Als Praktikant auch mal "Nein" sagen?

vom 24.04.2015, 21:14 Uhr

Vor ein paar Tagen habe ich mal wieder eine Situation in meinem alten Praktikumsbetrieb mitbekommen, die mich an mein damaliges Praktikum dort erinnert hat. Es gab wirklich viele Situationen in denen ich mich einfach gefragt habe, was ich genau dort soll und warum ich nun diese Aufgabe zu erledigen habe. Natürlich gibt es immer mal wieder unangenehme Aufgaben, die bewältigt werden müssen.

Das verstehe ich natürlich und kann es gut nachvollziehen. Wenn es sich aber dann beispielsweise darum dreht, dass man die Praktikanten nur noch zum Kaffee holen schickt (wobei sie selber nicht einmal Kaffee trinken), dann frage ich mich schon, welchen Sinn das Ganze eigentlich hat. Ich muss zugeben, dass ich damals gerne einfach mal gesagt hätte, dass ich diese Aufgabe nun nicht erledigen möchte, da ich da einfach keinen Sinn hinter sehe.

Im Nachhinein habe ich dann auch von den Lehrern erfahren, dass man in einer solchen Situation ruhig mal den Mund aufmachen sollte - immerhin ist man dort um etwas zu lernen und nicht, um den "richtigen" Arbeitern ihren Kram nachzutragen.

Nun würde mich mal interessieren, wie ihr das seht. Denkt ihr, als Praktikant darf man durchaus auch mal "Nein" sagen, wenn man immer und immer wieder die selbe sinnlose Aufgabe machen soll, die vor allem auch nichts mit der Arbeit an sich zu tun hat? Habt ihr schon einmal gesagt, dass ihr nun etwas nicht machen möchtet? Wie war die Reaktion?

» Wunschkonzert » Beiträge: 6469 » Talkpoints: -0,15 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



Als Lehrer kann man das immer leicht sagen, aber am Ende bekommt man eben auch die Benotung nicht auf eine faire Art und Weise, wenn die sauer auf einen sind. Ich würde den Mund nicht aufmachen und habe dies auch nicht getan. Ich war mal 2 Wochen lang am Schreddern der Papiere einer Kanzlei. Mitbekommen habe ich vom Beruf nichts, aber ich habe eine 1 bekommen und das war es mir dann eben Wert.

Es ist ja auch die Frage, was man überhaupt machen kann als Praktikant. Wenn man beispielsweise in einen Kindergarten geht und keine Ahnung im Umgang mit Kindern hat, kann man eben nicht viel machen, sondern nur ein bisschen spielen maximal.

Kaffee kochen, Kopien machen, Akten schreddern, das sind alles normale Praktikantenaufgaben. Man kann einen ungelernten Schüler eben auch nicht in einer Woche oder zwei Wochen etwas beibringen. Man kann nur zusehen lassen und damit man nicht blöd daneben steht, bekommt man eben kleine, aber blöde Aufgaben.

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» Ramones » Beiträge: 36339 » Talkpoints: 42,59 » Auszeichnung für 36000 Beiträge


Ich finde es gut, wenn man auch mal den Mund aufmacht und dann etwas sagt. Man macht ja normalerweise ein Praktikum, weil man erfahren möchte, ob ein bestimmter Beruf oder die Arbeit in einem bestimmten Unternehmen etwas für einen wäre. Wenn man aber so gar nichts machen darf, was mit den Aufgaben oder dem jeweiligen Beruf zu tun hat, die einen interessieren würden, dann ist das ja ziemlich sinnfrei.

Wenn man als Schüler zu einem Praktikum gezwungen worden ist ist das meiner Ansicht nach noch einmal was anderes, da muss man halt abwägen ob man sich beschwert oder nicht. Aber grundsätzlich bin ich der Ansicht, dass man sich auch als Praktikant nicht alles gefallen lassen sollte und auch was sagen sollte, wenn einem was nicht passt.

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» Täubchen » Beiträge: 26010 » Talkpoints: 1,67 » Auszeichnung für 26000 Beiträge



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