Bei Präsentation in Gruppe weniger nervös als alleine?

vom 06.11.2017, 21:42 Uhr

Eine Kommilitonin von mir sollte neulich eine Präsentation halten und war deswegen sehr aufgeregt. Die Aufregung hielt die ganze Präsentation über an und sie hat sich häufiger verhaspelt und war sehr rot im Gesicht. Manchmal hat sie so schnell geredet, dass sie kaum Luft bekommen hat und erstmal wieder zu Atem kommen musste.

Wenige Tage später hatte sie einen Vortrag in einer Gruppe. Es standen dann mehrere Leute vorne und sie hat nur einen Teil des Vortrags halten müssen. Interessanterweise war sie kein bisschen aufgeregt und hat sehr flüssig und deutlich geredet. Es hat mich überrascht, wie sicher sie sich in der Gruppe gefühlt hat.

Ist es bei euch auch so, dass ihr euch in der Gruppe generell sicherer fühlt und euer Vortrag dann auch besser ist, als wenn ihr alleine vortragen müsst? Oder gibt es da bei euch keine großen Unterschiede?

» Crispin » Beiträge: 14916 » Talkpoints: -0,43 » Auszeichnung für 14000 Beiträge



Ich glaube, dass ich mich in der Gruppe auch sicherer fühlen würde, als ganz alleine vorne auf dem Präsentierteller zu stehen. Immerhin werden die anderen dann auch ansehen und nicht alle Blicke richten sich nur auf die eigene Person. Das nimmt sicherlich schon mal etwas Druck und entlastet.

Ich fühle mich generell unwohl, wenn ich vor vielen Leuten sprechen muss. Da fände ich es schon schöner, wenn ich zumindest eine weitere Person an meiner Seite hätte.

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» Nelchen » Beiträge: 32238 » Talkpoints: -0,25 » Auszeichnung für 32000 Beiträge


Ich bin generell kein Freund von Gruppenarbeiten und heilfroh, dass ich diesem Zwang mit dem Eintritt ins Berufsleben entkommen bin. Zwar bin ich jetzt auch kein Einzelkämpfer, aber mit KollegInnen kann ich mich immer noch besser arrangieren als mit irgendwelchen Studierenden oder ganz früher Schülern, mit denen ich wild zusammengewürfelt in einer Gruppe gelandet bin und dann die ganze Arbeit machen durfte. Am Schluss bin ich regelmäßig irgendwo an der Tafel gestanden und habe mich für meine Mitstreiter mehr oder weniger intensiv fremdgeschämt, weil die nicht mal in der Lage waren, den von mir vorgefertigten Text sinnerfassend vorzulesen.

Wenn man einen Vortrag alleine hält, hat man wenigstens die ganze Zeit etwas zu tun, ist für seine Fehler selber verantwortlich und kann auch mal improvisieren, wenn etwas nicht klappt. Nur dumm daneben zu stehen, während die anderen vier Fünftel der Gruppe mehr oder weniger souverän ihre Sachen aufgesagt haben, war mir immer unangenehmer, als mich alleine durchzuschlagen. Ich mache zwar nicht die beste Figur bei Präsentationen aller Art, aber ich finde nicht, dass ich in der Gruppe besser da stehe als alleine.

» Gerbera » Beiträge: 10412 » Talkpoints: 2,12 » Auszeichnung für 10000 Beiträge



Ich bin auch deutlich weniger nervös, wenn ich noch andere Personen vorne bei mir habe. Die müssen nicht mal unbedingt was sagen, da reicht es sogar, wenn sie damals in den unteren Schuljahren das Plakat o.ä. hochgehalten haben. Hauptsache, ich stand da nicht ganz alleine.

Wenn noch mehr Leute bei mir sind, dann kann ich mir zumindest einbilden, dass die nicht auf mich achten, sondern auf die Person neben mir. Stehe ich dagegen allein vorne, dann weiß ich, alle Blicke liegen auf mir.

Wenn es keine Präsentation ist, mag ich tatsächlich Einzelarbeiten auch lieber. Ich muss keine Angst haben, dass andere Personen ihren Teil der Aufgaben nicht machen, und andersrum bin ich die einzige, die es stört, wenn ich mein Zeug aufschiebe und dann am Ende viel auf einmal machen muss. Das finde ich deutlich entspannter. Aber sobald ich es hinterher vortragen muss, bin ich gerne in einer Gruppe. Selbst, wenn ich dann alles alleine machen muss: Option A ist, ich mache die gesamte Arbeit und trage dann total nervös alleine vor. Option B ist, ich mache die gesamte Arbeit, muss dann aber nicht alleine vortragen und bin entsprechend deutlich entspannter.

» Kalu-chan » Beiträge: 718 » Talkpoints: 11,85 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Früher war es schon so, dass ich mich nicht getraut habe alleine einen Vortrag oder was auch immer zu halten. Da war ich so schüchtern, dass ich das zwar gemacht habe und alles auch gut recherchiert habe, aber es dann immer so gewirkt hat, als hätte ich mich nicht vorbereitet, weil ich leise geredet habe und dann immer Ähs verwendet habe, als hätte ich keine Ahnung. Deswegen habe ich da Gruppenarbeiten zwar blöd gefunden, weil ich mich nicht einbringen konnte, aber ich habe es besser vortragen können.

Heute wäre das kein Problem mehr und ich würde lieber alleine reden. Es ist einfach auch so, dass ich es nicht wirklich mag in der Gruppe alles diskutieren und erklären zu müssen, deswegen würde ich da freies und alleiniges Reden bevorzugen, aber es wäre auch Gruppenarbeit möglich, weil ich ja nicht mehr schüchtern bin und an mir gearbeitet habe.

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» Ramones » Beiträge: 46597 » Talkpoints: 36,04 » Auszeichnung für 46000 Beiträge


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