrmals gesehen habe, konnten sie mich logischerweise nie wieder so begeistern, wie beim ersten Mal, denn der "Aha-Effekt" hat nun mal gefehlt.

Ein wenig ähnlich geht es mir zudem mit Horrorfilmen, denn auch da fallen die Gruselmomente wesentlich weniger schockierend aus, wenn man sie bereits kennt und erahnt. So habe ich mich beim ersten Anschauen von "The Blair Witch Project" vielleicht mehr gegruselt als bei jedem anderen Horrorfilm und habe ihn deshalb bei einem Filmabend mit Nachdruck auf die Watchliste befördert, war dann im Nachhinein aber etwas enttäuscht darüber, wie schwach er bei der Wiederholung gewirkt hat.

» MaximumEntropy » Beiträge: 6480 » Talkpoints: 813,08 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



Mir ging es so bei einem Film, den ich absolut traurig gefunden habe an einer Stelle. Das fand ich so grausam und schrecklich, dass ich beim ersten Ansehen weinen musste und beim zweiten Mal wäre das sicherlich wieder so, weswegen ich ihn nicht nochmal schauen wollen würde. Letztendlich hat sich dieses traurige Gefühl auch noch nach dem Film gehalten, obwohl die Handlung dann angenehmer wurde. Abgesehen davon trifft das bei mir auf Filme zu, die dann irgendwann aufgelöst werden und man vorher die ganze Zeit gerätselt hat, was wohl passiert ist.

Benutzeravatar

» Ramones » Beiträge: 40453 » Talkpoints: 28,96 » Auszeichnung für 40000 Beiträge



Zurück zu Film & Fernsehen

Ähnliche Themen

Weitere interessante Themen

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste

^