Wie findet ihr das Konzept vom "ewigen" Speiseplan?

vom 03.11.2019, 19:45 Uhr

Wer kennt sie nicht die Frage: "Was sollen wir heut essen?" und wer kennt nicht die Standardantwort: "Keine Ahnung. Mach irgendwas."

Als Mutter bzw. Familienkoch möchte man doch einen ausgewogenen und gesunden Speiseplan präsentieren, möglichst lecker, kostengünstig und zeitsparend. Ein Wochenplan fürs Essen könnte die Sache weitaus entspannter machen. Die Zeit, die man für die Erstellung benötigt, spart man sich später vielleicht ein - beim Einkauf, beim Kochen und auch beim Überlegen.

Die Erstellung des "ewigen" Speiseplans sollte man gut durchdacht und in der Gemeinschaft vollziehen. Hierzu empfehlen sich mehrere "Arbeitsschritte".

Schritt 1: Festlegen von Lieblingsgerichten

Für den Speiseplan - der alle glücklich macht - braucht man zunächst min. 12 Gerichte, die alle gern essen und die einfach und schnell zubereitet sind. Zum Beispiel: Suppen, Eintöpfe, Aufläufe, Pizza, Kartoffel-, Nudel- oder Reisgerichte, Mehlspeisen, Fleisch- und Fischgerichte. Am Besten schreibt deshalb erstmal jedes Familienmitglied fünf Lieblingsgerichte auf einen Zettel.

Schritt 1: Nährwertüberprüfung

Ausreichend Vitamine und Mineralstoffe sollten auf einem ausgewogenen Speiseplan nicht fehlen. Deswegen wäre die nächste Frage: Enthalten die meisten Gerichte Gemüse oder Früchte? Wenn nein, überlegt man, wie sich das Wunschgericht im Wochenplan fürs Essen noch mit wichtigen Nährstoffen ergänzen lässt. Auf der Pizza dürfen sich ruhig Mais, Broccoli oder Paprika tummeln. Blaubeeren und Äpfel ergänzen den Pfannkuchenteig, und ein Salat oder Rohkost lassen sich gut zu Fleisch- und Nudelgerichten ergänzen.

Für einen ausgewogenen Essensplan stellt sich außerdem die Frage: Wie viele der Gerichte enthalten Fleisch? Fleisch muss nicht täglich auf dem Speiseplan stehen. Manche Gerichte lassen sich auch fleischlos gestalten. Zum Beispiel statt einer Bolognese kann man auch eine Gemüsesauce machen. Oder man serviert statt Fleisch einfach einen Fisch (Backfisch statt Schnitzel, Fisch- statt Fleischfrikadelle usw.)

Schritt 3: Gerichte einteilen

Damit keine Langeweile aufkommt, sollte der Plan für etwa 3-4 Wochen stehen. Es sollte Luft gelassen werden, um Reste zu verwerten und um spezielle Kinder- oder Partnerwünsche zu erfüllen bzw. für einen Restaurantbesuch. Am Wochenende kann man dann auch Gerichte einplanen die einen größeren Zubereitungsaufwand darstellen.

Beispiel:

Montag: Gericht 1
Dienstag: Gericht 2
Mittwoch: Rest
Donnerstag: Gericht 3
Freitag: Wunschgericht Person 1
Samstag: Gericht 4
Sonntag: Wochenendgericht /Restaurant/Lieferdienst

Gerichtebox als Einteilhilfe für die Gerichte:

Mit Hilfe von Dateikarten (ähnlich einem Vokabel-Lernsystem) lassen sich alle Ideen auf Karteikarten festhalten und in Kategorien in der Box aufbewahren. Pro Woche werden dann vier Karten aus dieser Box gezogen. Gerichte die kürzlich dran waren kommen nach hinten, sodass eine zeitnahe Wiederholung ausgeschlossen wird.

Was haltet ihr von so einem "ewigen" Speiseplan? Wäre das für euch ein alltagstaugliches Konzept?

» EngelmitHerz » Beiträge: 433 » Talkpoints: 98,64 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Als Orientierungshilfe finde ich das Konzept ja prinzipiell ganz tauglich, aber ich glaube nicht, dass ich mich fest daran halten würde. Ehrlich gesagt koche ich lieber nach spontaner Lust und Laune oder nach aktuell verfügbarem Angebot und versuche auch, die Gerichte innerhalb einer Woche so aufeinander abzustimmen, dass ich Zutaten mehrfach verwenden kann. Auch Reste bleiben eigentlich kaum übrig, da ich sehr genau kalkuliert für zwei Personen einkaufe. Mir wäre ein solcher ewiger Speiseplan zu rigide, und außerdem würde er schon daran scheitern, dass ich normalerweise ausschließlich am Wochenende warme Mahlzeiten koche und unter der Woche mein Mittagessen auf der Arbeit einnehme. Wenn ich nur zwei Speisen planen muss, benötige ich dafür auch kein ausgeklügeltes System.

» MaximumEntropy » Beiträge: 6480 » Talkpoints: 813,08 » Auszeichnung für 6000 Beiträge


Wenn man andere regelmäßig bekochen muss und darauf vielleicht gar nicht so viel Lust hat ist es vielleicht nicht das schlechteste wenn man sich mal hinsetzt und sich überlegt, was für Gerichte man überhaupt kennt und mag.

Ich bin nicht in dieser Situation, aber ich habe mich vor Kurzem mit meinem Partner über Herbstgerichte unterhalten weil wir eine Zeitschrift darüber gesehen hatten und uns sind direkt mehrere Gerichte aus der Kategorie "das habe ich schon lange nicht mehr gegessen" eingefallen. Bestimmte Gerichte sind einfach nicht so präsent, vor allem wenn es sich um saisonale Spezialitäten handelt.

Aufschreiben muss ich mir so etwas aber nicht. Ich muss niemanden bekochen und oft entscheide ich mich eh spontan für ein Gericht wenn mir die passenden Zutaten über den Weg laufen. Ich muss mich auch nicht fragen ob meine Gerichte Obst oder Gemüse enthalten weil ich damit eigentlich immer anfange wenn ich ein Gericht plane. Ich muss einfach Farben auf dem Teller haben.

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» Cloudy24 » Beiträge: 23821 » Talkpoints: 64,50 » Auszeichnung für 23000 Beiträge



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