Bei Gruppenarbeiten die Arbeit der anderen kontrollieren?

vom 12.03.2019, 22:29 Uhr

Ich musste in meinem Leben schon viele Gruppenarbeiten machen, nicht nur in der Schule, sondern auch später im Studium bzw. Berufsleben. Gerade im Studium und im Job waren die Arbeiten teilweise so umfangreich, dass man gar nicht die Zeit dazu gehabt hätte, die Arbeit der anderen noch großartig zu kontrollieren. Gerade im Studium, wenn man noch zig andere Studien- und Prüfungsleistungen parallel erbringen muss, wird das problematisch.

Nun habe ich aber von einem Fall erfahren, wo genau das einem Studenten zum Verhängnis geworden ist. So ergeht es dem Bruder einer Freundin. Der musste vor kurzem im Studium eine Gruppenleistung abliefern, wobei seine Kommilitonin nicht sauber gearbeitet hat und im Endeffekt wird er dafür (mit)bestraft. Es wird argumentiert, dass er ja ihre Arbeit hätte kontrollieren müssen und dass er Bescheid gewusst hätte. Findet ihr, dass man in Gruppenarbeiten immer die Zeit und Energie haben sollte, die Leistung der anderen zu kontrollieren? Oder seid ihr anderer Ansicht?

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» Täubchen » Beiträge: 31908 » Talkpoints: 10,10 » Auszeichnung für 31000 Beiträge



Mitgehangen, mitgefangen. Das ist zwar ziemlich blöd gelaufen für deinen Bekannten, aber ich kann die Argumentation der Uni nachvollziehen. Obwohl ich es persönlich auch nicht fair finde. Wie du sagst, gibt es manchmal so umfangreiche Arbeiten, dass man nicht immer den Teil seiner Teampartner korrigieren kann, zumal man ja auch nicht immer in der Materie drin steckt.

Ich selber hatte bisher fast immer starke Teampartner und habe ehrlich gesagt nur ein einziges Mal bei einem Gruppenmitglied Korrektur gelesen. Das war nämlich eine absolute Katastrophe. Sie war nicht nur Legasthenikerin von der schlimmsten Sorte, sondern hatte inhaltlich sehr viele Fehler gemacht. Inhaltlich widersprach sie völlig dem, was die anderen Mitglieder der Gruppenarbeit geschrieben haben. Dadurch ergab die Hausarbeit überhaupt keinen Sinn mehr. Und sie hat es nicht einmal gemerkt. :wall:

Bis auf diese Ausnahme konnte ich mich bisher immer glücklich schätzen mit meinen Gruppenpartnern. Da war kein Korrekturlesen nötig und die Noten haben am Ende trotzdem immer gestimmt.

» Cappuccino » Beiträge: 3797 » Talkpoints: 3,48 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


Die wenigen Male, wo ich mich vor Gruppenarbeiten nicht drücken konnte, bin ich wenigstens der Sippenhaft und Kollektivstrafe entgangen, weil sich zwar mehrere Leute zusammentun mussten, aber die Leistungen dann doch einzeln bewertet wurden. Spätestens an der Uni wäre ich auch recht unangenehm geworden, wenn ich eine schlechte Note bekommen hätte, wenn andere Gruppenmitglieder mal wieder versagt haben.

So habe ich immer brav meinen Teil gemacht, der für gewöhnlich absolut anspruchslos war, und da ich immer die Gruppenstreberin war, die tatsächlich studieren wollte, habe ich auch gottergeben die anderen Aufgaben verteilt, einkassiert und bei denen, die willig, aber doof waren, auch formal und inhaltlich ein bisschen nachgeholfen. Aber im Großen und Ganzen war es mir egal, ob sich jemand aus meiner Gruppe bei der Präsentation am Ende blamiert hat oder nicht. Gruppenarbeit heißt für mich nicht, dass ich für andere Mutti, Sekretärin, Coach oder Therapeutin spiele. Ich glaube, das nennt man auch "nicht teamfähig".

» Gerbera » Beiträge: 7794 » Talkpoints: 8,67 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



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