Fetalchirurgie - wie gefährlich für Mutter und Kind?
Die Bekannte meiner Cousine, die bald ihr Kind bekommt ist auch schwanger und liegt nun im Krankenhaus. Sie muss sich schonen und wird wahrscheinlich in der nächsten Woche operiert. Das heißt, das Kind in ihrem Bauch wird operiert. Es wurden wohl Unregelmäßigkeiten an der Lunge festgestellt und das Kind muss operiert werden bevor es geboren wird.
Ich habe keine näheren Informationen. Weiß auch nicht, in welcher Woche die Frau schwanger ist. Die Information aber hat mich schon nachdenklich gemacht und ich frage mich, ob so eine Operation nicht auch gefährlich für die Mutter ist und auch für das Kind. In welcher Woche kann man so eine Operation in Angriff nehmen und wie wird das denn gemacht? Wird dann die Fruchtblase kaputt gemacht? Wie kann das Kind denn weiter überleben? Ich kann mir das gar nicht vorstellen. Weiß da jemand mehr?
Mittlerweile ist man in diesem Bereich schon sehr weit gekommen. Früher wurden die Kinder aus dem Bauch genommen, operiert und wieder eingesetzt. Das ist natürlich sehr risikoreich für Mutter und Kind. Allerdings wird so ein Verfahren heute nur noch selten angewendet.
Mittlerweile nutzt man die Schlüssellochchirurgie auch in diesem Bereich. Dabei sind die drei Zugänge gerade einmal fünf Millimeter groß. Die Erfolge kann man sehr gut am offenen Rücken sehen. Die offen liegenden Nerven werden durch das Fruchtwasser geschädigt.
Zu Beginn können die Ungeborenen noch die Beine bewegen, im weiteren Verlauf der Schwangerschaft kommt es noch im Mutterleib zur Lähmung. Außerdem bildet sich oft ein Wasserkopf aus. Auch wenn direkt nach der Geburt operiert wird, können die Kinder meist niemals gehen und bleiben lebenslang inkontinent.
Die Operation im Mutterleib verhindert immerhin bei gut 40 Prozent der Betroffenen diese Behinderungen. Aber natürlich bestehen Risiken. Für die Mutter ist es nicht höher als bei anderen Operationen auch, man kann es mit einer Bauchspiegelung vergleichen.
Dazu kann es natürlich zum Blasensprung kommen, Frühgeburten sind häufig. Es können Infektionen auftreten, das Kind kann verletzt werden. Dafür spricht dagegen die ausgezeichnete Wundheilung im Mutterleib. Seit den 1960er Jahren hat sich viel getan.
Damals gab es den ersten Eingriff dieser Art. Das Ungeborene wäre damals an seinem Blasenstau unweigerlich gestorben und tot geboren worden. Dieses Kind wurde noch aus dem Bauch genommen. Die Operateure hatten zuvor an mehr als 2.000 Schafen geübt.
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