Wann eine Fruchtwasserpunktion bei Schwangerschaft?

vom 08.12.2011, 22:15 Uhr
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Eine Bekannte von mir ist 45 Jahre alt und ist schwanger. Ihre Schwangerschaft gilt als Risikoschwangerschaft und ihr Arzt hat ihr eine Fruchtwasserpunktion nahe gelegt. Sicher wird das gemacht, weil meine Bekannte schon relativ alt für eine Schwangerschaft ist. Aber wann macht man eigentlich überhaupt eine Fruchtwasserpunktion bei Schwangerschaften?

Warum wird eine Fruchtwasserpunktion gemacht, wenn beispielsweise eine werdende Mutter noch jünger ist oder wird das nur bei Spätschwangerschaften gemacht? Wie geht so eine Fruchtwasserpunktion von statten? Wie hoch ist das Risiko für das Kind, wenn man die Fruchtblase ansticht um Wasser herauszuholen? Wird das von unten her, durch den Muttermund, gemacht oder durch die Bauchdecke?
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» Diamante » Beiträge: 34066 » Talkpoints: 21,38 » Auszeichnung für 34000 Beiträge


Meine Frau war auch etwas älter als sie schwanger wurde, aber von vornherein haben wir uns gegen eine Fruchtwasseruntersuchung entschieden. Es ist schon so viel negatives passiert bei diesen Fruchtwasseruntersuchungen, so dass wir kein weiteres Risiko eingehen wollten. Und es gibt genügend andere Untersuchungen, die nicht so gefährlich für das Kind sind.
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» kowalski6 » Beiträge: 2525 » Talkpoints: 142,31 » Auszeichnung für 2000 Beiträge

Meine Schwester hatte vor kurzem so eine Fruchtwasseruntersuchung. Es gab bei den normalen Untersuchungen beim Frauenarzt einige Ungereimtheiten und so riet er dazu eine Fruchtwasseruntersuchung machen zu lassen. Ich muss dazu sagen, dass es davor bzw zu dieser Zeit schon Komplikationen gegeben hat und sie sich schonen musste. Als es dann auch noch hieß, dass einige Anzeichen auf das Downsyndrom hinweisen würden, wollte sie natürlich wissen was los ist. Wie sollte man sonst die restliche Schwangerschaft stressfrei überstehen? Die Anzeichen dafür waren ein verkürztes Nasenbein, ein etwas zu kurzer Oberschenkelknochen sowie etwas mit dem Darm. Was genau weiß ich nicht mehr, da ich da völlig geschockt und nicht mehr 100%ig aufnahmefähig gewesen bin.

Die Fruchtwasseruntersuchung wird leider nicht durch den Muttermund gemacht. Meiner Schwester wurde eine lange Nadel durch die Bauchdecke bis hin zur Fruchthülle gedrückt. Sie meinte, dass es gar nicht so schmerzhaft gewesen ist. Schlimm war nur, dass man genau gespürt hat wie die Nadel durch die einzelnen Schichten gestochen wurde. Nach der Fruchtwasseruntersuchung hieß es wieder 2 Wochen schonen. Aber wenigstens war das Ergebnis positiv und laut dem letzten Ultraschall hat meine Nichte alles aufgeholt. Plötzlich liegen alle Werte im normalen Durchschnitt. :)

Sie ist übrigens erst Anfang 30 und nun mit dem dritten Kind schwanger. Eine nötige Fruchtwasseruntersuchung und Komplikationen kommen also auch bei jungen Frauen und auch bei denen, die bereits problemlose Schwangerschaften hinter sich haben, vor.
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» Sonty » Beiträge: 1836 » Talkpoints: 146,65 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Bei meiner Freundin wurde ebenfalls schon eine Fruchtwasserpunktion gemacht, da es Unregelmäßigkeiten beim Ultraschall gab. Es bestand auch das Risiko, dass das Kind eine Behinderung hat und da hat der Frauenarzt ebenfalls zu einer Fruchtwasserpunktion geraten, um eben Gewissheit zu haben und dann möglicherweise Maßnahmen ergreifen zu können. Meine Freundin ist damals erst 25 Jahre alt gewesen, also wird das nicht nur bei älteren Frauen gemacht. Es wird eigentlich immer empfohlen, wenn Unregelmäßigkeiten auftreten, wobei die Gefahr des Down-Syndroms usw. bei älteren Frauen natürlich weitaus größer sind.

Wie schon erwähnt wurde, wird die Punktion immer durch die Bauchdecke gemacht und nicht durch den Muttermund. Meine Freundin empfand das Ganze damals als ziemlich schmerzhaft, allerdings hing das wohl hauptsächlich damit zusammen, dass sie wahnsinnig aufgeregt und angespannt war. Sie hatte ziemlich große Angst davor (was ich auch wirklich nachvollziehen kann) und ich gehe einfach mal davon aus, dass der körperliche Schmerz da nicht so groß gewesen sein kann, weil sie eben auch eine Betäubung verlangt hat. Normalerweise macht man das glaube ich nicht, aber meine Freundin hatte eben auch Panik, dass sie die Schmerzen dann vermutlich nicht aushalten könnte. Die Punktion wurde in der 14. Schwangerschaftswoche durchgeführt, wenn ich mich richtig erinnere, weil vorher das Risiko für den Embryo einfach zu groß war.

Risiken gibt es natürlich immer. Zum einen kann es eben zu Fruchtwasserverlust kommen oder eben zur Verletzung der Gebärmutter oder der Plazenta. So etwas kann man nie ganz ausschließen, auch wenn diese Fruchtwasserpunktion natürlich unter Ultraschallkontrolle durchgeführt wird. Im schlimmsten Fall kann es dann natürlich auch zu einer Fehlgeburt kommen. Wie hoch die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt bei einer Fruchtwasserpunktion nun genau ist, kann ich nicht sagen, aber sie wird so bei 2-3 % liegen. Das finde ich persönlich schon sehr viel und ich hätte so eine Punktion wohl nicht durchführen lassen, wenn es nicht unbedingt nötig gewesen wäre. Bei meiner Freundin ist damals glücklicherweise alles gut gegangen und sie hatte keinerlei Probleme danach. Das Kind ist gesund auf die Welt gekommen und geht jetzt in die Schule ;)
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» MeL.G » Beiträge: 4893 » Talkpoints: 0,20 » Auszeichnung für 4000 Beiträge

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