Kaputte Kleidung flicken?

vom 23.07.2020, 10:19 Uhr

Ich hatte gestern eine Freundin zu Besuch. Wir saßen im Wohnzimmer und haben Tee getrunken und uns nett unterhalten.

Sie fragte mich, was das für Klamotten wären, die in der Ecke auf dem Beistelltischchen liegen. Als ich ihr sagte, dass das die Sachen der Kinder sind, die ich noch flicken muss, schaute sie mich nur ungläubig an. Sie konnte gar nicht glauben, dass ich mir so viel Arbeit mache. Kaputte Sachen wirft sie einfach weg und kauft neue.

Das fand ich schon etwas seltsam. Ich finde es schon sehr verschwenderisch und wenig nachhaltig, alles gleich zu ersetzten. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass sie gar.nicht nähen kann. Was denkt ihr? Bin ich da altmodisch oder macht ihr das auch so?

» sugar-pumpkin » Beiträge: 630 » Talkpoints: 125,54 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Bei mir kommt es immer ein wenig auf den Schaden am Kleidungsstück, das Kleidungsstück selber bzw. auch den Verwendungszweck an. Geht irgendwo eine Naht auf, dann nähe ich diese nach, ebenso, wenn irgendwo ein Knopf abgeht oder an einer Hose ein Reißverschluss kaputt, dann wird das ersetzt. Das sind alles Dinge, die nach der Reparatur sowieso nicht auffallen. Kleine Löcher bei Oberteilen lassen sich häufig auch mit ein paar Fäden und Stichen gut zusammen ziehen und die fallen dann auch nicht auf.

Habe ich in meinen Kleidungsstücken, aber richtige Löcher wo ich wirklich mit einem Flicken arbeiten müsste, dann würde ich das maximal noch bei einer Jeans machen, die ich dann aber auch nur noch in der Freizeit oder im Garten anziehen würde. Je nach Loch würde ich das Loch aber auch einfach so lassen und die Hosen dann auftragen, direkt wegschmeißen mache ich nicht. Bei Kapuzenpullis oder so würde ich aber auch keine Flicken setzten und diese wohl auch eher entsorgen.

» StarChild » Beiträge: 1379 » Talkpoints: 28,97 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Ich nähe höchstens mal einen Knopf an, wenn ich ehrlich bin. Nähen und Flicken habe ich nie gelernt und die Klamotten von der Stange, die ich mir so leisten kann, halten sowieso nicht lange genug, dass sich eine Reparatur lohnen könnte. Und für "daheim rum" ziehe ich ungeniert auch abgetragene Sachen mit kleineren Schäden an, bis sie früher oder später in die Altkleidersammlung wandern und im Idealfall zu Dämmstoffen recycled werden.

Kleidung zählt für mich also zu den Verbrauchsgütern. Privat ist es mir egal, und im Job oder sonstwie in der Öffentlichkeit möchte ich nicht in geflickten Klamotten herumlaufen, weil ich eben nur stümperhaft nähen kann. Außerdem ist Zeit schließlich auch Geld.

Trotzdem halten selbst die qualitativ nicht unbedingt hochwertigen Stücke bei mir durchaus ein paar Jahre, weil ich pfleglich damit umgehe und generell vor allem "Basics" trage, die gar nicht aus der Mode kommen können. So habe ich auch kein schlechtes Gewissen, wenn ich ein drei oder mehr Jahre altes T-Shirt, das entsprechend gebraucht aussieht, weder flicke noch anderen Leuten als Second Hand versuche anzudrehen. Es ist ja nicht so, als würde ich jede Saison einen halben Kleiderschrank wegschmeißen.

» Gerbera » Beiträge: 9096 » Talkpoints: 4,74 » Auszeichnung für 9000 Beiträge



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