Zu wenig Unterstützung von den Lehrern beim Homeschooling

vom 04.06.2020, 09:09 Uhr

Wie sieht das bei euch denn so im Homeschooling aus, kommt ihr gut zurecht, oder hapert es bei Euch auch ein wenig mit der Motivation der Kids zum Beispiel?

Meine Kinder gehen in die 6. und 7. Klasse einer Realschule und wir bekommen die Hausaufgaben von Anfang an auf der Homepage bereitgestellt. Allerdings wollte kein Lehrer sie jemals sehen, außer der Mathelehrer meines Sohnes. Ich habe also versucht mich möglichst gut in die Aufgaben einzuarbeiten um ihnen zu helfen, allerdings auch nicht immer einfach, dank YouTube allerdings leichter als früher.

In Englisch bin ich allerdings eine Pflaume und kann keinen Satz in 10 Zeiten umschreiben. :think: Ich habe mich dann schon gefragt, warum gibt es nicht einfach einen Zettel für die Eltern mit den Lösungen.

Seit drei Wochen haben wir jetzt wieder einmal die Woche Unterricht, ob das so viel mehr bringt, weiß ich allerdings auch nicht. Laut unseren Lehrern darf man nicht so einfach Unterricht übers Internet machen, da gibt es wohl strenge Vorlagen und nicht jedes Kind hat die Möglichkeiten, diesen Unterricht so zu nutzen. Meine Tochter hat beispielsweise eine Freundin, sie hat vier Geschwister, da bräuchte man ja schon fünf PC's. Allerdings kenne ich andere Familien, da läuft dieser Unterricht. Mich interessiert einfach mal wie das bei euren Kindern so läuft?

» laraluca » Beiträge: 1038 » Talkpoints: 57,49 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Bei meinen Neffen läuft das auch eher so, dass die Eltern keine Lösungen bekommen und dann eben nur die Aufgaben und Seiten kommuniziert werden, die man abarbeiten soll. Wobei es da wohl Lehrer gibt, die an ihre Klasse Videos schicken um ein bisschen etwas zu erklären, was unklar ist. Man steht also schon in Kommunikation über Mail mit dem Lehrer, aber das läuft auch so, wenn die Schule offen ist, die Lehrer sind wohl immer auch über Mail zu erreichen.

Mein Bruder und seine Frau kommen damit auch super klar, sie waren selber Einserschüler und haben ihre Abschlüsse mit Bestnoten gemacht, da fällt einem so etwas auch leichter, außerdem decken sie sowohl die Sprachen durch die Frau, als auch das Wissenschaftliche durch meinen Bruder ab. Die offene Kommunikation mit den Lehrern ist dann aber zusätzlich noch sehr gut. Ich denke viele sind einfach überfordert gerade, weil es für den Lehrer ja auch eine sehr große Umstellung ist und man jedem Kind gerecht werden muss.

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» Ramones » Beiträge: 45872 » Talkpoints: 4,32 » Auszeichnung für 45000 Beiträge


Da wir ja mit Kindern in den sozialen Einrichtungen sehr viel zu tun hatten, konnten wir auch immer mit bekommen, wie wenig die Lehrer mancher Schulen aktiv waren. Auffällig war gerade eine Hauptschule, welche bei mir auch um die Ecke ist. Sie gilt zwar als Problemschule, aber wenn man einen Bildungsauftrag mit gutem Gehalt bei der hiesigen Stadt teils im Beamtenstatus hat, dann sollte man auch seinem Auftrag nachkommen.

Ich meine, bitte versteht mich nicht falsch. Normalerweise habe ich ein ganz anderes Arbeitsgebiet und bin nur durch Corona intern „verschifft“ worden beziehungsweise teils verschifft worden, aber mir bleiben am Ende die Kids und Jugendlichen vor Augen, die uns „bildungslos“ aufgedrückt werden nach dem Motto:“Frisst und stirbt“. Das klingt sehr dramatisch, aber darunter sind schwierige Kinder, die aus schwierigen Verhältnissen kommen. Also sind es eher die Verhältnisse, die schwierig sind und dann muss man die Hausaufgaben nicht erklären usw.?

So kam es uns bei sehr vielen vor. Tatsache ist, das mache ich auch deutlich, dass ich persönlich die Schulleitungen kontaktiert habe sowie die Stadt! Dies auch im Wissen meiner Chefin, die mit gemacht hat. Denn wir arbeiten alle für einen gewissen Auftrag und wenn ich dort Jugendliche sitzen habe, die sagen:“Meinen Eltern bin ich egal, den Lehrern und wieso sollte aus mir jemals was werden“, dann ärgert es mich selbst maßlos.

Auch in meiner Familie waren viele Kinder vollkommen hilflos dem Homeschooling ausgesetzt, welches nicht oder nur sehr schwierig funktionierte. Ich möchte auch keine Grunddebatte darüber, ob das an den Schulen lag, aber auffällig war eben, dass Sonder- und Hauptschulen die Lehrer wenig bis gar nichts kontrolliert haben sowie den Kontakt zu den Schülern gesucht haben. Das werde ich auch echt nicht vergessen, weil mich das so aufgeregt hat.

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» Kätzchen14 » Beiträge: 5843 » Talkpoints: 12,67 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



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