Den Rat bekommen, etwas nicht zu vermasseln?

vom 04.12.2018, 05:06 Uhr

Es gibt ja durchaus Situationen, wo man sich große Mühe geben muss, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Das kann eine wichtige Prüfung sein wie der Führerschein oder vielleicht die Versetzung in die nächste Klasse als Schüler oder ein Schulabschluss. Es gibt auch Momente, wo man eine Wohnung finden muss oder ein Vorstellungsgespräch hat. Habt ihr schon einmal jemanden den Rat gegeben, in solchen Situationen nichts zu vermasseln? Oder findet ihr das eher überflüssig? Wie würdet ihr auf so einen Rat reagieren?

Benutzeravatar

» Täubchen » Beiträge: 27435 » Talkpoints: 0,77 » Auszeichnung für 27000 Beiträge



Ich finde einen solchen Rat absolut überflüssig, denn er erhöht nur den ohnehin schon großen Leistungsdruck, ohne dabei in irgendeiner Form konstruktive Unterstützung durch handfeste Ideen und Anregungen zu liefern. Was soll ich denn mit solch einem Satz anfangen? Schlägt er mir vor, wie ich meinen Lernstoff effizient einteilen kann? Sagt er mir, an welcher Straßenkreuzung ich besonders aufpassen muss, weil dort schon zig Fahrschüler vor mir einen beliebten Fehler begangen haben? Verrät er mir das Lieblingsthema meines mündlichen Abiturprüfers? Nichts von alledem.

Im Wesentlichen macht er nur deutlich, dass ich sowieso auf mich alleine gestellt durch die Situation muss und es dem Gegenüber herzlich egal ist, wie ich das mache, und dass aber schön von mir erwartet wird, dass ich es hinbekomme, weil ansonsten Ablehnung, Enttäuschung und gegebenenfalls negative Konsequenzen drohen. Besten Dank, aber diese Tatsache ist mir auch selber mehr als bewusst, und dafür brauche ich wirklich keine solch unnütze Erklärung.

» MaximumEntropy » Beiträge: 5321 » Talkpoints: 879,05 » Auszeichnung für 5000 Beiträge


Ich habe weder jemals einen solchen Rat gegeben noch einen solchen bekommen. Ich finde diese Warnung auch eher kontraproduktiv. Besonders bei Schülern, die eh vor einer Schulaufgabe unter Stress stehen, kann sie noch mehr Druck ausüben.

Meist geht die Mahnung ja mit einem "nicht schon wieder" einher, also "vermassel das nicht schon wieder". Dann zeugt dieser Ausdruck von einem großen Misstrauen und der Unterstellung, dass man nichts vernünftig hinbekommt.

» anlupa » Beiträge: 10950 » Talkpoints: 4,27 » Auszeichnung für 10000 Beiträge



Ich kenne einen solchen Rat selber nicht, weder habe ich ihn schon jemandem gegeben, noch selber erhalten. Daher kenne ich es tatsächlich nur aus dem Fernsehen, dass dieser Rat schon mal jemandem erteilt wird. Ich finde das auch nicht wirklich sinnvoll, so etwas zu sagen. Derjenige, der vor dieser Prüfungssituation steht, wird sich selber das auch schon sagen und wenn man es dann noch von außen hört, dann macht es das natürlich nicht gerade leichter und erhöht den Druck noch, was nicht unbedingt hilfreich ist.

» Barbara Ann » Beiträge: 25935 » Talkpoints: 8,85 » Auszeichnung für 25000 Beiträge



Es gibt aber auch Menschen, die sich wirklich oft schusselig oder nachlässig anstellen. Nicht jeder ist wo, wie einige hier schreiben, etwa bei Prüfungen selbst schon mega gestresst. Manche gehen Prüfungen mit viel Desinteresse an und nehmen alles nicht so wichtig und da ist es vielleicht nicht ganz falsch, wenn eine außenstehende Person betont, dass das kein Spaziergang ist, sondern man sich schon etwas Mühe geben muss.

» Zitronengras » Beiträge: 8603 » Talkpoints: 52,69 » Auszeichnung für 8000 Beiträge


Letzten Endes ist es natürlich nichts weiter als ein blöder Spruch. Aber ich habe mich auch schon dabei ertappt, jemandem hilfreicherweise mit auf den Weg zu geben: Vergeig' es nicht, hier geht es um was! Aber das habe ich eigentlich nie als "Ratschlag" im engeren Sinne gesehen. Ich halte meine Mitmenschen ja nicht für blöd. Es war statt dessen eher als flapsige Ermutigung gedacht, wobei ich die Erste bin, die zugibt, dass sie nicht gut im Ermutigen ist. Aber bisher hatte ich auch nie den Eindruck, als hätte ich jemanden damit gekränkt, und selber wäre ich auch nicht eingeschnappt. Schließlich habe ich durchaus schon einiges vermasselt, weswegen die Mahnung, es dieses Mal nicht zu tun, durchaus gerechtfertigt ist.

Generell bin ich zudem durchaus der Meinung, dass, wenn schon etwas Wichtiges schiefgeht, es nicht an einem selber liegen sollte bzw. an den Umständen, auf die man Einfluss hat. Sprich, wenn man einen Job nicht bekommt, weil jemand anders besser qualifiziert oder "vernetzt" war, ist es etwas ganz anderes, wie wenn man das Vorstellungsgespräch verpasst, weil man morgens seinen Schlüssel wie immer nicht gefunden hat und nicht auf die Idee gekommen ist, einen Bus früher zu nehmen. Bei Kandidaten, die zu solchem Verhalten neigen, kann bei mir auch schon ein Fünklein Wahrheit in so einem dummen Spruch stecken.

» Gerbera » Beiträge: 7029 » Talkpoints: 2,91 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


Zurück zu Allgemein

Ähnliche Themen

Weitere interessante Themen

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

^