Bewusst keine Freunde haben und glücklich sein?

vom 25.03.2020, 11:13 Uhr

Viele Menschen brauchen ja Freunde, mit denen sie sich regelmäßig treffen oder zumindest austauschen können. Freunde können das Leben ja sehr bereichern. Allerdings gibt es auch Menschen, die keine Freunde haben. Manche sind sehr unglücklich damit, da sie sich Freunde wünschen würden, aber keine finden. Manche sind gerne Einzelgänger und wollen gar keine Freunde haben, da sie das nicht brauchen, um glücklich zu sein.

Kennt ihr auch Menschen, die ganz bewusst darauf verzichten, Freunde zu haben und Freundschaften zu knüpfen, da sie mit sich und vielleicht auch ihrem Partner vollkommen glücklich und zufrieden sind und gar keine Freunde brauchen oder wollen? Viele verbringen ihre Freizeit ja ohnehin lieber alleine oder mit dem Partner und wenn man viel arbeitet und vielleicht auch noch Kinder hat, würde einem ohnehin nicht viel Zeit für Freunde bleiben.

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» Prinzessin_90 » Beiträge: 32429 » Talkpoints: 57,61 » Auszeichnung für 32000 Beiträge



Was ich mir schon vorstellen kann, ist, dass man durch das Eingehen von Freundschaften immer auch eine gewisse Abhängigkeit erzeugt. Sobald man sich einem Menschen geöffnet hat, an der Person auch ein wenig hängt, da macht man sich verletzbar. Da kann man ja auch enttäuscht werden. Es bilden sich ja automatisch gewisse Erwartungen, etwa dass der andere Zeit für einen hat und wenn diese Erwartungen nicht erfüllt werden, dann ist man enttäuscht. Wenn man das von vorne herein nicht hat, dann bleibt auch eine Enttäuschung aus.

Also beispielsweise hatte ich mal jemanden kennengelernt, mit dem ich mich auch ganz gut verstand und ich bin ja immer daran interessiert, meinen Freundeskreis zu erweitern. Aber dann hatte er immer was anderes zu tun, oft länger arbeiten (obwohl er das nicht musste) usw. Das ist einerseits nervig, aber auf der anderen Seite ist es auch enttäuschend. Wer alleine bleibt in jeder Hinsicht, der kann von anderen Menschen auch nicht enttäuscht werden.

» Zitronengras » Beiträge: 8744 » Talkpoints: 11,14 » Auszeichnung für 8000 Beiträge


Wenn ich jemanden gut genug kennen würde um zu beurteilen, dass er oder sie sich bewusst gegen Freunde entscheidet und auch ohne enge Sozialkontakte "glücklich" ist, stünde ich der Person ja schon beinahe nahe genug, um als "Freundin" zu gelten. Schließlich geht man ja nicht vor Hinz und Kunz damit hausieren, dass man keine Freundschaften pflegt. Von daher, nein, meine Freundinnen und Freunde haben alle Freundinnen und Freunde, die über ihre GeschlechtspartnerInnen hinausgehen.

Ich selber bin auch eher eigenbrötlerisch und sehe meine Freunde vielleicht einmal im Quartal. Ich habe vielleicht ein halbes Dutzend Leute außer meinen Geschwistern und meinem Lebenspartner, die ich als Freund oder Freundin bezeichnen würde, und die Grenze zu "guten Bekannten" oder Arbeitskolleginnen ist dabei natürlich auch fließend. Für gewöhnlich komme ich allein ganz gut klar, pflege auch keine "geselligen" Hobbys von Chorsingen bis Sport und verbringe meine Freizeit zum größten Teil gerne und freiwillig allein oder im aller kleinsten Kreis.

Aber ich würde die Leute doch vermissen, die ich zum Teil schon seit Ewigkeiten kenne und freue mich jedes Mal, sie zu treffen. Auch längere zeitliche Abstände machen mir gar nicht so viel aus, weil es immer so ist, als wären wir nie getrennt gewesen. Und natürlich gibt es hin und wieder kleinere Reibereien, aber im Großen und Ganzen bin ich selber mit wenigen, guten Freunden doch besser dran als ganz alleine und ständig nur auf meine eigene Lebenswelt zurückgeworfen.

» Gerbera » Beiträge: 8749 » Talkpoints: 1,74 » Auszeichnung für 8000 Beiträge



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