Welches Buch ist besser als jede Serie?

vom 14.05.2018, 04:52 Uhr

Eine Bekannte liest zur Zeit ein neues Buch und ist total begeistert davon. Sie betont immer wieder, dass das Buch besser wäre als jede Serie und empfiehlt es daher ständig weiter. Auch mir empfiehlt sie das Buch gerne weiter, aber ich denke gar nicht daran, das Buch ebenfalls zu lesen. Allein durch die Begeisterung ist die Erwartungshaltung entsprechend hoch. Ich denke, dass ich daher eher enttäuscht wäre (was ich meistens bei Unterhaltungsliteratur bin).

Auch finde ich es seltsam, warum man so betont, dass das Buch besser wäre als jede Serie. So etwas ist doch immer höchst subjektiv und gar nicht pauschalisierbar. Kennt ihr ein Buch, das eurer Ansicht nach besser ist als jede Serie? Oder findet ihr diese Ausdrucksweise total übertrieben und befremdlich?

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» Täubchen » Beiträge: 22910 » Talkpoints: 0,17 » Auszeichnung für 22000 Beiträge



Ich kann es verstehen, dass du das Buch nicht lesen möchtest, weil deine Erwartungshaltung groß und vielleicht auch zu groß wäre, nachdem deine Bekannte dir so davon vorgeschwärmt hat. Ich denke auch, dass eine pauschale Aussage hier nicht wirklich möglich ist. Das empfindet einfach jeder anders und nicht jeder kann sich auf ein Buch auch gleich gut einlassen wie auf eine Serie. Deswegen würde ich eine solche Aussage auch nicht treffen wollen, auch wenn ich es für mich selber vielleicht so empfinde.

» Barbara Ann » Beiträge: 24840 » Talkpoints: 51,49 » Auszeichnung für 24000 Beiträge


Mich würde auf Dauer vielleicht dieser ständige Imperativ so nerven, dass ich schon gar keine Lust mehr hätte der Empfehlung zu folgen. Und ob irgendein fiktionales Werk als gut empfunden wird oder nicht, ist doch sehr subjektiv, abgesehen davon, dass es Genres gibt, die einen von vornherein nicht interessieren. Wenn mir jetzt also jemand erzählte, dass der neue Liebesroman so völlig anders wäre und viel toller als alles bisher je Dagewesene, dann wäre die Person bei mir an der falschen Adresse, weil mich Liebesgeschichten nur am Rand oder teilweise gar nicht interessieren und ich sie nur als notwendiges Übel einer ansonsten guten Story mitnehme.

Ob man von einer Geschichte tief beeindruckt ist, hängt meiner Meinung nach auch nicht vom Medium ab. Ich habe sowohl schon extrem opulente und bildgewaltige Serien gesehen, die mich in allen Facetten begeistern konnten als auch ebenso Bücher gelesen, die mich gedanklich über längere Zeit immer mal wieder fesseln konnten in ihrer eigenen Weltanschauung. Vielleicht bemüht die Bekannte diesen Vergleich auch immer wieder so, weil Lesen für sie bis dato immer etwas Phlegmatisches hatte oder Passives war, was es sich zu erarbeiten galt und nur Filme und Serien sie mit Action und Bildern fesseln konnten. Das ist dann aber eine Typsache.

» Verbena » Beiträge: 2804 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



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