"Uni für Ältere"
Hallo zusammen!
Bei uns an der Universität gibt es ein Sonderprogramm, das sich "Uni für Ältere" nennt. Im Rahmen dieses Programms haben bestimmte Fachbereiche ihre Pforten für Nicht-Studenten geöffnet, es sind unter anderem Geschichte, Theologie, Geographie, Erziehungswissenschaft, Anglistik und Germanistik. Das Angebot ist besonders an Rentner gerichtet, aber auch noch Berufstätige dürfen daran teilnehmen. Die "Senior-Studenten" dürfen an sämtlichen Vorlesungen und einigen ausgewählten Seminaren der Fächer teilnehmen, es gibt für sie eigens ein kleines Veranstalungsverzeichnis, in denen die ihnen zugänglichen Veranstaltungen aufgeführt sind.
Dafür entrichten sie einen kleinen Semesterbeitrag, die Abgaben ans Studentenwerk, etwa für Mensa und Semesterticket, oder auch die sonst üblichen Studiengebühren fallen natürlich weg. Sie besetzen dabei übrigens keine Studienplätze, die sonst den jungen Studierenden zur Verfügung gestanden hätten, es wurde dafür ein extra Kontingent bewilligt, dass unter anderem von ihren eigenen Beiträgen finanziert wird, aber wohl auch Zuschüsse vom Land erhält.
Ich finde diese Einrichtung prima! Die älteren Studierenden sind immer hoch motiviert und sehr interssiert, bei vielen gewinnt man den Eindruck, dass sie regelrecht aufleben, wenn sie in der Uni sind. Für einige scheint das die wesentliche Abwechslung in ihrem Rentner-Dasein darzustellen, womit sie den Wegfall der Arbeit kompensieren und das Aufkommen von Langeweile verhindern können. Andere studieren auch ihr zweites Wunschfach nach, auf das sie in ihrer Jugend zu Gunsten eines anderen Studiums verzichtet haben. Oder aber sie nehmen die Möglichkeit wahr, doch noch mal an die Uni zu gehen, wenn sie früher aus wirtschaftlichen Gründen auf das Abitur verzichten und in den Beruf gehen mussten, und erfüllen sich damit quasi einen alten Traum. Ein Abi ist nämlich keine Zulassungsvorraussetung, hierfür kann sich jeder einschreiben.
Aber auch die "Normal-Studenten" profitieren davon, weil die älteren Leutchen oft über ein großes Wissen und eine Menge Erfahrung verfügen, die sie in Seminardiskussionen mit einfließen lassen und so das Unterrichtsgeschehen bereichern. Einige sind zugegebenermaßen ein wenig anstrengend, weil sie stets perfekt vorbereitet erscheinen und wenig Verständnis dafür haben, dass der Otto-Normal-Student a)nicht nur an dieser einen Veranstaltung teilnimmt und b) vielleicht auch arbeiten muss etc. und darum nicht seine ganze Energie in diese eine Sache investieren kann, aber diese Menschen sind wirklich sie Ausnahme. Die meisten sind sehr nett und hilfsbereit. Und fürs Lernen ist man ja nie zu alt, so lange man interessiert ist.
Nun würde mich mal interessieren, ob es solche Programme auch an anderen Hochschulen gibt, oder ob das ein spezielles Phänomen der Universität Osnabrück ist. Was haltet ihr davon? Findet ihr es gut, dass auch älteren Menschen noch einmal die Möglichkeit gegeben wird, sich mit neuen Dingen so auseinander zu setzen oder haltet ihr das für Zeitverschwendung und eine überflüssige Belastung für die Universitäten?
Gruß
Sorcya
Bei uns an der Universität in Greifswald gibt es auch eine solche interessante Möglichkeit für schon etwas ältere Leute. Das hat sich positiv entwickelt muss ich sagen, denn daraus sind sehr viele neue Projekte ins Leben gerufen worden. Ich denke einmal an den Umsonstladen oder den Workshop in Bezug auf die Berufsberatung.
Jungen Leuten besonders künftige Schulabgänger werden hier regelmäßig einzelne Berufe vorgestellt. Bei diesen Veranstaltungen arbeiten die normalen Studenten mit den älteren Studenten sehr eng zusammen. Auch der regelmäßige Meinungsaustausch zu aktuellen Problemen ist hier sehr wichtig, denn hier entstehen neue Impulse die man auch praktisch umsetzen kann.
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