Habt ihr in der jetzigen Krise mehr Geld zur Verfügung?

vom 27.04.2020, 10:40 Uhr

Laut verschiedenen Bankenstudien soll das Sparniveau der Deutschen in der aktuellen Coronakrise, ein absolutes Rekordniveau erreicht haben, welches zuletzt 1992 zu verzeichnen gewesen wäre. Begründet wird das damit, dass ja viele Dienstleistungsunternehmen schon längere Zeit geschlossen seien, man somit weniger Gelegenheiten hätte sein Geld auszugeben und dieses somit auf dem Konto nahezu überschwappen würde. :wink: Was haltet ihr denn von dieser Studie? Könnt ihr diese Erkenntnisse bestätigen und habt ihr jetzt auch noch mehr Geld und Gespartes auf dem Konto oder könnt ihr diese gar nicht nachvollziehen?

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» mikado* » Beiträge: 2991 » Talkpoints: 966,57 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Ich habe auf jeden Fall mehr Geld übrig als sonst, weil ich lieber Geld für Aktivitäten, Dienstleistungen, Essen gehen und so weiter als für materielle Dinge ausgebe und da ist halt wirklich fast alles auf einen Schlag weggefallen. Der größte Posten war der Osterurlaub, während auf der Seite mit den Ausgaben nur ein Besuch im Autokino und ein Eis vom Straßenverkauf stehen. Wahrscheinlich haben wir auch ein bisschen mehr Geld für Lebensmittel und Getränke ausgeben.

Materielle Dinge brauche ich natürlich auch weniger, weil die Aktivitäten nicht stattfinden. Für den geplanten Urlaub hätte ich wohl 3, 4 Kleidungsstücke haben wollen und für einen runden Geburtstag hätte ich nach einem Kleid geschaut.

Und dann ist da noch der Ölpreis. Der Heizöltank wurde gerade gefüllt und ein Teil des Geldes, das dafür gedacht war, ist noch übrig, weil das Heizöl so billig war. Tanken muss ich zwar nicht so viel wie sonst üblich, aber ich habe letzte Woche für 35 Euro voll getankt statt wie früher etwa 50 Euro hinlegen zu müssen.

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» Cloudy24 » Beiträge: 25154 » Talkpoints: 57,64 » Auszeichnung für 25000 Beiträge


Da jetzt bei den meisten Menschen das Konto nahezu überschwappt, halte ich für ein Gerücht, schließlich befinden sich zurzeit sehr viele Menschen in Kurzarbeit oder haben andere Einbußen. Bei vielen wird sich das Ganze wohl einfach ausgleichen und auf 0 ausgehen. Das was auf der Lohnabrechnung fehlt, wird doch die geringeren Ausgaben die man momentan hat, mehr oder weniger ausgeglichen.

Grundsätzlich stimmt es, aber natürlich das manche in dieser Krise auch mehr sparen (können). Das hängt aber wohl mit mehreren Faktoren zusammen. Erstens hat man momentan einfach weniger Möglichkeiten Geld auszugeben. Die Läden haben zu und auch die meisten Freizeitaktivitäten fallen flach. Beim Spazierengehen gibt es nun mal nicht viel Möglichkeit, Geld los zu werden.

Viele Fahrten fallen weg, da man ohnehin nirgendwo hin kann/darf, was sehr viel Sprit spart. Und den wenigen Sprit den man noch braucht ist momentan sehr günstig zu haben. Auch das Mittagessen in der Arbeit fällt weg, sollte man sich momentan in Kurzarbeit befinden, was bei manchen auch ein großer Posten bei den monatlichen Ausgaben ausmacht.

Ich persönlich spare nicht sonderlich viel. Zwar fallen die Aktivitäten wie Kinobesuche usw. weg, aber dafür habe ich mir das ein oder andere Projekt für den Garten vorgenommen das (relativ) kostenintensiv ist.

» Anijenije » Beiträge: 2723 » Talkpoints: 51,04 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Man kann auch mehr Geld sparen, ohne mehr Geld zu verdienen. Es kommt eben darauf an, wie sich die Ausgaben verteilen. Wenn jemand wirklich einen Großteil seines Gehalts aus unterschiedlichen Gründen für die Dinge und Dienstleistungen "verjubelt" hat, die gerade flachfallen, ist es natürlich gerade einfacher zu sparen, als wenn jemand gerade genug verdient, um die Rechnungen zu bezahlen, die natürlich auch in der Krise weiterlaufen.

Ich falle leider eher in die zweite Kategorie und bin angesichts der Tatsache, dass so ungefähr jedes zweite deutsche Unternehmen Kurzarbeit beantragt hat, sicher auch nicht alleine in dieser Situation. Der Einschnitt im Einkommen ist durchaus empfindlich und wird auch nicht dadurch aufgefangen, dass ich mir weniger oft Snacks in der Mittagspause kaufe. Auch an den laufenden Kosten ändert sich nicht viel, wenn man von der Tilgungsaussetzung für meinen Immobilienkredit absieht. Diese gleicht den Verdienstausfall fast aus, aber dafür sind ein, zwei andere unaufschiebbare Posten aufgelaufen. Mit "mehr Geld zur Verfügung" sieht es also schlecht aus, weil ich auch zu den guten Zeiten wenig zum "Verprassen" für Eis, Kino und Shopping hatte.

» Gerbera » Beiträge: 8999 » Talkpoints: 1,17 » Auszeichnung für 8000 Beiträge



Ich merke geldmäßig kaum einen Unterschied zu den Zeiten vor der Corona-Krise. Ich bin glücklicherweise nicht von Kurzarbeit betroffen, sondern arbeite ganz normal von daheim aus. Meine Pendlerkosten sind normalerweise sehr gering, bis März hatte ich eine 6-Monats-Karte für den Zug, ich habe die Karte dann nicht erneuert, sodass die Kosten aktuell weg fallen, das sind aber lediglich etwa 70 Euro. Ansonsten esse ich normalerweise in der Kantine des Unternehmens, da ist das Essen recht günstig und gleichzeitig sehr gut, dieser Posten fällt derzeit weg. Dafür steigen aber natürlich die Lebensmittelausgaben durch das Mittagessen daheim, sodass es sich in etwa ausgleicht.

Wie es mit den vermehrten Strom- und Wasserkosten verhält, kann ich nicht genau sagen, aber ich denke, dass sich das im Rahmen verhält. Ansonsten gibt es keine großen Änderungen. Ich gehe nur sehr selten shoppen, sodass ich von der Schließung der Läden bis vor einigen Wochen nicht wirklich etwas mitbekommen habe. Vor kurzem haben wir einige Kleinigkeiten für den Balkon gekauft, das war aber schon vor längerer Zeit geplant und ist dementsprechend unabhängig von der Corona-Krise. Ich gehe auch nur sehr selten zum Friseur, meist tatsächlich nur einmal pro Jahr, dementsprechend merke ich auch da die Corona-Krise nicht.

Ich denke aber, dass ich die Corona-Krise spartechnisch nicht mitkriege, weil ich eigentlich immer ein straffes Budget habe, obwohl ich gut verdiene, und so stets einen Überblick über meine Finanzen habe. Dadurch, dass ich im "normalen" Alltag sehr sparsam lebe, ändert die Corona-Krise nicht wirklich etwas, es hat sich nur an einigen Stellen etwas geändert, was sich aber wieder aufgleicht (beim Kantinenessen beispielsweise).

» Twilight-Girlie » Beiträge: 337 » Talkpoints: 16,92 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Bei uns ist es so, dass mein Mann in Kurzarbeit ist und ich ganz normal weiter arbeiten kann. Letztendlich gleiche ich das finanziell aus, was er weniger bekommt, auch wenn ich es nicht müsste, da man ja das Geld nicht wirklich ausgeben kann aktuell, zumindest nicht wenn man vernünftig ist. Wenn man so will haben wir dann mehr Geld, weil wir mehr weglegen, da wir weniger für Freizeitaktivitäten ausgeben. Wir legen normalerweise jeden Monat etwas Geld weg, einfach um ein gutes Gefühl zu haben und das machen wir nun auch. Es ist schon ein komisches Gefühl, wenn da weniger von einer Seite reinkommt, aber ich denke, dass wir es dennoch gut getroffen haben.

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» Ramones » Beiträge: 42068 » Talkpoints: 17,66 » Auszeichnung für 42000 Beiträge


Tatsächlich schon. Aber ich weiß auch jetzt schon wofür ich es wieder ausgeben werde. Ich bin selbst Unternehmerin und muss die ausfallende Konsumnachfrage mit neuen Krediten überbücken. Die Kapitalvergabe in einer schwierigen Zeit wie der Corona-Krise ist schlussendlich nur dann umsetzbar, wenn damit gerechnet werden kann, dass das Unternehmen, also ich, nach der Krise wieder eine gute Performance liefert. Es ist daher immer wichtig, eine gute Perspektive für die Zeit nach der Krise aufzuzeigen. Da ich meine Bank in dieser Hinsicht anscheinend überzeugen konnte habe ich nun mehr Geld als es mir eigentlich lieb ist. :D

» Steffi82 » Beiträge: 5 » Talkpoints: 0,50 »



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