Für nicht mehr gedruckte Bücher höhere Preise verlangen?

vom 14.05.2018, 17:39 Uhr

Ich habe schon oft erlebt, dass viele Anbieter ihre Bücher teurer verkaufen, wenn diese nicht mehr gedruckt werden. Da kommen dann durchaus Preise von 50 Euro an aufwärts bei heraus, wenn das Buch vorher neu gerade mal um die 20 Euro gekostet hat. Ich habe selbst schon so ein Buch gekauft, da ich es unbedingt haben wollte und es eben nicht mehr im Handel erhältlich ist. Ich hatte da aber dennoch Glück und habe es neu und eingeschweißt bekommen, aber auch teurer als Neupreis.

Habt ihr auch schon mitbekommen, dass nicht mehr gedruckte Bücher oftmals viel mehr kosten? Verlangt ihr dann auch diese Preise, wenn ihr ein solches Buch verkaufen möchtet? Gebt ihr dies auch durchaus für ein Exemplar aus, dass ihr gerne hättet?

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» Nelchen » Beiträge: 28769 » Talkpoints: 2,31 » Auszeichnung für 28000 Beiträge



Du stellst also die Frage, ob seltene aber nachgefragte Güter im Preis steigen? Bei Büchern? Dieses Phänomen lässt sich übrigens bei vielen anderen Gütern beobachten. So kostet ein Mercedes-Benz SL R 129 heute auch viel mehr, als ursprünglich. Und dabei ist hier sicher davon auszugehen, dass das Auto sogar gebraucht ist und nicht mehr originalverpackt.

Habe übrigens auch Bücher, welche neu für 49 DM verkauft wurden und bei Amazon heute ab 100 Euro aufwärts gehandelt werden. Der Markt bestimmt letztlich den Preis. Das hat dann nichts damit zu tun, ob das Buch noch gedruckt wird oder nicht.

Verlangt ihr dann auch diese Preise, wenn ihr ein solches Buch verkaufen möchtet?

Will ich etwas verkaufen, erkundige ich mich natürlich nach dem aktuellen Preis und orientiere mich danach. Wobei es schon auch vorkommen kann, dass es heißt, dass der Preis bei X Euro liegen müsste - es aber im Moment keine Interessenten gibt. Dann muss abgewogen werden: will ich trotzdem verkaufen, muss ich mit dem Preis runter oder warten.

Gebt ihr dies auch durchaus für ein Exemplar aus, dass ihr gerne hättet?

Will ich einen Artikel weil ich ihn brauche, muss ich u.U. auch einen höheren Preis in Kauf nehmen. Die Schmerzgrenze muss ich mir dann selbst vorgeben. Ansonsten ist mir der Artikel nicht wichtig genug.

» derpunkt » Beiträge: 9829 » Talkpoints: 354,73 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


derpunkt hat geschrieben:Du stellst also die Frage, ob seltene aber nachgefragte Güter im Preis steigen?

Ich bin auch fassungslos, wie man in Frage stellen kann und scheinbar immer noch nicht begriffen hat, dass Angebot und Nachfrage den Preis regulieren. Das weiß doch jedes Kind, mal ehrlich. Wie man das diskutieren kann ist mir ein absolutes Rätsel. Da scheint jemand in der Schule permanent geschlafen zu haben und im Leben wurde auch nicht wirklich aufgepasst.

Man muss halt für sich abwägen, ob einem der Artikel das Geld wert ist oder nicht. Ich hatte den Fall, dass ich ein Fachbuch auf meiner Liste hatte, das seit 17 Jahren nicht mehr neu aufgelegt wurde und auch nicht mehr gedruckt worden ist. Dementsprechend gab es nur wenige Exemplare und die wurden im Internet für knapp 400 Euro pro Stück gehandelt.

Das habe ich dann auch nicht eingesehen und nach 1,5 Jahren Wartezeit habe ich tatsächlich einen Händler entdeckt, der sich nicht damit beschäftigt hat, wie viel das Buch jetzt eigentlich Wert ist und der es mir dann für 60 Euro verkauft hat. Tja, selbst Schuld, wenn man sich nicht informiert.

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» Täubchen » Beiträge: 25864 » Talkpoints: 1,32 » Auszeichnung für 25000 Beiträge



Ich habe so etwas auch schon gesehen und finde es auch ziemlich logisch, dass die Bücher dann so teuer sind, wenn die Nachfrage noch da ist, die Bücher aber nicht mehr nachproduziert werden. So wird der Preis eben durch Angebot und Nachfrage geregelt und wenn ich so ein Buch hätte, dann würde ich es zumindest bei einem Verkauf doch versuchen, einen hohen Preis zu bekommen.

Wenn den dann jemand bezahlt, dann ist es doch gut und wenn nicht, dann kann man ja noch immer mit dem Preis runter gehen. Wenn ich hingegen ein Buch unbedingt lesen möchte, es das aber nicht als eBook gibt und eben nur als ältere Ausgabe, dann würde ich den höheren Preis wohl auch bezahlen, weil ich ja nicht drum herum käme.

» Barbara Ann » Beiträge: 25275 » Talkpoints: 76,94 » Auszeichnung für 25000 Beiträge



Es ist vollkommen logisch, dass Objekte mit potentiellem Sammlerwert, die vom freien Markt verschwunden sind, von den glücklichen Menschen, die noch ein Exemplar davon ergattern konnten, zu höheren Preisen weiter gehandelt werden. Ich habe das Phänomen besonders beim Verkauf meiner Manga-Sammlung bemerkt, da ich einige Reihen besessen habe, die später nicht mehr nachgedruckt oder eingestellt wurden.

Während sich für andere Bücher trotz der drastischen Preisreduktion im Vergleich zu den Originalkosten kaum jemand interessiert hat, gingen die seltenen Hefte fast für den ursprünglichen Preis über die Theke - und ich hätte wahrscheinlich auch noch deutlich mehr verlangen können, wenn ich ernsthaft am Profit und weniger am Loswerden interessiert gewesen wäre.

Ich selber bin bei Käufen recht knauserig, und wenn ich einen Artikel nicht als absolut unverzichtbar empfinde, dann tue ich mich schwer damit, mehr zu bezahlen, als er mal wert war. Aber in mir schlägt auch noch irgendwo ein Sammlerherz, sodass ich es nicht gänzlich mit Unverständnis betrachte, wenn andere Menschen größere Summen auszugeben bereit sind, um begehrte Stücke ihr Eigen nennen zu können. Es kommt doch immer auf die Situation und die Ware an, finde ich.

» MaximumEntropy » Beiträge: 5022 » Talkpoints: 851,57 » Auszeichnung für 5000 Beiträge


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