Was tun und was hilft bei Schlafstörungen?

vom 13.10.2020, 13:59 Uhr

Es kommt ziemlich oft vor, dass ich mich stundenlang im Bett herumwälze und es einfach nicht schaffe einzuschlafen. Jede Nacht so zu verbringen ist auch nicht unbedingt gesund für den Körper und die Psyche, denn ich bekomme höchsten 3 Stunden Schlaf jede Nacht, auch wenn ich weiß Gott wie erschöpft bin.

Es kommt einfach nicht dazu, dass ich wirklich tief einschlafen kann. Ich möchte aber auch nicht einfach Schlafmittel nehmen, weil man da ja auch ziemlich schnell abhängig werden kann und ich bin generell einfach kein Fan davon. Kennt ihr da irgendwelche Mittel, die auf natürliche Weise dabei helfen einzuschlafen.

» aurel » Beiträge: 4 » Talkpoints: 0,61 »



Deine Frage ist etwas zu komplex, um sie pauschal beantworten zu können, und die Schwere der Symptomatik sowie der Leidensdruck sprechen für mich doch dafür, dir die Einholung eines fachmännischen Rates zu empfehlen. Es gibt speziell fortgebildete Schlafmediziner und Kliniken sowie ambulante Stellen, die Schlaflabor-Untersuchungen anbieten. Das wären Stellen, an die ich verweisen würde, wobei du vermutlich sowieso erstmal den Weg über deinen Hausarzt und eine Überweisung gehen musst.

Schlafstörungen sind ja nicht gleich Schlafstörungen, denn es gibt da diverse Unterarten. Man muss auch mal genau analysieren, welche Stress- und Umweltfaktoren gegebenenfalls Einfluss auf deinen Schlaf nehmen, ob körperliche Grunderkrankungen mit vorliegen und so weiter.

Zur "Selbsthilfe" kann man vorneweg natürlich gewisse Techniken der Schlafhygiene empfehlen - also beispielsweise Abstinenz von Bildschirmen und zu grellem elektrischem Licht ausreichend lange vor dem Schlafengehen, feste Aufsteh- und Bettgehzeiten, Rituale vor der Nachtruhe, Atem- und Entspannungsübungen, Lavendelduft und rein pflanzliche Medikation mit Baldrian, wahlweise als Tee, Dragees, Tropfen oder in anderen Darreichungsformen.

Wenn all das nichts hilft und die Lebensqualität massiv leidet, ist trotz aller Skepsis manchmal eine vorübergehende Schlafmedikation sinnvoll. Nicht alle der heutzutage zugelassenen Präparate bergen ein Abhängigkeitspotential. Die meisten sind unter ärztlicher Aufsicht und Kontrolle weitestgehend unbedenklich, zeigen aber gute Effekte und bringen mit Sicherheit die wohl schnellste Entlastung.

» MaximumEntropy » Beiträge: 7698 » Talkpoints: 849,04 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


Man müsste sicherlich mal schauen, was dir fehlt und weswegen es nicht klappt. Vielleicht hat es einen medizinischen Hintergrund, weswegen ich das bei der langanhaltenden Dauer schon auch mal mit einem Arzt besprechen würde. Allerdings kannst du auch selber Schritte unternehmen, damit es besser wird.

Lüften finde ich hilfreich, ebenso wenn man vorher noch mal Sport an der frischen Luft macht. Geht man joggen und nach dem Ausschwitzen warm duschen kann man danach eigentlich immer super schlafen, also bei mir ist das so. Manche Leute schwören auch auf eine heiße Milch mit Honig, da hat sicherlich jeder so sein Rezept.

Vielleicht hilft es dir aber auch, wenn du abends einfach mal nicht fernsiehst, sondern ein Buch liest, da das weniger Reize an dein Gehirn schickt. Rituale sind auch wichtig, damit der Körper weiß, dass er herunterkommen muss, weil gleich geschlafen wird. Ein Hörbuch am Abend zum Einschlafen kann auch etwas bringen, je nachdem was du so für ein Typ bist.

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» Ramones » Beiträge: 42835 » Talkpoints: 11,48 » Auszeichnung für 42000 Beiträge



Ich kenne das nur zu gut. Ich kämpfte früher auch öfters mit Einschlafproblemen. Dementsprechend gerädert fühlte ich mich dann am nächsten Morgen. Auf Schlaftabletten würde ich auch nicht setzen. Die regen zwar die Melatoninproduktion im Körper an und man möge besser schlafen, aber ich glaube, dann fühlt man sich untertags noch müder...das ist ja auch nicht Sinn und Zweck der Sache.

Ich habe lieber in der Apotheke nachgefragt und mich dort beraten lassen. Dort bekommt man erfahrungsgemäß auch immer recht gute Tipps! :-) Vielleicht kannst du ja dort mal nachfragen. Natürlich solltest du aber auch versuchen, der Sache auf den Grund zu gehen. Fühlst du dich gestresst? Warum ist deine Psyche belastet? Stelle dir mal all diese Fragen und schaue, ob du zu einer allgemeinen Antwort kommst.

» polsterchen » Beiträge: 39 » Talkpoints: 4,22 »



Ich habe auch manchmal Ein- oder Durchschlafprobleme, aber bislang behelfe ich mir noch ohne Medikamente zum Einnehmen. Wenn ich wach liege und nicht einschlafen kann, klappt es meistens nach einer Weile ganz gut, wenn ich mir gezielt angenehme Dinge vorstelle. In meinem Fall wären das beispielsweise Reiseerinnerungen, wobei ich dann weniger an konkrete Vorfälle denke, sondern mir einfach eine Fahrt durch eine schöne Landschaft vorstelle und mich eher den auftretenden Szenen und Gefühlen widme. Das bremst störende Gedankenkarussels aus, und nach einigen Minuten fangen die erinnerten Bilder an, sich zu verselbständigen. Das ist dann meistens der erste Schritt in Richtung Einschlafen.

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» lascar » Beiträge: 2718 » Talkpoints: 518,14 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


Ich kenne diese Problematik leider nur zu gut und leide auch immer wieder mal mehr mal weniger darunter. Im Moment bin ich wieder deutlich gestresster, da kommt bei mir dann auch noch RLS dazu, das hält auch gut wach. Insgesamt setzte ich persönlich meistens auf verschiedene Dinge.

Definitiv schließe ich mich an: Sport machen (ich setze gerne auf Yoga, da gibt es auch Video-Tutorials, die beim Einschlafen helfen sollen), Lüften, eventuell Meditieren. Bildschirme jeglicher Art bis zu einer Stunde vor dem Zubettgehen meiden und lieber auf ein Buch setzen. Mandalas sollen ja auch beruhigend wirken.

Ansonsten mag ich gerne Produkte mit Lavendel (besonders diese Sleepy Bodylotion von Lush, die wirkt für mich persönlich Wunder). Eine gute Freundin von mir hat auch Erfolg gehabt mit CBD-Tropfen. Die sind nicht berauschen sondern nur beruhigend und deswegen legal erhältlich. Das ist dann eine persönliche Präferenz, ob einem das zusagt. Ich hoffe, deine Probleme werden bald besser!

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» lenchen » Beiträge: 10 » Talkpoints: 2,03 »


Ich hatte vor Jahren stressbedingt aufgrund von Dreifachbelastung Kinder, eines davon schwierig, Haushalt und Ganztagsjob mit Schlafproblemen zu kämpfen. Das war nervig, weil ich ja wusste, dass ich am nächsten Morgen früh aufstehen musste. Mir hat Autogenes Training sehr gut geholfen.

Wenn die Schafprobleme daran lagen, dass ich zu viel über irgendwelche privaten oder beruflichen Probleme gegrübelt habe, dann hat es auch geholfen, mir alles aufzuschreiben und mir eine Agenda für den nächsten Tag zu machen. Ich hatte immer einen Block und einen Stift neben meinem Bett. Das hat sehr gut geholfen. Die Probleme wanderten dann sozusagen aus meinem Kopf auf das Papier. Manche Knoten im Gehirn haben sich alleine dadurch schon gelöst.

Zur Zeit habe ich den Luxus, morgens ausschlafen zu können. Falls ich mal nachts nicht schlafen kann, was eher selten vorkommt, stehe ich einfach auf und tue irgendetwas, das ich auch tagsüber tun würde. Dann habe ich keine Probleme damit, dass ich nachts nichts schlafen kann. Fast immer ist es in der nächsten Nacht besser.

» blümchen » Beiträge: 1651 » Talkpoints: 9,15 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



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