Heißt Freundschaft geben und nehmen?

vom 29.06.2020, 21:30 Uhr

Ich mag nicht mehr der Mülleimer für meine Freundin sein, die bei mir ihren täglichen Kummer und Ärger abladen will und auch keinen meiner Ratschläge annimmt. Sie nutzt meine Gutmütigkeit schon Jahre aus und ich möchte das nicht mehr, wenn ich mal Hilfe gebraucht habe, wurde gar nicht reagiert und auch nicht mal nachgefragt.

Jetzt habe ich mir eine Auszeit erbeten und sie reagierte gekränkt, meldet sich nicht mehr. Ich bin ja zum Teil selbst schuld, weil ich das über Jahre zugelassen habe. Für mich ist heißt Freundschaft, gegenseitig geben und nehmen. Oder sehe ich das falsch? Was meint ihr dazu und wie handhabt ihr das im Alltag?

Benutzeravatar

» friedchen » Beiträge: 1040 » Talkpoints: 640,15 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Du siehst das auf jeden Fall nicht falsch und natürlich ist sie jetzt sauer, weil sie dich nicht mehr ausnutzen kann. Es ist aber auch nicht klar, ob ihr das alles so bewusst war. Oftmals nutzt man vielleicht einen positiven Aspekt und denkt über eigene Handlungen nicht nach, wenn man mit diesen Handlungen verwöhnt wird. Ich denke, dass das keine gute Freundschaft ist, wenn sie so einseitig stattfindet. Das würde ich auch noch mal ganz klar schreiben. Offensichtlich redet ihr nun nicht miteinander, also schreib ihr doch mal was dich dazu bewegt hat so zu handeln und zwar einfach alles, was dich da stört.

Als Brief oder Nachricht hat sie das Ganze greifbarer und es bleibt ihr Zeit darüber nachzudenken. So kann sie selber darüber nachdenken, ob es wirklich so war oder nicht. Ich finde man muss entweder eine komplette Änderung der Beziehung zwischen euch herbeiführen oder es funktioniert auf Dauer nicht. Ich habe keine einseitigen Freundschaften. Bei uns kann man gegenseitig wirklich immer mit Hilfe rechnen. Für meinen besten Freund bin ich beispielsweise mal in ein anderes Bundesland gefahren, weil er sich getrennt hatte und damit aber letztendlich wirklich zu kämpfen hatte. Er hat das nicht verlangt, aber für mich stand fest, dass ich ihm helfe und das hat ihm auch geholfen.

Ganz so arg muss das ja nicht sein, aber gegenseitige Hilfe sollte normal sein und da rede nicht davon, dass man eine Strichliste führt wann wer etwas gemacht hat, sondern dass man sich einfach gegenseitig bei Bedarf hilft und natürlich gibt es auch Situationen, in denen man dann nicht kann, weil man arbeiten muss oder Termine hat, aber das ist dann ja auch okay.

Benutzeravatar

» Ramones » Beiträge: 42074 » Talkpoints: 19,04 » Auszeichnung für 42000 Beiträge


Ähnliche Themen

Weitere interessante Themen

^