Hallo!
Ich denke, diese Frage hat ihre Berechtigung. Meiner Meinung nach kann sie mit „Ja!“ beantwortet werden. Jeder Autor schreibt mehr oder weniger autobiographisch. Da wir alle Menschen sind, die sich in vielen Fällen ähneln, glaube ich fest daran, dass jede literarische Note mir zur Selbstfindung dienlich sein kann.
Der Büchermarkt ist überlaufen und meistens ist ein Buch immer dann „in“, wenn es auch gute Verkaufszahlen vorweist. Seit vielen Jahren lese ich nur noch Klassiker, ganz nach dem Motto: Tote Dichter leben länger. Gute Bücher sind einfach zeitlos und gute Schriftsteller sind unsterblich.
Denkt ihr auch, dass man genau jene Bücher liebt, in denen man sich selbst wieder findet?
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:: Lexington
:: Beiträge 123:: 0.16 Talkpoints |
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Hi,
Pauschal kann ich diese Frage natürlich nicht beantworten, und ich kann auch nur von mir selber sprechen, aber da lautet die Antwort ganz klar: JA.
Ich sehe es an meinem Leseverhalten. Ich bin jemand der Bücher liebt. Wenn ich also in die Buchhandlung gehe und bei der Zusammenfassung lese, dass es um jemanden geht, der eine starke Hingabe zu Büchern hat, werde ich das Buch schon mal in die engere Wahl nehmen. Habe ich ein bestimmtes Problem und sehe ein Buch, das sich mit ähnlichem beschäftigt, werde ich es wahrscheinlich kaufen.
Ich denke schon, dass man immer zu der Literatur neigt, zu der man eine Bindung aufbauen kann, die einen selber betrifft. Ich denke in der Literatur ist es wie überall sonst auch: man braucht den persönlichen Bezug um etwas gut und interessant zu finden.
Aber ich glaube nicht, dass Literatur einem hilft sich selbst zu finden. Sobald man weiß wer man ist und was einen ausmacht, denke ich greift man zu der LIteratur, in der man sich wiederfindet. weiß man allerdings noch nicht wer man ist, hat man vermutlich auch ein sehr diffuses Leseverhalten und greift wahllos nach Stoffen aus verschiedenen Genres.
Also ich glaube man muss da den Begriff sich in etwas wiederfinden und Selbstfindung durch Literatur getrennt voneinander sehen. Sich in Büchern wiederentdecken und Bücher gemäß des sich Wiedererkennens auswählen ist das eine. Sich DURCH Bücher selbst zu finden das andere. Letzterem stehe ich skeptisch gegenüber 
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:: steffi11191
:: Beiträge 1280:: -0.63 Talkpoints ::  |
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In Büchern selber wieder finden, halte ich für übertrieben, wohl aber, dass man Bücher liest, die Handlungen haben, die man auch so gerne erleben würde. Ich kann von mir behaupten, dass ich weiß, wer ich bin und was ich in dieser Welt da stelle, aber das heißt ja nicht, dass ich vielleicht auch mal gerne eine andere wäre.
Gerade Bücher, die mich in andere Länder entführen, oder auf andere Planeten, die befriedigen meine Reiselust, der ich aus finanziellen Gründen nicht nachkommen kann. Bücher, die in einem anderen Zeitalter spielen, befriedigen meinen Wunsch Archäologie studiert zu haben und an Ausgrabungen teilgenommen zu haben. Abenteuerromane, die von jedem etwas haben, machen mich wagemutig, denn eigentlich bin ich ein Mensch, der die Sicherheit zu Hause auf dem Sofa vorzieht.
Ich finde mich also nicht selber wieder in Büchern, sondern habe durch Bücher die Möglichkeit an Stelle von anderen Dinge zu erleben, die ich auch gerne erleben würde. Oder aber an Handlungen teil zunehmen, bei denen ich mir sage, dass es toll ist, dass ich so etwas nicht machen muß.
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:: akasakura
:: Beiträge 2604:: 57.44 Talkpoints ::  |
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Ich hoffe nicht, dass jeder sich in den Büchern die er liest wiederfindet. Schließlich stehen regelmäßig Thriller in den Bestsellerlisten. Wie soll man sich in einen solchem Buch wiederfinden? Also ich hoffe doch ganz stark, dass nicht jeder der so etwas liest ein verkappter Massenmörder oder ein heimlicher Sadist ist. Nein, daran mag ich überhaupt nicht denken.
Ich frage mich schon regelmäßig wie man manche Sachen schreiben kann, ohne nicht selbst in irgend einer Art und Weise "gestört" zu sein. Ich möchte mich das nicht noch bei den Lesern fragen. Man liest zwar sicher Bücher, in denen man sich auch wiedererkennt. Aber dass diese Bücher interessieren einen nunmal. Aber verallgemeinern kann man das ganz sicher nicht.
Ich lese soviele verschiedene Bücher und ich finde mich in den wenigsten darin wieder. Manchmal erkennt man gleichartige Gedankenstrukturen, aber das war es dann auch schon wieder. Sicher greift man auch mal zu einem Buch, bei dem einen die Lebensumstände der Protagonisten bekannt vorkommen. Aber doch nicht ständig und bei jedem Buch.
Ich hatte auch noch nicht das Gefühl ein Buch als Ersatz für irgendwelche verpassten gelegenheiten oder nicht getätigte Reisen zu lesen. Ich lese Bücher zum Zeitvertreib und um neues zu erfahren. Um Geschichten erzählt zu bekommen. Aber nicht, um mich darin zu finden.
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:: ChaosXXX
:: Beiträge 1426:: 6.10 Talkpoints ::  |
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Ich finde auch nicht zwingend, dass man nur jene Bücher liebt, in denen man sich selbst wieder findet. Ich lese zum Beispiel sehr viel Vampirliteratur und Fantasy, in manchen diesen Geschichten möchte ich mich gar nicht wieder finden. Meiner Meinung nach liest man aber eher ein Buch gerne, weil man gerne diese Geschichte erleben würde oder mit den Figuren darin zusammen sein würde.
Ich lese auch gerne Klassiker, aber ich würde niemals deshalb aktuelle Literatur verschmähen. Denn da würde mir einiges entgehen, so wie dir damit einiges entgeht. Klassiker sind natürlich schöne Werke und sie sollten nicht vergessen werden, aber sie sind nicht für jeden etwas. Viele Klassiker lese ich auch nicht, weil sie mir nicht gefallen.
Meine literarische Note ist auch nicht für meine Selbstfindung von Bedeutung. Ich weiß, wer ich bin und ich weiß, wo ich hin gehöre. Dazu brauche ich keine Bücher. Denn wie ist es denn bei Menschen, die beispielsweise nicht lesen? Haben diese dann Hürden in der Selbstfindung? Sind das Menschen, die keine wirkliche Möglichkeit haben sich selbst zu finden? Ich denke, da passt etwas nicht so ganz in deinen Ausführungen.
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:: Vampirin
:: Beiträge 4715:: 445.12 Talkpoints ::  |
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