Für Kosten von gekauftem Kuchen nicht selbst backen können?

vom 16.04.2018, 15:02 Uhr

Eine Freundin backt selten mal selbst etwas. Oftmals kauft sie Kuchen und Torte, wenn dieser von bestimmten Marken im Angebot sind. Da zahlt sie dann schon mal nur 3,99 Euro für eine Torte von Coppenrath&Wiese. Daher ist sie der Meinung, dass sie für das Geld nicht selbst backen kann. Da würde sie dann durchaus mehr zahlen, wenn sie die ganzen Zutaten einzeln einkaufen müsste. Von der Arbeitszeit ganz zu schweigen, die sie zum backen brauchen würde.

Rechnet es sich wirklich nicht, bei solchen Preisen selbst zu backen? Meint ihr auch, dass es da günstiger und einfacher ist, wenn man Kuchen oder Torte kauft? Backt ihr aus diesem Grund auch selten selbst mal? Oder spielen da Preise für euch keine Rolle?

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» Nelchen » Beiträge: 26213 » Talkpoints: 1,79 » Auszeichnung für 26000 Beiträge



Das kann man so pauschal gar nicht sagen, denke ich. Immerhin ist Kuchen nicht gleich Kuchen. Es gibt sicherlich Torten mit sehr exotischen und kostspieligen Zutaten, die man nie und nimmer für etwa 4 Euro selber backen kann. Richtig schöne Obsttorten mit großer Auswahl an unterschiedlichen Früchten gehören beispielsweise dazu; aber auch alles, was hochwertigere Materialien wie Pistazien, echte Vanille und Co enthält. Da bezahlt man unter Umständen für eine Zutat schon mal gut und gerne 4 Euro.

Andererseits gibt es auch ganz banalen Zitronen- oder Schokoladen-Kastenkuchen, der außer dem Aroma lediglich absolute Küchen-Basics wie Mehl, Eier, Zucker und Backpulver enthält. Diese hat man entweder ohnehin auf Vorrat da oder kauft sie in großen Mengen. Rechnet man dann die Kosten auf den tatsächlichen Verbrauch für den Kuchen herunter, landet man weit unter 4 Euro.

Abgesehen davon muss ich sagen, dass für mich bei einem Kuchen nicht die Kosten im Vordergrund stehen, sondern der Genuss. Eine aufgetaute Torte schmeckt einfach nicht annähernd so lecker wie eine, die selbst und aus frischen Zutaten gemacht ist. Da man sich solch eine größere Süßigkeit auch nicht alle Tage gönnt, darf es meiner Meinung nach dann auch schon mal die Luxusvariante sein.

Entweder gönne ich mir dann ein Stück Torte von meinem Lieblingskonditor, oder ich greife selber zu den Backmaterialien und tobe mich mal kreativ in der Küche aus. Beides ist kostentechnisch natürlich weit über der Fertigtorte angesiedelt, aber das ist mir der bessere Geschmack auch wert.

» MaximumEntropy » Beiträge: 4062 » Talkpoints: 741,56 » Auszeichnung für 4000 Beiträge


Dein Denkfehler liegt darin, dass du wahrscheinlich nur die Sorten Kuchen vergleichst, aber nicht auf die Zutatenliste bei den Fertigprodukten schaust. Bei Fertigprodukten gibt es nämlich ein großes Einsparpotential bei den Zutaten und das sind oft Sachen, die man zu Hause nicht verwendet.

Nehmen wir mal etwas einfaches wie Brownies. Wenn ich die selber backe kommen da mehrere Tafeln dunkler Schokolade rein. Im Fertigprodukt landet nur Kakaopulver und weil das auch nicht ganz günstig ist wird mit Farbstoffen und Aromen nachgeholfen, damit es auch ordentlich schokoladig schmeckt.

Wie so oft bei Lebensmitteln muss man sich auch hier zwischen Qualität und Geiz ist geil entscheiden und sich darüber im klaren sein, dass Qualität nun mal ihren Preis hat.

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» Cloudy24 » Beiträge: 20280 » Talkpoints: 142,79 » Auszeichnung für 20000 Beiträge



Ich denke, man muss da aufpassen, was man vergleicht. Wenn wir backen, nehmen wir etwa nicht die ganzen künstlichen Zusatz- und Füllstoffe, die in den Fertigprodukten enthalten sind. Allerdings nehmen wir auch für beispielsweise ein Blech Donauwellen auch nicht die teuren Kirschen, sondern greifen dafür aus die billigen aus dem Glas von irgendeiner Handelsmarke zurück.

Wir haben mal ausgerechnet, dass wir für ein großes Blech Donauwellen, das aus 20 recht großzügig geschnittenen Stücken besteht, und wo die Creme mit Butter gemacht wurde und richtige Schokolade drauf kommt und nicht nur Kakao, knapp über zehn Euro an reinen Zutaten ausgegeben haben. Ein bisschen käme noch dazu für den Strom. Die Arbeitszeit haben wir nicht mit eingerechnet, weil wir es ja letzten Endes nicht beruflich machen, sondern in unserer Freizeit.

Und für 50 Cent das große Stück bekomme ich keine fertige Donauwelle gekauft. Schon gar nicht eine Donauwelle, wo in der Creme echte Butter ist, oben drauf echte Schokolade und auch so viele Kirschen im Teig sind (zwei Gläser Kirschen auf ein Blech Kuchen). Da kommen nicht einmal die tiefgekühlten Fertigkuchen von den Handelsmarken mit. Und die Qualität und der Geschmack sind natürlich um ein Vielfaches besser.

Wenn ich einen einfacheren Kuchen wie etwa einen Marmorkuchen oder Zitronenkuchen nehme, dann habe ich bei unserem Rezept gerade mal errechnet, dass ich bei etwa 1,50 € inklusive Strom bin für ein knappes Kilo Kuchen. Wenn ich da einen fertigen Rührkuchen einer Handelsmarke kaufe, bin ich da glaube ich in etwa gleich im Preis. Von der Qualität bin ich aber um Welten besser, als diese trockenen, krümeligen Sandkuchen, die ihren Namen wirklich verdienen.

» rasenderrolli » Beiträge: 780 » Talkpoints: 71,58 » Auszeichnung für 500 Beiträge



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