Neuer Partner ganz anders als gedacht?

vom 16.11.2011, 19:05 Uhr

Eigentlich dachte ich, dass ich primär auf Männer stehe. Vor ein paar Jahren hatte ich zwar auch mal eine Freundin, allerdings fand ich Männer irgendwie meistens interessanter und anziehender. Nun sieht es aber so aus, dass ich mich für eine Frau begeistere. Ich war nun über ein Jahr Single, also nicht besonders lange, und habe mir auch keine großen Gedanken über eine neue Beziehung oder einen anderen näheren Kontakt zu einem anderen Menschen gemacht. Allerdings hatte ich eigentlich schon im Kopf, dass ich sicher irgendwann wieder einen Freund haben werde.

Im Grunde genommen spielt es keine Rolle, ob es sich um einen Mann, eine Frau, einen Transgender oder sonst jemanden handelt. Allerdings war ich irgendwie gedanklich festgelegt und bin nun einigermaßen überrascht, dass ich irgendwie doch an jemandem interessiert bin, der eigentlich nicht in mein "Beuteschema" gepasst hat. Das Wort ist ein bisschen unglücklich gewählt und auch nicht besonders passend, aber die Tendenz ist sicher erkennbar.

Kennt ihr so etwas? Habt ihr euch in Bezug auf eine Beziehung vielleicht auch schon für einen Menschen interessiert, den ihr eigentlich aufgrund bestimmter Fakten (Geschlecht, Alter, sonstige Faktoren) nicht als Partner in Betracht gezogen hättet? Wie ist, beziehungsweise war das bei euch? Es muss ja nicht nur um das Geschlecht des Auserwählten gehen, sondern es kann sich auch um ganz andere Dinge handeln, die ihr euch vielleicht nicht vorstellen konntet, die euch an einem neuen Partner dann aber gar nicht gestört haben.

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» Cologneboy2009 » Beiträge: 14238 » Talkpoints: 2,81 » Auszeichnung für 14000 Beiträge



Ich selbst habe diese Erfahrungen noch nicht gemacht. Aber ich kenne einen ähnlichen Werdegang bei einem früheren Klassenkameraden. Dieser hatte noch während der Schulzeit Beziehungen zu jungen Frauen. War dann aber der Meinung, das ihm da etwas fehlt und hat sich eben mehr für Männer begeistert. heute ist er seit Jahren glücklich mit seiner Frau verheiratet und hat auch einen Sohn.

Da du aber insgesamt nicht wirklich auf ein Geschlecht festgelegt warst und es halt nur gedanklich immer das männliche Geschlecht betraf, ist es als durchaus verständlich anzusehen, das eben nun eine Frau dein Interesse entdeckt hat. Wenn du dir von dieser Frau mehr erhoffst, dann sei offen für alles was kommen mag. Es ist ja nicht gesagt, das es die Liebe deines Lebens wird. Aber die Chance darauf vergeben solltest du dir auch nicht.

» Punktedieb » Beiträge: 16436 » Talkpoints: 63,75 » Auszeichnung für 16000 Beiträge


Früher fand ich immer Männer mit längeren Haaren toll. Gerade die Kerle, die sich in der Gothic Szene aufhielten. Aber mit so einem hatte ich nie was. Allerdings habe ich mal kurze Zeit etwas mit jemandem gehabt, wo ich eigentlich immer gesagt hätte, dass er nicht mein Typ ist, aber nur daher, weil sein Frauenverschleiß doch recht hoch war. Natürlich dachte ich dann, dass es bei ihm und mir anders wäre und er sich für mich ändern würde. Vom Aussehen her, war er auch nicht so unbedingt mein Typ. Aber ich habe eigentlich keinen bestimmten Typen.

Ansonsten es ist es mir auch noch nicht passiert, dass ich mich auf einen Mann eingelassen habe, den ich mir sonst eher nicht aus geguckt hätte. Aber man sollte ja niemals nie sagen.

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» Nelchen » Beiträge: 31908 » Talkpoints: 0,03 » Auszeichnung für 31000 Beiträge



Mir ist das eigentlich bisher bei fast jedem Partner so ergangen, dass dieser irgendetwas hatte, was mich eigentlich abgeschreckt hat und wo ich im Voraus nie damit gerechnet hätte, dass ich mich wirklich mal in so eine Person verlieben kann. Bei meinem ersten Freund war es so, dass ich ihn von Beginn an eigentlich ganz toll fand, da gab es nichts besonderes. Meinen zweiten Freund habe ich kennengelernt und fand ihn eigentlich zu alt, trotzdem habe ich mich irgendwie etwas in ihn verknallt und wir sind dann auch zusammen gekommen.

Das hat mich dann im Laufe der Beziehung immer mehr gestört und ging irgendwie gar nicht. Nach der ersten Verliebtheit habe ich auch einfach festgestellt, dass er doch nicht das wahre für mich ist und auch der Altersunterschied hat mich erheblich gestört, daher wollte ich die Beziehung auch recht schnell wieder beenden, was allerdings durch diverse Dinge leider verzögert wurde, weil ich ihn nicht im Stich lassen wollte, als er eine sehr schwere Phase hatte, was ich im Nachhinein schon bereue, da es auch nichts bringt, wenn man nur so tut, als würde man jemanden lieben.

Bei meinem letzten Ex Freund konnte ich es mir zu Beginn eigentlich nicht vorstellen, da er keinen sonderlich guten Schulabschluss hatte und zu der Zeit keine Arbeit hatte und darauf lege ich eigentlich viel wert. Auch da hat man aber gemerkt, dass es mit der Zeit auch viel deswegen gescheitert ist. Mit einem schlechten Hauptschulabschluss hat man nun einmal nicht so viele Möglichkeiten und er war auch eben so, dass er sich nicht sonderlich schlau angestellt hat und das hat auch zu erheblichen Problemen in der Beziehung geführt.

Bei meinem aktuellen Freund ist es so, dass er ein Jahr jünger ist als ich. Am Anfang ging das für mich gar nicht, aber wir kennen uns jetzt seit über drei Jahren und sind auch schon einige Weile ein Paar und ich habe mich eben daran gewöhnt. Das gibt auch eigentlich bisher keine sonderlich großen Probleme, da er sich trotz allem "anständig" benimmt und man den Altersunterschied nicht sonderlich merkt. Ich bin froh, dass ich mich darauf eingelassen habe, obwohl das am Anfang für mich ein Grund war, weswegen ich ihn lange abgelehnt habe, da ich mir das überhaupt nicht vorstellen konnte.

» Wunschkonzert » Beiträge: 6469 » Talkpoints: -0,15 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



So ungewöhnlich finde ich es nicht bei Dir, dass Du Dich nun für eine Frau anstelle für einen Mann interessierst, da Du es Dir ja immer doch ein wenig offen gehalten hattest. Aber ich denke, es überrascht Dich insofern, als Du eben von Dir doch etwas anderes erwartest und gedacht hattest. Es wundert mich aber nicht, da es doch eher nach dem Menschen an sich gehen sollte und nach dem Geschlecht oder nach anderen äußeren Merkmalen. auch, wenn es genügend Menschen gibt, die ausschließlich danach gehen. Anhand Deiner hier geposteten Beiträge habe ich aber von Dir ein anderes Bild gewonnen, so dass ich jetzt nicht so wirklich überrascht bin, dass es bei Dir nun doch ein wenig anders, als von Dir selbst erwartest, sich entwickelt.

Ich habe selbst auch schon solche Erfahrungen gemacht, dass meine Partner anders waren, als wie ein Idealbild, welches ich schon mal habe. Das bezog sich bei mir in der Tat auch schon aufs Geschlecht, aber mir war es egal, sondern eher von der Art und Weise her, oder auch vom Aussehen, wobei ich auch gern hinter das Aussehen schaue, denn letztendlich ist es das Wesen, in das ich mich verliebe. Es klingt vielleicht etwas merkwürdig, aber anders kann ich es auch nicht erklären.

Das, was ich mir bei einem Partner oder auch bei einer Partnerin wünsche, habe ich nicht immer zu 100% gehabt oder habe ich auch nicht so erwartet. Wenn ich ein gewisses Interesse habe, kann ich aber damit leben und man muss nicht alle meine Erwartungen erfüllen, zumal diese mit anderen Dingen in der Beziehung kompensiert werden, die ich wiederum so gar nicht auf den Schirm hatte. Daher kann ich Dir auch nur sagen, dass es sich manchmal lohnt, dennoch diesen Menschen als Partner in Betracht zu ziehen und es zu genießen, solange es geht, selbst, wenn sich nur eine kurze Affäre oder eine Freundschaft entwickelt.

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» *steph* » Beiträge: 18520 » Talkpoints: 47,30 » Auszeichnung für 18000 Beiträge


Bei mir war das bei meinem jetzigen Partner so. Was bei mir absolut nicht ins Beuteschema gepasst hat, war sein Alter, denn er war deutlich älter als ich und klein Crispin war damals noch im zarten Teenager Alter. Ich habe mich am Anfang eigentlich ziemlich dagegen gewehrt, weil ich nicht so recht verstehen konnte, wieso es gerade er sein musste. Auch zu der Zeit war der Großteil meiner engeren Freunde älter als ich, ich hatte sehr wenige Gleichaltrige mit denen ich gerne Zeit verbrachte, aber der Altersunterschied in dieser Situation war einfach wirklich schon ein bisschen extrem. Ich war zu dem Zeitpunkt 12 und er 22.

Nach anfänglichem hin und her, kam ich letztendlich aber zu dem Schluss, dass es keinen großen Sinn haben würde, sich dagegen zu wehren. Ich habe eine Weile darüber nachgedacht, ob ich vielleicht sowas wie einen Vaterkomplex haben könnte, allerdings ist in unserer Familie wirklich alles intakt und ich habe eine gute Beziehung zu meinem Vater, weswegen ich nicht ganz verstand, wieso es so kommen musste. Wir konnten uns schlecht aus dem Weg gehen, weil wir zu der Zeit täglich Orchesterproben hatten und im gleichen Hotel wohnten, ein Zimmer zwischen uns, man lief sich ständig über den Weg. Mein Freund war damals noch ein bisschen verwirrter als ich, dabei hatte er mich auf die 16 geschätzt, weil ich einfach ein bisschen Frühreif und das war ihm schon jung. Als er erfuhr das ich 12 war, fiel er aus allen Wolken und so haben wir uns beide erstmal ordentlich gegeneinander gesperrt.

Lange ging das allerdings nicht so weiter, wir hatten zu der Zeit gemeinsame Bekannte und überhaupt war es einfach nicht möglich, alle zu vergessen und zu verdrängen, weil man sich ständig sah. Das Ende des ganzen hin und her gab es letztendlich, als wir nachts im Dämmerlicht der Hotelflure ineinander liefen und er darauf bestand, dass wir uns aussprachen. Unter der Bedingung des verdammt langsam angehen zu lassen, ließen wir dem ganzen dann schließlich seinen Lauf und sind jetzt (ich bin inzwischen 19) immer noch sehr glücklich zusammen.

Ich schätze es kann einem immer passieren, dass man sich in jemanden verguckt, der nicht in das anfängliche Beuteschema passt, zumal viele Menschen ja auch einige Bedürfnisse und Sehnsüchte verdrängen können, besonders wenn es um Homosexualität geht. Ich selbst habe mich bislang eigentlich nicht in Männer mit ähnlichem Altersunterschied verguckt, es schien wohl einfach nur ein Ausnahmefall zu sein, wobei ich aber Gleichaltrige prinzipiell nicht besonders anziehend finde. Inzwischen hatte ich auch einige lesbische Erfahrungen (diese Freiheit haben wir uns in der Beziehung gegeben), dass ich mich zu Frauen angezogen gefühlt habe, hat mich allerdings nicht so sehr überrascht.

» Crispin » Beiträge: 14936 » Talkpoints: 6,73 » Auszeichnung für 14000 Beiträge


Bei meinem aktuellen Freund ging es mir wohl auch so. Ich kenne ihn seit wirklich langer Zeit und wir waren auch, als wir uns damals kennenlernten, schwer ineinander verliebt, kamen aber dann doch aufgrund eines Missverständnisses, von dem ich erst kürzlich erfahren habe, nicht zusammen. Das tat mir damals lange Zeit leid, aber so war es eben und ich habe dann auch jemand anderen kennengelernt, in den ich mich verliebt habe. Mit meinem aktuellen Freund hatte ich seitdem eine wirklich enge Freundschaft und ich war wohl auch seine beste Freundin. Ich hatte all die Jahre über immer wieder das Gefühl, dass uns irgendwie mehr verbindet als ich das von meinen sonstigen Freundschaften mit Männern kenne, aber gleichzeitig lege ich in einer Freundschaft zwischen Mann und Frau doch mehr Wert auf das Einhalten ganz bestimmter Regeln, um eine gewisse Distanz zu wahren.

Mein Freund hatte dann im Laufe der Jahre natürlich auch Beziehungen und vor zwei oder drei Jahren scheiterte seine letzte Partnerschaft mit einer Frau. Diese Trennung war wohl wiederum eine ziemlich heftige für ihn, die sehr unschön verlief, und ich bekam dann als beste Freundin natürlich mit, wie sehr er sich darüber Gedanken machte und was er alles bereute. Im Endeffekt beschloss er sogar, überhaupt keine Beziehung mehr zu wollen, und ich erinnere mich noch gut daran, dass er mir nicht nur einmal sagte, dass es ihm als Single richtig gut ginge und ihm nichts einfiele, das eine Beziehung ihm geben könnte, was er nun als Single vermisst. Im Gegenteil würde er sein Singleleben und seine Unabhängigkeit auf keinen Fall aufgeben wollen. Dass er sich als Single wohlfühlte, hat man auch tatsächlich gemerkt. Es kam also schon insofern für mich überhaupt nicht in Betracht, dass sich zwischen uns irgendwann einmal eine Beziehung ergeben könnte.

Irgendwann interessierte er sich dann doch für die eine oder andere Frau, vor allem interessierten sich aber einige Frauen für ihn. Wenn diese Frauen versuchten, ihn für sich zu gewinnen, machte er aber jedes Mal einen Rückzieher und wollte Distanz, die er sich auch nahm. Es kam also nicht zu irgendwelchen engeren Kontakten. Er erzählte mir dann außerdem, dass er im Prinzip nicht ausschließen könnte, sich irgendwann einmal in eine der Frauen, die er in seinem Freundeskreis hat, zu verlieben, denn das könne er ja schließlich nicht mit Sicherheit wissen und schon insofern nicht verneinen. Grundsätzlich mag er alle Frauen in seinem Bekanntenkreis ja, also könnte sich theoretisch auch an der emotionalen Ebene irgendwann etwas ändern. Und dann sagte er, dass es nur eine Frau gebe, bei der er ausschließen könne, dass er sich in sie verlieben würde, und das sei ich.

Ich habe ihn erst einige Tage später gefragt, weshalb er so etwas eigentlich sagt und was das bitte bedeuten soll, weil ich mich doch ziemlich gekränkt von dieser Aussage fühlte. Er erklärte mir dann allerdings, dass er unsere Freundschaft niemals aufgeben wolle, weil sie in den letzten zehn Jahren das einzig Beständige in seinem Leben gewesen sei. Er gehört zu den Menschen, die bisher noch keine gute Trennung erlebt haben und er will auch keine seiner Ex-Freundinnen jemals wiedersehen. Im Falle einer Beziehung zwischen uns beiden und deren Scheitern hätten wir also seiner Meinung nach auch gleichzeitig unsere enge Freundschaft verloren, deshalb würde er es zu verhindern wissen, wenn sich emotional bei ihm in Bezug auf mich etwas verändern würde.

Es gab für mich also schon insofern diverse Gründe, meinen Freund nicht als Partner für mich in Betracht zu ziehen, die alle mit ihm selbst und seiner Haltung zu tun hatten. Da ich allerdings kein Beuteschema habe, kann ich nicht sagen, dass er nicht meinem Typ entspricht, weil ich keinen Typ habe. Ich hätte mir eine Beziehung mit ihm schon durchaus vorstellen können und habe mich auch in all den Jahren immer mal wieder gefragt, ob wir wohl heute noch zusammen wären, wenn es damals in unserer Anfangszeit anders gelaufen wäre.

Eines Tages in diesem Jahr hat sich dann irgendetwas zwischen uns verändert, da kam plötzlich eine neue Komponente hinzu, die es zuvor nie gab. Ich habe ihn darauf angesprochen, ob es zwischen uns manchmal knistert, er hat das bejaht und so haben wir im Laufe der kommenden Monate viele Gespräche geführt, uns näher aneinander herangetastet und am Ende drei Monate später dann doch festgestellt, dass wir zusammen sein wollen - ich allerdings früher als er, weil ich mich in Sachen Beziehung und Verweigerungshaltung bezüglich einer solchen nicht ganz so angestellt habe wie er. ;)

Aber das spielt ja hier nun keine Rolle. Dass man sich in jemanden verliebt, der aus irgendwelchen Gründen als Partner aber gar nicht in Frage kommt, kenne ich schon insofern wohl auch, ja. Jedenfalls hatte ich niemals einen konkreten Grund zur Vermutung, dass aus uns jemals etwas werden könnte. Und ehrlich gesagt kann ich es auch bis heute noch nicht fassen, dass er nun doch ausgerechnet mit mir eine Beziehung eingegangen ist, obwohl er zwei Jahre lang jedem gegenüber deutlich gesagt hat, dass er keine Beziehung haben will und alles, was in diese Richtung ging, auch konsequent vermieden hat.

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» moin! » Beiträge: 7223 » Talkpoints: 24,80 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Mein Ex entsprach rein äußerlich dem kompletten Gegenteil von meinem Beuteschema. Ich finde andere äußerliche Attribute durchaus interessanter und anziehender. Ich habe mich aber dennoch auf die Beziehung eingelassen, weil ich der Ansicht war, dass es charakterlich passen könnte. Das hätte es auch, wenn sich seine Prioritäten nicht irgendwann verschoben hätten und die Beziehung dadurch nicht kaputt gegangen wäre.

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» Täubchen » Beiträge: 32411 » Talkpoints: 0,13 » Auszeichnung für 32000 Beiträge


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