Ich muss sagen einige Punkte sind leider Gottes absolut zutreffend, da einfach mal 95 % in der Finanzbranche nur Schrott verkaufen müssen, selbst nur auf die Vorteile der Produkte, nicht aber auf die Nachteile der Produkte geschult werden und selbst nicht die Zeit oder Lust haben sich damit zu beschäftigen, ob das eigentlich wirklich so toll ist, was da verkauft wird.
Nichtsdestotrotz sind da ein paar sehr pauschale Aussagen bei, die ich gerne korrigieren würde.
| Cala hat folgendes geschrieben: |
2. In sehr vielen Fällen stecken dahinter jedoch keinesfalls unabhängige Berater, sondern geschulte Verkäufer auf Provisionsbasis, die von Geldanlage kaum eine Ahnung haben und nur darauf aus sind, gewisse Finanzprodukte zu verkaufen. Von solchen Geschäften sollte man die Finger lassen!
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Wohl wahr, es gibt genug Vertriebe wie die Deutsche Vermögensberatung, MLP, AWD, OVB usw., die alles andere als unabhängig am Markt agieren, es aber bis zu Gerichtsprozessen (z.B. bei AWD) behauptet haben.
Was ich nicht ganz verstanden habe, ist, was die Provisionsbasis für einen Nachteil beim Kunden haben sollte. In meinen Augen muss ein Berater selbstverständlich die Motivation zum Verkaufen haben, denn sonst würden viele vielleicht niemals etwas für ihre Altersvorsorge oder ihre Absicherung im Versicherungsbereich tun. Manche muss man eben zu ihrem Glück zwingen und das wird kein Berater dieser Welt für reines Festgehalt tun.
Ach, und wer glaubt, Bankberater wären unabhängig, gut geschult oder würden rein auf Festgehalt arbeiten, irrt. Ich war selbst in der Bank, kenne sehr viele aus verschiedenen Banken und habe die Erfahrung gemacht, dass nahezu keiner wirklich Ahnung hat, wie Fonds funktionieren und welche ratsam sind. Warum auch, denn jede Bank hat ja ihre favorisierte oder firmeneigene Investmentgesellschaft. Am witzigsten ist es beim Thema Versicherungen. Da habe ich manchmal das Gefühl, dass die Bankberater nur wissen, wie sie das Produkt abschließen und wie der Antrag ausgefüllt wird, aber das war's dann auch. Manchen ausgelernten Bankern muss man erstmal erklären, was denn eigentlich die Versicherungssumme bei der Hausrat bedeutet.
Nun gut, zurück zur Provision: Einzige Alternative ist Honorarberatung oder "unabhängige" Stellen wie Verbraucherzentrale oder IHK. Blöd nur, dass bei der Verbraucherzentrale allzu oft dann Leute eine Beratung machen, die im "zweiten Leben" eigentlich nur Fleischfachverkäufer sind und nur über Laienwissen verfügen. Mit der IHK-"Beratung" bin ich ebenso schon in Berührung gekommen - es war einfach nur erschreckend. Absolut oberflächlich und schnell abgewickelt, sodass es bloß nicht zu viel Zeit kostet. Warum auch, es bringt schließlich keine Provision sich damit genau zu befassen und dem Kunden zu helfen.
Honorarberatung ist für mich auch so ähnlich. Da möchte man dann meinetwegen etwas fürs Alter tun, bekommt dann von dem Berater 3 Angebote hingeschmissen, ganz frei nach dem Motto: "Friss und stirb." Und letztendlich ist es auch kein Garant dafür, dass es ein gutes Produkt ist, denn der Honorarberater erhält doch so oder so sein Geld. Der kann bei schlechten Produkten niemals eine Storno bekommen. Auch im Versicherungsbereich frage ich mich, wer die empfohlenden Produkte dann eigentlich betreut. Der Honorarberater sicher nicht, sobald der sein Geld hat für die Beratung. Jemand,der auf Provisionsbasis arbeitet, bekommt ca. 10 % der Nettobeiträge dafür, dass er sich im Schadenfall auch kümmert. Es ist also ein geldlicher, dauerhafter Anreiz eine dauerhafte Kundenbeziehung zu pflegen.
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3. Zwar kein 100 prozentiger Schutz vor Verlusten, doch immerhin ein Stückchen Sicherheit, zum Beispiel bei Lebensversicherungen, Wertpapiergeschäften oder Sparverträgen: die staatliche Kontrollstelle „Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht“ (BaFin)
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Du schreibst es ja schon selbst, dass es keinen 100-prozentigen Verlustschutz gibt. Nicht ganz richtig, denn bei den genannten Produkten ist nahezu ein 100-prozentiger Verlust garantiert.
Jeder darf sich mal jetzt den Spaß machen und google nach "gefühlte Inflation" suchen. Da findet man dann teilweise Zahlen von durchschnittlich 10 % pro Jahr. Hat einfach den Grund, dass in dem Warenkorb zur Ermittlung der Inflation vom Wert her ein DVD-Player und andere technische Geräte im Wert natürlich deutlich über Benzin, Käse, Milch etc. liegen. Die technischen Geräte werden zudem immer günstiger aufgrund des schnellen Fortschritts und verfälschen dann den Inflationswert ungemein, sodass man dann beim amtlichen Wert auf 1 % statt 10 % kommt. Anfang des Jahres 2010 konnte ich z.B. noch für 1,26 € pro Liter Super tanken und jetzt sind's 1,50 €. Bei mir sind das 19 % Steigerung und nicht 1 %.
So, wenn wir nun dieses Wissen haben, frage ich, was für einen Sinn klassische Lebensversicherungen mit 2,5 % Garantiezins abzüglich Abschluss-, Einrichtungs-, Verwaltungs- und vielen anderen Kosten für eine langfristige Besparung machen. Denn 2,5 %-10 % sind bei mir 7,5 % Verlust pro Jahr. Wertpapiere sind seit der Abgeltungssteuer keine sonderlich attraktive Anlage mehr, denn wenn ca. ein Viertel der Zinsen direkt an den Staat fließen, macht das alles wenig Sinn ohne einen Policen-Mantel, der vor der Abgeltungssteuer schützt.
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Während des Gespräches ein eigenes Protokoll führen – auf gar keinen Fall ein bereits vor dem Gespräch geschriebenes (durch den Berater, die Bank etc.) Protokoll unterzeichnen, dies kann einen eventuellen Rechtsstreit ausschlaggebend beeinflussen. Das selbst geführte Protokoll vom Berater unterschreiben lassen.
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Das mit dem eigenen Protokoll ist eine extrem gute Idee und wirkt Wunder gegen Berater, die meinen nur leere Versprechungen zu machen. Wenn ein Berater das nicht unterschreibt, lügt er unter Garantie.
Allerdings muss ich dir wieder widersprechen. Das Protokoll vom Berater muss zwingend unterschrieben werden, da der Berater hierzu aus Haftungsgründen verpflichtet ist. Das Beratungsprotokoll wurde schließlich zum Verbraucherschutz eingerichtet und wird bei Bankentests von Fachpresse immer sehr ins Gewicht genommen, ob eins ausgefüllt wurde oder nicht. Was allerdings wichtig ist, ist sich genau durchzulesen, was im Beratungsprotokoll steht und ob diese Angaben zutreffend sind. Nur, wenn falsche Angaben im Protokoll stehen, sollte man auf eine Änderung bestehen und erst dann unterschreiben. Eine Verzichtserklärung auf ein Beratungsprotokoll würde ich niemals unterschreiben, damit ist der Berater aus der Haftung fein raus.
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5. Niemals unterschrieben, was man nicht versteht! Immer auf den eigenen Verstand hören und nicht den blumigen Worten des Beraters blind vertrauen. Traumhafte Renditen ohne jegliches Risiko gibt es nicht! Keine spontanen Entscheidungen: Geldanlage in Ruhe überdenken und ein paar Tage durch den Kopf gehen lassen, Rücksprache mit Bekannten/Verwandten/Vertrauenspersonen.
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Hmm, diese Aussagen sind genauso wahr, wie sie falsch sind. Sicherlich wäre es ratsamer man versteht das alles, bloß habe ich die Erfahrung gemacht, dass vielleicht nur 2-3 % der Kunden wirklich zu mehr als 90 % verstehen, was sie da tun. Umso mehr erklärt und "beraten" wird, desto weniger versteht der Kunde und schließt man schon von ganz alleine nichts ab. Finanzprodukte haben nun einmal den Nachteil, dass man sie nicht sehen, anfassen oder austesten kann. Wenn ich ein Kleidungsstück sehe, weiß ich, ob es gut aussieht, ich kann fühlen, wie der Stoff sich anfässt und wenn ich es trage, weiß ich auch, ob es mir steht, aber beim Finanzprodukt ist das alles zu 100 % Vertrauen in den Berater.
Rücksprache mit Verwandten, Bekannten und Vertrauenspersonen klingt auch ganz nett, nützt aber in der Regel gar nichts, da diese Personen ebenso wenig Ahnung von der Materie haben. Oftmals kommt der Finanzberater ja auch aus der eigenen Familie und da gilt die oben beschriebene Inkompetenz, fehlende Unabhängigkeit etc. ganz genauso wie bei "fremden" Beratern.
Das einzige, was unabhängig helfen kann, ist Fachpresse, wie Focus Money, Finanztest usw.
Bei Fragen gerne per PN.
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