Eheende gegenüber Beziehungsende als dramatischer empfinden?

vom 02.04.2021, 20:36 Uhr

Den vielen Corona Regeln zum Trotz mussten in meinem Umfeld schon viele das Handtuch auf ganz unterschiedliche Arten werfen. Insbesondere das Thema Beziehungen und Ehen hat hier einen ganz neuen Stellenwert bekommen, sodass einige kurz vor oder bereits in der Trennung stehen.

Doch letztens verwunderte mich eine ganz entscheidende Aussage von zwei Damen aus meinem Umfeld. Die eine sieht ihre Ehe am Ende und bei der anderen hat Corona die Beziehung nicht überstanden, sodass dies natürlich zum Thema wurde, welches ganz unterschiedliche Auffassungen mit sich brachte.

Beide sind natürlich traurig über das Ende der jeweiligen Beziehungen, aber die Dame A mit der Ehe war der Ansicht, dass sich Dame B nicht so anstellen soll, denn ihr Beziehungsende sei ja nicht mit einer Ehe zu vergleichen. Denn eine Ehe ist ja noch einmal eine ganz andere Art einer Beziehung, sodass sie die Trauer für sich in Anspruch nahm und wenig Verständnis für die Trauer der Dame B aufwies.

Dies hat wie eigentlich zu erwarten, für kontroverse Diskussionen gesorgt, denn niemand verstand, wieso das Eheende von Dame A wichtiger sei als ein Beziehungsende der Dame B. Doch könnt Ihr möglicherweise diese Ansicht verstehen oder gar teilen? Ist ein Eheende dramatischer, weil man verheiratet war als ein klassisches Beziehungsende oder sind beide Schlussstriche für Euch auch gleich schlimm zu bewerten?

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» Kätzchen14 » Beiträge: 5612 » Talkpoints: 13,80 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



Psychisch oder emotional kann man sicherlich unter einem Beziehungsende genauso oder mehr leiden als unter einem Eheende. Aber eine Ehe ist auch mit rechtlichen Folgen verbunden, die man bei einer normalen Beziehung nicht hat. Da gibt es das Trennungsjahr, den Scheidungsprozess, man muss eventuell hinterher Trennungsunterhalt zahlen oder einen finanziellen Ausgleich für Anschaffungen leisten usw. Wenn man nicht geheiratet hat und es auch keine Kinder gibt, dann hat man da nicht so viele Schwierigkeiten. Wenn man noch nicht einmal zusammen gewohnt hat, dann muss man auch nichts auseinander klamüsern und kann von heute auf morgen getrennte Wege gehen.

» Zitronengras » Beiträge: 9342 » Talkpoints: 93,11 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


Emotional gesehen ist eine Beziehung eine Beziehung und ob man da nun rechtliche Verbindlichkeiten eingegangen ist oder nicht, spielt bei Gefühlen keine Rolle. Auch die Länge einer Beziehung sagt nichts über die Emotionalität nach einer Trennung aus. Jeder geht ja auch anders damit um. Hier scheint einfach ein Streit um Aufmerksamkeit und Mitleid entfacht zu sein, was ich unter Freundinnen schon mehr als unangemessen finde.

Jeder hat sein Päckchen zu tragen, seine Trennung zu verarbeiten und da macht es die Tatsache, dass man nicht verheiratet ist auch nicht leichter. Man muss ja nicht heiraten und wenn man 10 Jahre zusammen ist, dann ist das auch nicht wertlos, finde ich. Außerdem gibt es auch Menschen, die sofort heiraten und das hat dann eben auch nicht wirklich mehr Gehalt als ein Paar, welches 10 Jahre zusammen ist.

Natürlich hat man aber Probleme nach so einer Trennung und wenn man eine Scheidung hat, dann ist das eben auch mit finanziellen Verlusten verbunden oder zumindest mit einigem Aufwand und Wegen verbunden, das ist schon noch mal eine ganz andere Stufe, aber dennoch hat es nichts mit Emotionen zu tun.

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» Ramones » Beiträge: 45029 » Talkpoints: 10,11 » Auszeichnung für 45000 Beiträge



Es kommt drauf an. Ein Beziehungsende kann emotional durchaus schlimmer sein als ein Eheende, wenn die Beziehung lange gedauert hat und das Ende für einen der beiden völlig unerwartet kommt, als ein Eheende, wo das Ende schon lange vorhersehbar war und in beiderlei Einvernehmen geschieht. Außerdem kommt es darauf an, ob Kinder vorhanden sind, was ja durchaus auch bei einer Beziehung der Fall sein kann, ob eine gemeinsame Wohnung vorhanden ist, ob man einen gemeinsamen Hund besitzt, wie die Verflechtung mit Freunden und Familie ist und vieles mehr.

Rein rechtlich gesehen ist ein Eheende natürlich schwieriger, da eine Ehe eine rechtliche Angelegenheit ist. Es sind zum Beispiel Unterhaltsansprüche zu klären, die fast immer vorhanden sind, ein Trennungsjahr ist einzuhalten und zu organisieren, wenn zum Beispiel beide dieses Jahr über noch in einem gemeinsamen Haus wohnen, die Renten sind zu klären und meistens sind zwei Rechtsanwälte nötig. Eine Scheidung ist teuer, bei einer Beziehung ohne rechtlichen Status hat meistens keiner einen Anspruch an den anderen.

» blümchen » Beiträge: 2733 » Talkpoints: 71,46 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



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