In einem höheren Stadthaus nicht ganz unten wohnen wollen?

vom 18.04.2021, 09:00 Uhr

Ich wohne in einem sechsstöckigen Häuserblock mitten in der Stadt. Die ebenerdigen Wohnungen sind jeweils mit einem kleinen Garten ausgestattet, der mit einer Hecke von einem Parkweg getrennt ist. Ich bin froh, dass ich nicht ganz unten wohne und ich würde auch nicht so gerne eine Wohnung in der Stadt mieten, die ganz unten liegt und an der ein Weg oder gar eine Straße vorbeiführt.

Auf den ersten Blick sehen solche Wohnungen zwar vorteilhaft aus, weil sie statt eines Balkons eine kleine Terrasse und ein Gärtchen haben, aber je nach Lage des Hauses kommen dort viele Leute vorbei, die nicht nur ihre neugierigen Blicke auf den Rasen, sondern auch ihre Abfälle dorthin werfen, manchmal sogar ihre Blase an der Hecke entleeren.

Daher bin ich froh, im ersten Stock zu wohnen, wo ich zwar nur einen Balkon habe, aber vor Passanten geschützt bin. Unten kommen zudem Einbrecher leichter hinein. Das ist zwar bei uns keine Gefahr, weil gegenüber große Bürogebäude sind, die bewacht werden, aber wenn die Wohngegend nachts einsamer ist, dann ist die Gefahr bestimmt größer.

Würdet ihr eine Wohnung im Erdgeschoss bevorzugen, weil sie eine Terrasse und etwas Grün hat, so klein es auch sein mag? Oder hättet ihr auch Bedenken wegen rücksichtsloser Passanten? Habt ihr Probleme mit Passanten, die ihre Abfälle oder ihren Urin in eurer Hecke hinterlassen?

» blümchen » Beiträge: 2779 » Talkpoints: 24,11 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Das ist schwer pauschal zu sagen, kommt ja ganz auf das Haus an. Hier in der Straße wäre das aufgrund der Bauweise und Lage der Häuser kein Problem, allerdings haben dort auch die ebenerdigen Wohnungen nur einen Balkon. Wobei ich einen Balkon auch nur im Erdgeschoss, maximal im 1. Stock nutzen würde, denn ich kann nicht auf Höhe.

Am meisten stört mich bei solchen Wohnungen aber, dass die Passanten meist direkt in die Wohnung gucken können. Das heißt, entweder man nimmt hin, sich den ganzen Tag beobachtet zu fühlen oder ist gezwungen, den ganzen Tag hinter Jalousien oder Vorhängen zu verbringen. Allein die Vorstellung, wie den ganzen Tag Leute an meinem Fenster vorbeilatschen, finde ich schrecklich, so eine Wohnung habe ich mal besichtigt, indiskutabel. Das wäre der Hauptgrund, warum ich mich im Erdgeschoss sehr unwohl fühlen würde.

Anders wäre es bei einem Gebäude mit deutlichem Abstand zu Straße und Gehweg. Oftmals haben Passanten ja gar keinen Zugriff zu Garten usw., etwa wenn diese nach hinten ausgerichtet ist. Das muss man individuell für jede Wohnung bewerten.

» Paulie » Beiträge: 476 » Talkpoints: 58,24 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Mich erinnert das an ein Viertel, welches ich mal vor vielen Jahren in der Innenstadt bzw. direkt am Rand selbiger entdeckt habe. Hinter den Häusern gab es einen kleinen Weg, abseits der vorne gelegenen Straße, der aber von den Passanten trotzdem noch oft genug genutzt wurde, sodass man nicht von einem unbekannten Schleichweg sprechen konnte. Dieser Weg führt direkt an der maximal zwei Meter breiten Rasenfläche der jeweiligen Wohnungen vorbei und offenbart dank mangelnder Hecken oder sonstigen Grüns einen direkten Blick auf das Terrassenfenster und den Außensitzbereich der Wohnungen.

Die Besucher der Innenstadt gehen also gerade mal drei Meter an der eigenen Terrasse vorbei und man kann direkt in die Wohnungen sehen, weil es im Grunde ist, als würde man durch den Garten der Bewohner laufen. Ich dachte mir damals schon, wie schrecklich ich das an der Stelle der Bewohner finden würde und dass ich dort niemals einziehen würde. Auch andere Wohnungen direkt in der Stadt gehen in so eine Richtung. So gibt es einige, da geht man durch die Fußgängerzone und kann den Leuten ohne Gardine auf einer Eben direkt in die Küche gucken. Manche in der Straße hatten sogar Möbel vor das Fenster gestellt, damit sie nicht auf dem Präsentierteller wohnen müssen.

Allerdings habe ich auch auf Dörfern oder in ruhigen Stadtvierteln außerhalb der Innenstadt schon Erdgeschosswohnungen gesehen, die von diesem Problem betroffen waren. Selbst auf einem Dorf ist es nicht so toll, wenn die eigenen Fenster auf einer Ebene direkt an den Gehweg anschließen und alle Leute, die durchs Dorf spazieren, mal eben einen Blick ins eigene Haus werfen. Man fragt sich manchmal schon, was sich die Architekten dabei gedacht haben.

» Verbena » Beiträge: 4314 » Talkpoints: 2,00 » Auszeichnung für 4000 Beiträge



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