Man kennt es ja aus Natur- und Dokumentarfilmen, dass Tiere in freier Wildbahn auch mal andere im Originalzustand verspeisen, ob dies nun auch in deutschen Zoos üblich werden soll ist gerade in der Diskussion. Allgemein ist das bisher je nach Zoo anders geregelt. "Ganzkörperfütterung wäre zwar Art gerechter, aber der Besucher versteht das nicht", so Frank Chomik, Tierinspektor im Duisburger Zoo - so stehen bislang oft Steaks und Filets aus Schlachthäusern auf den gängigen Speiseplänen.
Doch andere Zoos in Deutschland gehen mit dem Thema seit längerem anders um, so z. B. der Nürnberger Tierpark, dort werden seit knapp 10 Jahren überzählige Tiere aus anderen Gehegen oder dem Streichel Zoo verfüttert. "Wir bekennen uns dazu und scheuen die öffentliche Auseinandersetzung nicht" - "Unsere Raubtiere erhalten so auch Beschäftigung. Außerdem ist das gemeinsame Fressen an einem Kadaver wichtig für das Sozialleben" - "Massentierhaltung und der stressige Tiertransport zum Schlachter bleiben ihnen im Gegensatz zu anderen Futtertieren erspart", so Helmut Mägdefrau, der stellvertretende Direktor des Nürnberger Tierparks.
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Aus eigenen Beständen werden Schafe, Ziegen, Hirsche oder Antilopen für die Raubtiere geschossen - damit lassen sich 10 bis 20 Prozent des jährlichen Fleischbedarfs abdecken und man könne die Tiere mit noch "warmen Tieren" versorgen.
Viele Zoos in Deutschland orientieren sich mittlerweile am Beispiel Nürnbergs und verfüttern auch gelegentlich ganze Kadaver, so z. B. in Dortmund, Dresden, Wuppertal, Stuttgart oder Gelsenkirchen, denn "Die Tiere brauchen auch Knochen, Fell und Innereien und nicht nur das Steak aus dem Supermarkt. Sonst fehlen ihnen wichtige Vitamine und Mineralstoffe", so Sabine Haas vom Gelsenkirchener Zoo. Durch die Verfütterung zooeigener Tiere werden zudem viele Probleme gelöst, u. a. die angesprochene Massentierhaltung und das die meisten Zootiere ein angenehmes und möglichst Art gerechtes Leben hatten. Die Bestände könnten so kontrolliert werden, um Platzproblemen vorzubeugen, jedoch käme vor der Tötung natürlich noch die Möglichkeit der Abgabe an andere zoologische Gärten.
Laut Mägdefrau setze bei vielen Besuchern nach der anfänglichen Abscheu oft das Nachdenken ein, da andere Tiere, z. B: aus Massentierhaltung, eben auch getötet werden. Trotzdem halten sich viele Zoos noch zurück, da man eben auch einen ausbleibenden Besucherrückgang erwartet - Viele werden ihren Kindern bestimmte Bilder ersparen wollen und Tierschützer stehn laut Meinung der Zoos bei solcherlei Aktionen auch sehr schnell auf dem Plan, da sachliche Reaktionen oft ausbleiben und die Emotionen hoch kochen. In den USA gäbe " es Tierparks, die aus Angst vor dem Publikum nur Hackfleisch und Mineralpulver verfüttern" - "Die müssen ihre Raubtiere einmal pro Jahr betäuben und den Zahnstein entfernen", so Mägdefrau.
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