Arbeitszeugnis ewig hinterherrennen oder aufgeben?

vom 16.04.2019, 04:36 Uhr

Eine ehemalige Kollegin von mir hat letztes Jahr im Juli eine andere Stelle angenommen und hat unseren Betrieb verlassen. Jedenfalls hat sie bis heute das Arbeitszeugnis nicht bekommen und rennt da ziemlich hinterher. Ich habe mich gefragt, wann ich auf das Arbeitszeugnis (nach so langer Zeit vor allen Dingen) bestehen würde und wann ich einfach entnervt aufgeben würde.

Wie ist das bei euch? Wie lange würdet ihr persönlich eurem fehlenden Arbeitszeugnis hinterherrennen? Oder wäre euch das die Mühe gar nicht wert und ihr würdet aufgeben? Wo ist für euch persönlich die Grenze?

Benutzeravatar

» Täubchen » Beiträge: 31062 » Talkpoints: 0,47 » Auszeichnung für 31000 Beiträge



Es ist schon irgendwie blöd kein Arbeitszeugnis bekommen zu haben, da dies ja auch durchaus hilfreich für neue Bewerbungen ist, aber wenn man dem Ganzen so lange hinterher rennt, wird man entweder nichts mehr bekommen oder man bekommt etwas was einem nicht weiterhilft und zu allgemein gehalten ist. Man kann es also auch sein lassen, wenn man da vielleicht auch nicht ewig gearbeitet hat. Ein halbes Jahr würde ich es aber schon versuchen.

Benutzeravatar

» Ramones » Beiträge: 38896 » Talkpoints: 30,48 » Auszeichnung für 38000 Beiträge


Ich finde, dass einem ein Arbeitszeugnis auf jeden Fall zusteht und dass man das Recht hat, dieses auch mit Nachdruck einzufordern. Gerade, wenn man vielleicht im Schulabschluss oder auf dem Uni-Zeugnis nicht die beste Note hat und bei zukünftigen potentiellen Arbeitsstellen auf lobende Worte und bescheinigte Kompetenzen aus bisherigen Beschäftigungsverhältnissen angewiesen ist, finde ich es ziemlich lästig, wenn man ewig auf ein Arbeitszeugnis warten muss. Mein Freund hat diese Situation an seiner ersten Arbeitsstelle nach der Ausbildung erlebt und war sogar kurz davor, gerichtlich die Ausstellung einzufordern. Erst, als die Drohung dazu im Raum stand, kam seine alte Chefin in die Pötte.

Ich denke, ich würde es vom Job und von der Notwendigkeit abhängig machen, wie sehr ich mich in die Aktion hineinknie. Bei einem Studi- oder Aushilfsjob, der für mein späteres Berufsleben relativ irrelevant wäre, würde ich mich nach ein paar Anfragen vielleicht damit abfinden, wenn keine Antwort kommt. Bei einem langfristigen Beschäftigungsverhältnis, in dessen Rahmen ich wichtige Qualifikationen erworben habe, die mir am nächsten Arbeitsplatz gegebenenfalls Aufstiegschancen ermöglichen, sähe die Sache aber schon anders aus. Ob ich bis vors Gericht ziehen würde, weiß ich nun nicht, aber ich hätte zumindest kein Problem, Telefon- und Briefterror auszuüben, um mein Recht durchzusetzen.

» MaximumEntropy » Beiträge: 5803 » Talkpoints: 1.070,86 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



Ein Arbeitszeugnis ist sicher nicht für jede neue Stelle relevant und manche Personalleiter interessiert das nicht. Aber verlassen würde ich mich darauf nicht und gerade dann, wenn man länger im Betrieb war, dann sieht das bei einer zukünftigen Bewerbung nicht so gut aus, wenn das Zeugnis fehlt, auch wenn es den jetzigen Arbeitgeber deiner früheren Kollegin vielleicht nicht interessiert, wie ihr Arbeitszeugnis bei euch gewesen ist.

Deswegen muss ich sagen, dass ich da schon weiter hinterherrennen würde, auch wenn es lästig ist. Wenn man mit dem nötigen Nachdruck immer wieder nachfragt, dann werden die zuständigen Leute vielleicht mal reagieren, um davon nichts mehr hören zu müssen. Ein Arbeitszeugnis steht einem ja auch zu und so würde ich schon darauf bestehen.

» Barbara Ann » Beiträge: 26688 » Talkpoints: 14,50 » Auszeichnung für 26000 Beiträge



Zurück zu Beruf & Bildung

Ähnliche Themen

Weitere interessante Themen

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

^