Lebensmittel bei einer Diät immer alle einzeln abwiegen?

vom 30.05.2018, 21:58 Uhr

Ich folge einigen Personen auf Instagram, die sich sehr für Ernährung und Fitness interessieren. Mir ist aufgefallen, dass einige dieser Personen ihre Lebensmittel immer ganz genau abwiegen, wenn sie abnehmen wollen oder aus sonstigen Gründen auf ihre Ernährung achten. Auch wenn sie kochen oder sie sich einen Salat zubereiten oder auch nur einfach so etwas snacken, wiegen sie jedes einzelne Produkt was sie dafür verwenden einzeln ab.

Auf diese Weise können sie die Lebensmittel in eine Kalorien-App eintragen, die ihnen dann anzeigt, wie viele Kalorien die einzelnen Portionen haben. So kann man wiederum ausrechnen, wie viele Kalorien das gesamte Gericht hat. Manche machen das tatsächlich Tag für Tag mit allem. Für mich wäre das unvorstellbar, da mir das viel zu aufwändig wäre. Wie seht ihr das?

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» Prinzessin_90 » Beiträge: 30121 » Talkpoints: 124,41 » Auszeichnung für 30000 Beiträge



Ich finde das nicht nur viel zu aufwändig, sondern schon in gewissem Maße pathologisch. Dass man Zutaten für ein Koch- oder Backrezept genauestens abwiegt, damit die Konsistenz am Ende stimmt, finde ich ja noch verständlich. Wenn ich aber anfange, jede Tomatenscheibe, jedes Stück Schokolade und jede Apfelspalte, die ich über den Tag verteilt zu mir nehme, auf die Waage zu legen, nur damit mir in meiner Tagesbilanz keine Kalorie entgeht und ich mir selbst dafür auf die Schulter klopfen kann, wie diszipliniert und leicht ich mich ernährt habe, hat das schon Essstörungszüge für mich. Abgesehen davon macht es über den Tag verteilt kaum einen Unterschied, ob man hier oder da mal 50 oder 100 Kalorien gespart oder dazugegessen hat. Man verbraucht immerhin auch nicht jeden Tag exakt den tabellarisch vorgerechneten Grundumsatz, sondern je nach Bewegungsausmaß, äußeren Einflüssen und Stresspegel mal mehr oder weniger.

Praktikabler zum Abnehmen finde ich es daher, die Hauptkomponenten einer Mahlzeit grob abzuschätzen, anstatt sie genau einzuwiegen. Nudeln und Reis kann man ganz gut mit Tassen oder kleinen Schüsseln dosieren, Kartoffeln anhand ihrer Anzahl, Fleisch abhängig von der Größe des Handtellers und so weiter. Jeder kann sich da sein eigenes System zurechtlegen. Zwar bin ich auch kein Freund von rigorosem Festhalten an solchen Methoden, weil das jegliche Flexibilität im Essverhalten einschränkt, aber das ist für mich immer noch liberaler als eine sture Fixation auf Zahlenwerte, die ohnehin größtenteils theoretische Konstrukte darstellen. Denn nur, weil Schweinefleisch in Kalorientabellen so und so viel Kalorien pro 100 Gram aufweist, sagt das noch lange nicht aus, dass dieser Durchschnittswert mit meinem Stück exakt übereinstimmt; zumal Marinade, Fett zum Anbraten und so weiter ja auch keine Berücksichtigung in solchen Nachschlagewerken finden.

» MaximumEntropy » Beiträge: 5307 » Talkpoints: 870,48 » Auszeichnung für 5000 Beiträge


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