Influencerin trauert öffentlich um ihr Baby

vom 04.01.2020, 15:05 Uhr

Die Texanerin Brittani Boren Leach fand an Weihnachten ihren erst 3 Monate alten Sohn leblos in seinem Bett.

Der kleine Zwerg hörte während des Mittagsschlafs auf zu atmen. Schon die Stunden in Krankenhaus teilte sie mit ihren Followern im Internet. Darunter wie sie mit dem Kind im Bett liegt und das Kind an Schläuche und Maschinen angeschlossen ist. Egal was sie tut oder entscheidet, sie teilt einfach alles im Netz.

Eigentlich sind das Momente, in denen die Eltern unter sich sein wollen um in Ruhe zu trauern und alles zu verarbeiten. Wieso wird sowas öffentlich zelebriert? Könnt ihr euch vorstellen, dass das verarbeiten in der Öffentlichkeit hilft? Ich für mich verstehe die Beweggründe überhaupt nicht.

» timbo007 » Beiträge: 950 » Talkpoints: 1,27 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Ich glaube manche Menschen leben da inzwischen in ihrer ganz eigenen Welt. Sie kennt es vermutlich schon gar nicht mehr anders als alle ihre Gefühle und Gedanken mit der ganzen Welt zu teilen und da macht sie keinen Unterschied mehr im Thema. Das ist wahrscheinlich einfach ihre generelle Art und Weise Gefühle und Gedanken zu verarbeiten und für sie scheint es das Normalste auf der Welt zu sein. Vielleicht braucht sie dabei auch einfach die Rückmeldung und das Feedback um sich besser zu fühlen - in diesem Fall das Gefühl der Anteilnahme.

Ich persönlich würde auch nie auf die Idee kommen mein Privatleben und gerade solche Schicksalsschläge so in der Öffentlichkeit breit zu treten. Es gibt durchaus mehrere Promis die Schicksalsschläge in Bezug auf Ihre Kinder veröffentlichen. Aber meist geschieht das nach einigen Wochen der Trauer und mit der Intention auf eine Gefahr hinzuweisen - z.B. auf das Ersticken an Gegenständen oder Ertrinken im Teich/Pool.

» EngelmitHerz » Beiträge: 2995 » Talkpoints: 64,69 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


Ich denke man muss da auch ein bisschen unterscheiden. Sie postet sicherlich alles aus ihrem Alltag und verdient mit Werbedeals Geld. Nun muss sie ja erklären, warum sie sich weniger meldet, eventuell keine Werbung macht und so weiter. Da steckt ja auch ein Verdienst dahinter. Sicherlich ist es auch Gewohnheit, das Gefühl immer im Mittelpunkt stehen zu wollen und das Erhaschen von Aufmerksamkeit.

Ich finde es traurig, wenn man so etwas postet und kann das für mich auch nicht nachvollziehen. Vielleicht ist sie so sehr in der Welt gefangen, dass sie nicht mehr ohne den Zuspruch von Fremden kann. Wer weiß das schon so genau, denn als Nichtinfluencer kann man diese Welt nicht so verstehen.

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» Ramones » Beiträge: 46509 » Talkpoints: 2,20 » Auszeichnung für 46000 Beiträge



Ich denke auch, dass diese Person inzwischen so sehr daran gewöhnt ist, alle Aspekte in ihrem Leben mit der Öffentlichkeit zu teilen und dass dann auch solche Dinge für sie einfach dazu gehören. Zudem verarbeitet jeder Mensch seine Trauer auch anders und vielleicht hilft es ihr, die Unterstützung ihrer Follower zu spüren, um diese Situation besser zu meistern. Aber ich denke auch, dass das nur für wenige Menschen eine Option ist, so sehr alles ins Netz zu stellen.

» Barbara Ann » Beiträge: 28715 » Talkpoints: 32,49 » Auszeichnung für 28000 Beiträge



Jeder Mensch reagiert bei einem Trauerfall anders. Und selbst bei verschiedenen Trauerfällen, reagiert man anders. Als mein Vater gestorben war, wollte ich mit niemanden darüber reden. Ich bin sogar manchen Menschen aus meinem nächsten Umfeld aus dem Weg gegangen, weil ich da nicht mal Mitleid wollte.

Letztes Jahr war mein Schwager gestorben und ich war froh, dass ich viele Menschen hatte die mir zuhörten. Auf der einen Seite war das Reden befreiend, weil ich eine recht große Wut auf den Notarzt hatte. Nicht weil mein Schwager tot war, sondern weil wir uns die Nacht mit der Kripo um die Ohren schlagen konnten. Selbst die beiden Herren konnten das Agieren des Notarztes nicht nachvollziehen, was ihren Einsatz ja zur Folge hatte.

Und so kann es eben auch einer jungen Mutter helfen, wenn sie von Außen Zuspruch erhält. Denn sie wird dadurch auch Menschen finden, die ähnliches erlebt haben, wo ein Austausch stattfinden kann, der beim Verarbeiten hilft. Da muss man sich nicht daran aufhängen, dass sie Influencerin ist. Auch Ottonormalverbraucher neigt immer mehr dazu alles im Netz öffentlich mitzuteilen.

» Punktedieb » Beiträge: 17174 » Talkpoints: 64,01 » Auszeichnung für 17000 Beiträge


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