Wann und warum eine ärztliche Zweitmeinung einholen?

vom 11.10.2020, 17:29 Uhr

Es heißt ja oftmals, dass man sich bei etwas schlimmeren Erkrankungen, möglichst immer eine Zweitmeinung einholen sollte. Ich habe das bisher noch nie gemacht und sollte auch schon mal an der Wirbelsäule und am Bein operiert werden. Auf eine Zweitmeinung habe ich bei diesen Fällen verzichtet und diese aus reinem Bauchgefühl heraus abgesagt, was sich im Nachhinein auch als richtig erwiesen hat. Wie denkt ihr denn über ärztliche Zweitmeinungen und habt ihr solche schon mal eingeholt? Wann wäre euch diese denn unbedingt wichtig und aus welchen Beweggründen?

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» friedchen » Beiträge: 1114 » Talkpoints: 709,13 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Ich war mal bei einem Arzt, der mir ein neues Medikament verschreiben wollte. Dieses Medikament wollte er mit sofort geben, ohne ein altes Medikament, welches extreme Wechselwirkungen aufweist, auszuschleichen. Das hat mich wahnsinnig stutzig gemacht, so dass ich eine Zweitmeinung eingeholt habe. Ich denke, dass eine Zweitmeinung angebracht ist, wenn der Patient sich nicht mehr bei einem Arzt wohlfühlt und wenn das Bauchgefühl sagt, dass etwas nicht stimmt.

Ich habe den Vorteil, ich stamme aus dem medizinischen Bereich, ich kann meine Medikamenten teilweise schon einschätzen, beziehungsweise eine angepasste Recherche betreiben. Aber das Verhalten dieses Arztes war mir auch sehr suspekt, alleine die Aussagen, dass ich bloß nie wieder mit Infektiösen arbeiten sollte, hat mich extrem stutzig gemacht. Also habe ich mir einen anderen Arzt gesucht und bin sofort gewechselt, weil der andere Arzt auf mich einen kompetenten Eindruck mache und seine Behandlung wirklich Hand und Fuß hatte.

» Wibbeldribbel » Beiträge: 11404 » Talkpoints: 29,78 » Auszeichnung für 11000 Beiträge


Ich finde eine ärztliche Zweitmeinung macht immer dann Sinn, wenn durch Medikamente und/oder Operationen ein grober Eingriff in den persönlichen Körper anstehen würde bzw. man sich nicht ausreichend aufgeklärt fühlt oder vom Arzt nicht ernst genommen - sprich wenn einfach das Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Arzt nicht passt.

Natürlich hole ich mir keine Zweitmeinung wenn es zum Beispiel um meine Sehstärke geht. Dann lasse ich die Brille anfertigen und bestenfalls passt das Ganze dann. Eine Änderung ist dann zwar mit zusätzlichen Kosten verbunden, schadet aber ja meinem Körper nicht.

Ich habe mir aber durchaus schon Zweitmeinungen geholt wenn es um die Gabe von Antibiotika ging bzw. zum Beispiel um eine Zahnbehandlung. Außerdem habe ich auch schon einen zweiten Arzt aufgesucht, wenn ich das Gefühl hatte nicht ausführlich und kompetent genug aufgeklärt worden zu sein bzw. wenn ich das Gefühl habe /hatte dass die geplante Behandlung nicht die erwünschte Wirkung zeigt.

» EngelmitHerz » Beiträge: 2503 » Talkpoints: 52,13 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Ich hatte noch nie den Fall, dass ich zu einem zweiten Arzt der selben Fachrichtung gegangen bin um dort die gleichen Untersuchungen wie beim ersten Arzt noch mal machen zu lassen und zu hören was der für eine Meinung hat.

Ich hatte aber schon den Fall, dass mir von einem Arzt dazu geraten wurde mich nochmal an einen Kollegen einer anderen Fachrichtung zu wenden weil der vielleicht einen anderen Blickwinkel hat.

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» Cloudy24 » Beiträge: 25656 » Talkpoints: 164,50 » Auszeichnung für 25000 Beiträge



Vor einigen Jahren hatte ich mal einen Bandscheibenvorfall, der sich durch relativ starke, aber noch ertragbare Schmerzen bemerkbar gemacht hatte. Doch der erste von mir konsultierte Orthopäde drückte ein wenig an meinem Rücken herum und erklärte mir dann im Brustton der Überzeugung, dass es sich um Verspannungen handeln würde. Einen Bandscheibenvorfall könnte er ausschließen.

Mir kam das damals komisch vor, weil sich Verspannungen erfahrungsgemäß meistens anders anfühlen, und so hatte ich noch einen zweiten Orthopäden konsultiert, der mich zum Radiologen zwecks MRT-Untersuchung schickte. Und tatsächlich kam dann heraus, dass es ein leichter Bandscheibenvorfall war. In diesem Fall war es also angemessen und sinnvoll gewesen, eine Zweitmeinung einzuholen.

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» lascar » Beiträge: 2718 » Talkpoints: 518,14 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


Habe bisher zweimal die Frauenärztin gewechselt, weil ich mich damals sehr missverstanden und nicht gut aufgehoben gefühlt hatte. Zum Glück gab es keine Verletzung oder schlimme Erkrankung, aber ich wollte es für die Zukunft nicht darauf ankommen lassen, mich in die Hände einer Person zu begeben, die mir nicht mal das Gefühl vermittelt, dass sie mir zuhört. Darum finde ich man sollte sich auf jeden fall eine Zweitmeinung einholen, wenn man sich einfach von vorneherein nicht wohl fühlt oder als würde man abgetan werden.

» Weltenbummlerin » Beiträge: 11 » Talkpoints: 1,44 »


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