Wie sich schlechte Eigenschaften abgewöhnen können?

vom 06.02.2019, 11:51 Uhr

Jeder hat schlechte Eigenschaften. Die einen schlechten Eigenschaften stören einen selbst sehr, andere hingegen nicht, sondern nur andere. Doch auch wenn einen selbst die schlechten Eigenschaften selbst sehr stören, ist es sehr schwer, etwas daran zu ändern, wenn man diese einfach schon seit Jahren hat. Ich denke, dass sie einen so sehr nicht stören können, da man sie schon längst irgendwie abgelegt hätte.

Wisst ihr, wie man sich schlechte Eigenschaften wieder abgewöhnen kann? Gibt es da irgendwelche Tricks oder denkt ihr, dass das gar nicht so recht möglich ist? Geht das von Jetzt auf Gleich oder braucht es eurer Meinung nach viel Zeit dafür?

Benutzeravatar

» Prinzessin_90 » Beiträge: 34336 » Talkpoints: 0,15 » Auszeichnung für 34000 Beiträge



Gute und schlechte Eigenschaften gehören zu jedem Menschen und wenn die Eigenschaft nicht gerade das Prügeln anderer Mitmenschen ist, sollte man auch mit den schlechten Eigenschaften leben. So schlimme schlechte Eigenschaften habe ich nicht, dass ich mir diese nach weit mehr als 50 Jahren abgewöhnen muss oder möchte. Man kann nicht nur gute Eigenschaften haben und sich umkrempeln, damit ich anderen besser gefalle, würde für mich nicht in Frage kommen.

Hat man Eigenschaften wie unkontrollierte Aggression oder sich selbst verletzende Eigenschaften, sollte man eine Therapie machen. Denn diese Eigenschaften kann man sich nicht selbst abgewöhnen. Aber harmlose Eigenschaften sollte ein jeder Mensch bei jedem akzeptieren und tolerieren.

Benutzeravatar

» Diamante » Beiträge: 41749 » Talkpoints: -4,74 » Auszeichnung für 41000 Beiträge


Mir ist nicht so ganz klar, was mit dem Begriff "Eigenschaften" gemeint sind. Ich finde, dass man sich schlechte Gewohnheiten durchaus abgewöhnen kann, auch wenn das eine entsprechende Disziplin und Anstrengung erfordert, aber das, was ich unter Eigenschaften verstehe, kann man sich gar nicht abgewöhnen oder antrainieren. Eigenschaften und Gewohnheiten sind für mich zwei verschiedene paar Schuhe.

Eine Eigenschaft wäre für mich zum Beispiel zwischenmenschliches Feingefühl. Mir ist durchaus bewusst, dass ich davon zu wenig habe und durch meine Rationalität oft Menschen auf die Füße trete und das gar nicht bemerke. Wie soll ich mir aber dieses fehlende Feingefühl abgewöhnen? Wie soll das bitte praktisch funktionieren? Das ergibt doch gar keinen Sinn. Entweder man hat die Antennen dafür oder man hat sie nicht und wenn sie nicht vorhanden sind, kann man sie schlecht hinzaubern, nur weil man das so haben will.

Ich finde, dass man mit den Eigenschaften eines jeden Menschen leben muss und je mehr man mit diesem Menschen zu tun hat und je mehr man möchte, dass der Kontakt funktioniert, desto mehr muss man sich damit arrangieren. Niemand ist perfekt und warum sollte man sich nur für andere Menschen ändern wollen?

Benutzeravatar

» Täubchen » Beiträge: 33305 » Talkpoints: -0,78 » Auszeichnung für 33000 Beiträge



Für mich klingt das auch verdächtig nach der Denkfalle der Selbstoptimierung. Es ist schon verführerisch zu glauben, man könne sich quasi nach seinem eigenen Bilde formen, und "schlechte" Eigenschaften seien mit der nötigen Selbstdisziplin, etwas Yoga, Atmen, Lächeln und sich Sprüche vor dem Spiegel vorsagen, in Nullkommanix aus der Welt geschafft.

Dabei stellt sich bei mir vor allem die Frage, was man unter "schlechten" Eigenschaften versteht. Viele Leute, gerade jüngere Frauen scheinen zu glauben, dass man auf gar keinen Fall negativ auffallen darf. Man soll optisch ansprechend und zurechtgemacht sein, mit genau der richtigen Menge Schminke und um Gotteswillen ohne Körperhaare, dazu fit, "motiviert", immer gut gelaunt, gesellig, unterhaltsam, abenteuerlustig und für jeden Trend zu haben. Alles was davon abweicht, ist schlecht und gehört eliminiert. Kein Wunder, dass so viele Leute psychisch krank werden.

Außerdem macht es für mich einen Unterschied, ob ich eine Eigenschaft für mich selbst als schlecht empfinde oder nur meine Umwelt damit ein Problem hat, weil sie mich logischerweise am liebsten immer in Topform, pflegeleicht, angepasst und arbeitsfähig hat. Sonst müsste am Ende noch jemand negative Gefühle aushalten, und das möchte natürlich niemand.

Ich differenziere hier also sorgfältig, ob ich mir vielleicht die viele Schokolade abgewöhnen möchte, weil ich selber nicht dick sein möchte, oder ob mir von außen eingeredet wird, ich möge doch bitte weniger faul, exzentrisch, widerborstig oder egoistisch sein, weil das ja unschön aussieht und nur Arbeit macht.

Im ersteren Fall finde ich es gar nicht so schwierig, sich etwas abzugewöhnen, weil man sich ja selber einen Gefallen tut. Sonst machst du dir ja nur die Arbeit, damit andere zufrieden sind, und das ist sowieso zum Scheitern verurteilt.

» Gerbera » Beiträge: 9661 » Talkpoints: 4,84 » Auszeichnung für 9000 Beiträge



Es gibt durchaus schlechte Eigenschaften, die ich mir abgewöhnen möchte, was ich aber nicht so schaffe. Ich arbeite immer daran und ich würde auch nicht sagen, dass es mich nicht genug stört, weil ich es eben nicht schaffe. Aber es ist eben nicht so leicht, wenn man sich über die Jahre etwas angewöhnt hat, sich das schnell wieder abzugewöhnen. Ich würde es einfach beharrlich immer weiter versuchen und hoffen, dass es irgendwann klappt.

» Barbara Ann » Beiträge: 28516 » Talkpoints: 0,60 » Auszeichnung für 28000 Beiträge


Ich glaube, dass es durchaus möglich ist, dass man sich schlechte Angewohnheiten auch wieder abgewöhnen kann. Das dauert natürlich eine Zeit lang und ich denke, dass es auch einiges an Geduld und eventuell auch Hilfe erfordert, wenn man eine Sache loswerden möchte, die man schon seit Jahren macht und eine Angewohnheit, die schon so tief in einem verankert ist, dass sie einem selbst gar nicht mehr auffällt.

Auf jeden Fall geht so was in den meisten Fällen nicht von heute auf morgen und man braucht einiges an Zeit und Geduld, damit man nicht wieder in alte Muster verfällt beziehungsweise einfach aufgibt. Da kann es hilfreich sein, wenn man gute Freundinnen und Freunde oder eine tolle Familie hat, die einem dabei behilflich ist beziehungsweise einen daran erinnert, dass man gewisse Dinge ja eigentlich nicht mehr machen wollte. Das ist auf Dauer dann sicherlich manchmal nervig, aber ich denke, dass es nicht schaden kann, wenn man auch ein bisschen Druck von außen hat.

ich habe die schlechte Angewohnheit, dass ich mir oft selbst viel zu viel Stress mache. Eine gute Freundin von mir hat es sich aber auch zur Aufgabe gemacht, dass sie mich regelmäßig daran erinnert, wenn ich mir mal wieder zu viel Stress mache oder wenn ich mir zu viele Gedanken um alles mache. Sie sagt mir dann, dass ich runter fahren soll und wenn sie das sagt, dann weiß ich auch, dass ich einen Gang zurückschalten muss und erinnere mich wieder an meine guten Vorsätze.

» Hufeisen » Beiträge: 5487 » Talkpoints: 12,97 » Auszeichnung für 5000 Beiträge


Niemand ist perfekt und so gehören schlechte Eigenschaften einfach auch irgendwie dazu. Nicht jeder muss auch perfekt sein. Wenn man aber wirklich daran arbeiten will, dann kann man das. Dies geschieht in kleinen Schritten. Man muss sich damit auseinandersetzen und dann schauen, dass man das nach und nach angeht. Am besten ist es, wenn man in diesen Situationen, die einen triggern mal kurz Pause macht und aktiv darüber nachdenkt, wie man reagieren will. Das stoppt einen dann und man kann das Problem angehen.

Das ist aber alles nicht in einem Tag getan und je nachdem wie verfestigt das Ganze ist, muss man vielleicht auch mal einen Profi daraus sehen lassen. So kann es ja sein, dass man auch tiefsitzende Probleme hat, wie Übergriffe in der Kindheit und deswegen barsch zu Männern ist, dann bekommt man das selber nicht hin und braucht Hilfe.

Benutzeravatar

» Ramones » Beiträge: 45042 » Talkpoints: 18,84 » Auszeichnung für 45000 Beiträge



Einige schlechte Eigenschaften konnte ich mir gut abgewöhnen. Ich war zum Beispiel in meiner Jugend Kettenraucher. Es war kein Problem, mir das abzugewöhnen, als ich einen Freund hatte, der Nichtraucher war. Auch später mit Raucherfreunden fiel mir das Nichtrauchen nicht allzu schwer. Auch andere Verhaltensänderungen habe ich schon geschafft, wie etwa abends nicht mehr vor dem Fernseher einzuschlafen, sondern ins Bett zu gehen, wenn ich müde bin, nur am Tisch zu essen und ähnliche kleinere Dinge fielen mir nicht schwer. Das sind aber Sachen, die mit einem Verhalten zu tun haben, das man sich irgendwann angewöhnt hat.

Charakterschwächen zu beheben finde ich schon wesentlich schwieriger. Meine Disziplinlosigkeit werde ich wohl nie vollständig überwinden können. Um solche Eigenschaften, die mit der eigenen Mentalität zu tun haben, wird man nie ganz ändern können. Aus einem Menschen, der zu viel redet und merkt, dass es in den Augen der anderen eine schlechte Eigenschaft ist, wird das wohl nur in Maßen ändern können. Aber Dinge wie die Zahnpastatube nach Gebrauch zu schließen, das schmutzige Geschirr nicht tagelang herumstehen zu lassen und ähnliches gewöhnt man sich am besten ab, indem man das Verhalten einfach eine Zeit lang einübt, sodass das vorherige Verhalten sozusagen umprogrammiert wird.

Bei einem Verhalten, dass einem selber sehr schadet, wie etwa zu viel Alkohol trinken, andere Drogensüchte oder extremes Ausweichen vor anderen Menschen, braucht man wahrscheinlich einen Psychologen oder eine Selbsthilfegruppe. Bei manchen Dingen hilft auch Autogenes Training in der fortgeschrittenen Form mit individuellen Selbstsuggestionen. Das kann genauso wirksam sein wie die Hypnose bei einem Psychologen.

» blümchen » Beiträge: 2779 » Talkpoints: 16,61 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


Ähnliche Themen

Weitere interessante Themen

^