In Partnerschaft zumindest alles zur Sprache bringen wollen?

vom 11.06.2018, 21:06 Uhr

Eine Freundin meint, dass sie und ihr Partner erst lernen mussten, dass sie alles zur Sprache bringen. Sie ist der Meinung, dass man in einer Partnerschaft zumindest alles ansprechen können sollte. Auch, wenn das eben für den Partner nicht immer schön wäre oder auch durchaus mal sehr verletzend sei. Es wäre ja dennoch wichtig, dass man darüber spricht und weiß, was im anderen vorgeht.

Ich denke, dass meine Freundin da schon recht hat und es wünschenswert ist, dass man in einer Partnerschaft alles ansprechen kann. Das ist sicherlich hilfreich und kann der Beziehung sicher auch gut tun.

Wie seht ihr das? Meint ihr auch, dass man in einer Partnerschaft alles zur Sprache bringen sollte? Könnt ihr das durchaus bei eurem Partner? Macht ihr das auch, egal wie schlimm oder schmerzlich das werden könnte? Habt euch das schon in gewissen Hinsichten geholfen? Oder vermeidet ihr manche Themen, um den Partner zu schützen oder einem Streit aus dem Weg zu gehen?

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» Nelchen » Beiträge: 27729 » Talkpoints: 2,37 » Auszeichnung für 27000 Beiträge



Ich finde nicht, dass man in einer Partnerschaft wirklich alles thematisieren sollte. Es gibt ja auch Fälle, wo einer von beiden fremdgegangen ist und sich dann überlegt, ob der Seitensprung gebeichtet werden sollte oder nicht. Die Trennung ist aber nach so einer Beichte wahrscheinlicher. Daher würde ich das immer davon abhängig machen, was man überhaupt damit bezwecken möchte.

Denn um die Partnerschaft zu erhalten sollte man nicht immer alles sagen. Manche Sachen sind ja auch absolut irrelevant, sodass sie gar nicht thematisiert werden brauchen. Manche Themen sprengen einfach die Beziehung, das sollte man im Hinterkopf halten. Es könnte auch nicht jeder Mann damit umgehen, dass er ein Kuckuckskind hat oder dass die Partnerin mal jemanden umgebracht hat.

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» Täubchen » Beiträge: 23031 » Talkpoints: 2,76 » Auszeichnung für 23000 Beiträge


Ich bin auch nicht der Meinung, dass eine Partnerschaft nur dann etwas taugt, wenn man wirklich "über alles reden kann". Meiner Erfahrung nach ist das bei vielen Paaren, die sich damit brüsten, meistens eine sehr einseitige Sache. Sprich ein Partner (unabhängig vom Geschlecht) redet über alles, was meistens auf Jammern oder Kritisieren herausläuft, und wenn der/die andere mal versucht, ein unangenehmes Thema zur Sprache zu bringen, ist das Geschrei groß und die Hysterie schlägt Wellen.

Ich bin dagegen der Meinung, dass man auch in einer Partnerschaft erstens ein Recht auf Intimsphäre hat und es Dinge gibt, die selbst den Partner nichts angehen und die er oft genug wohl gar nicht wissen will. Und zudem ist vieles, was man "zur Sprache bringen" kann, oft nur eine hoch subjektive Meinung oder unstrukturiert hochblubbernder Blödsinn, bei dem es generell hilfreich wäre, wenn man ihn für sich behält.

Nur weil ich etwas sage oder meine, ist es ja nicht gleich das Evangelium, und mein Partner muss sich damit ernsthaft befassen. Oft genug handelt es sich um Unsinn, welcher nur Unfrieden stiftet und deswegen niemandem etwas bringt, wenn er zur Sprache kommt.

» Gerbera » Beiträge: 6577 » Talkpoints: 4,48 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



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